Angesagt – Sarah Alles

Bildrechte Jamie Capewell

Sehr geehrte Frau Sarah Alles,
Sie sind Schauspielerin und Synchronsprecherin. Alles fing mit „Für alle Fälle Stefanie“ an und aktuell sind Sie in der ARD-Serie “Akte Ex” zu sehen. Außerdem stehen Sie auch mit „Hard Candy“ auf der Bühne. Sie selber sollen mal gesagt haben, dass für Sie nur Schauspielerin oder Prinzessin als Beruf in Frage kommen.

Was hat denn bei der Berufswahl Prinzessin nicht geklappt?

Sarah Alles: Ich habe das Gefühl, dass ich irgendwann auf irgendeine Art auch noch eine Prinzessin werde, aber mit der Schauspielerei ging es einfach schneller.

Die Redaktion: Um was geht es in der Serie „Akte Ex“?

Sarah Alles: In jeder Folge geht es um einen neuen Fall, aber das Besondere an unserer Krimiserie ist, dass die beiden Kommissare früher einmal ein Paar waren. Sie haben sogar ein gemeinsames Kind, was Kommissar Lukas Hundt allerdings erst vor ein paar Folgen herausgefunden hat.

Und Yvette Müller, die Sekretärin des Kommissariats, (gespielt von mir) hat ein Auge auf den adretten Kommissar geworfen; sehr zum Unwillen der Kommissarin Kristina Katzer, da sie selbst noch Gefühle für ihn hat. Es tut sich also einiges in Weimar.

Die Redaktion: Es gibt ja auch verschiedene Klischees, auch bezogen auf eine Sekretärin. Wie bereitet man sich als Schauspielerin auf solch eine Rolle vor? Und dann ist ja noch die Mischung, Polizei und Sekretärin. Geht man da in ein Polizeirevier und sagt: „Hier bin ich, können Sie mir sagen