Angesagt – Anne-Catrin Märzke

Credit: Sarah Nopper / www.milele-photography.com

Sehr geehrte Frau Anne-Catrin Märzke,
Sie sind Schauspielerin und viele Zuschauer kennen Sie aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Aber dabei fing alles ja mit Theater und der Metal Band Kamelot an.

Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, Schauspielerin zu werden? Und ist Schauspielerin der Traumberuf für Sie?

Anne-Catrin Märzke: Ich bin quasi im Theater aufgewachsen. Mein Vater, der auch am Theater arbeitet, hat mich schon mit sieben Jahren regelmäßig zu sämtlichen Proben und Vorstellungen mitgenommen. Somit habe ich jeden Tag nach Schulschluss meine komplette Freizeit im Theater und mit dem Ensemble verbracht.

Da war mir schon früh klar, dass ich genau das auch mal machen und auf der großen Bühne stehen möchte. Und es hat tatsächlich geklappt, als Schauspielerin und Sängerin kann ich diesen Traum nun leben.

Die Redaktion:  Als Schauspielerin ist man weltweit für Dreharbeiten unterwegs, egal ob Neuseeland oder New York. Gibt es einen Ort, wo Sie am liebsten drehen oder unbedingt mal am Set sein wollen?

Anne-Catrin Märzke: Ach, ich bin mit Babelsberg eigentlich ganz zufrieden (lacht). Ich bin mit der Metalband Kamelot drei Jahre auf Welttournee gewesen und habe dadurch schon viele Orte gesehen. Ich würde einen ergreifenden Naturschauplatz wie Cornwall immer Ballungsgebieten wie Mexico City vorziehen.

Die Redaktion:  Da man so viel in der Welt unterwegs sein muss, ist doch Toleranz und Weltoffenheit wichtig. Ist dies auch ein besonderes Merkmal von Ihnen selber?

Anne-Catrin Märzke: Auf jeden Fall, deshalb habe ich auch Berlin zu meiner Wahlheimat gewählt – Bunt, zukunftsweisend, inspirierend.

Die Redaktion:  In der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ spielen Sie die Ärztin Dr. Maja Brünning. Wie bereiten Sie sich auf Ihre Rolle vor? Haben Sie dazu vielleicht im Krankenhaus ein Praktikum gemacht?

Anne-Catrin Märzke: Ich wünschte, dazu hätte ich die Zeit. Es macht mir sehr viel Spaß, mich in diesen speziellen Berufszweig der Medizin einzulesen. Mich interessiert der medizinische Background meiner Figur sehr, denn viele meiner Familienmitglieder arbeiten im Gesundheitswesen. Dadurch habe ich dazu einen ganz speziellen Bezug.

Durch „GZSZ“ konnte ich die Dissertation einfach überspringen und darf trotzdem als Ärztin im Krankenhaus mit weißem Kittel rumlaufen. (lacht)

Die Redaktion:  Sie haben viele Jahre das Mädchen aus Ostberlin im Musical „Hinterm Horizont“ gespielt. Bühne und Kamera sind ja nun sehr unterschiedlich. Ist dieser persönliche Kontakt zum Publikum durch die Bühne nicht viel intensiver?

Anne-Catrin Märzke: Ich freue mich immer, wenn den Zuschauern meine Projekte gefallen, sowohl dem Publikum vor dem Bildschirm als auch den Theaterbesuchern. Es ist beides auf eine spezielle Art und Weise intensiv. Ich kann es weder vergleichen noch eins hervorheben.

Die Redaktion: Haben Sie hierbei auch einmal Udo Lindenberg kennengelernt? Wie ist er so als Mensch, wenn man dies verraten darf. Für mich persönlich ist er wie ein guter Wein, je älter desto besser.

Anne-Catrin Märzke: Klar, Udo hat in der Anfangszeit quasi im Theater gecampt. Ein Mensch, der Menschen mag. Großzügig, mit einem sprudelnden Kopf und auch cool ohne Hut und Brille. Ich bin nach wie vor verzückt.

Die Redaktion:  Für viele ist Schauspieler das Absolute, aber dass dies ein anstrengender Beruf ist, sieht keiner. Wie kann man sich eigentlich die vielen, vielen Texte überhaupt merken?

Anne-Catrin Märzke: Stimmt, der Beruf des Schauspielers ist mit sehr viel Idealismus und Optimismus verbunden. Ich habe immer großen Respekt vor dem vielen Text lernen in kürzester Zeit, aber das funktioniert überraschender Weise ganz wunderbar. Mittlerweile habe ich dafür ganz gute Lernstrategien entwickelt.

Die Redaktion:  Muss man als Schauspieler auch sportlich aktiv sein?

Anne-Catrin Märzke: Eigentlich schon, ja. Ausstrahlung ist ein wichtiges Gut, zwar nicht ausschließlich, aber vor allem in dieser Branche nicht zu unterschätzen. Egal wo, es geht auch immer darum auszustrahlen „Ich kann das!“.

Wenn ich es schaffe, mich selber fit zu halten und stetig an mir zu arbeiten, dann ist es deutlich glaubwürdiger, dass ich auch andere Aufgaben, wie zum Beispiel eine tragende Rolle, bewältigen kann.

Die Redaktion:  Was würden Sie jungen Leuten raten, die ebenfalls gern Schauspieler werden wollen, um einmal in Ihre Fußstapfen zu treten?

Anne-Catrin Märzke: Jeder sollte seinen Traum leben. Du musst nur bereit sein, dafür eventuell auch sehr viel aufzugeben. Aber solche Ratschläge versteht man in jungen Jahren eh nicht. Das muss jeder selber ausprobieren. Und wenn man anfänglich Zweifel bekommt, sollte man sich weiter auf die Suche nach seinem Ideal machen.

Bleibe dir selbst treu und frage dich dabei immer, ob du das wirklich möchtest oder ob du das gerade nur machst, um jemand anderen stolz zu machen oder zu beeindrucken.

Die Redaktion: Haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt?

Anne-Catrin Märzke: Natürlich. Brettspiele, Kartenspiele, viele Klassiker.

Die Redaktion: Was macht das Spielen aus Ihrer Sicht aus?

Anne-Catrin Märzke: Freude. Gemeinschaft. Zusammenhalt.

Die Redaktion: Sie wissen, Schauspielen und Spielen haben was gemeinsam, es funktioniert nach Regeln. Was fasziniert Sie beim Spielen?

Anne-Catrin Märzke: Es gibt mir das Gefühl, lebendig zu sein und nicht still zu stehen. Still konnte ich noch nie gut. Ich bin ein „Macher“, liebe neue Herausforderungen und gehe die Dinge an. Durch meine Leidenschaft für das Schauspiel und Singen ergeben sich viele Möglichkeiten.

Keine Routine, keine Eintönigkeit. Ein Hoch auf die Kultur, die darstellenden Künste und uns Erdenbewohner in ihrer Vielfalt.

Die Redaktion:  Heutzutage leiden alle unter Stress und Zeitnot. Dadurch haben oder besser gesagt, nehmen sich Eltern keine Zeit, mit ihren Kindern zu spielen.

Anne-Catrin Märzke: Warum will man denn Kinder haben, wenn man keine Zeit hat, mit ihnen zu spielen? Ad absurdum.

Die Redaktion: Was würden Sie Eltern raten, wie wichtig es wäre, mit ihren Kindern zu spielen?

Anne-Catrin Märzke: Bei Kindern ist Spielen = Lernen. Spielen ist die beste Förderung für Kinder, schon in der Früherziehung sieht man, dass Kinder, die genügend Raum und Zeit zum Spielen haben, besser sprechen, laufen, spielen oder singen können.

Die Redaktion: Was ist eigentlich Ihr Lieblingsspiel?

Anne-Catrin Märzke: Rommé. Als Kind habe ich sehr viel gepuzzelt. Meine Highlights waren Puzzle, die im Dunkeln geleuchtet haben. Die habe ich dann über mein Bett gehängt und so lange abends angeguckt, bis ich eingeschlafen bin.

Die Redaktion:  Verlieren Sie gerne?

Anne-Catrin Märzke: Ich lerne gerne aus meinen Fehlern.

Die Redaktion:  Wie drücken Sie Freude beim Spielen aus?

Anne-Catrin Märzke: Mit einer großen Portion Euphorie.

Die Redaktion:  Wenn Sie in die Rolle eines Spieleerfinders schlüpfen könnten, welches Spiel würden Sie denn gern einmal erfinden wollen?

Anne-Catrin Märzke: Einen Peitschenkreisel mit buntem Licht, je schneller er sich dreht, desto greller werden die Farben.

Bildcredit: Sarah Nopper / www.milele-photography.com

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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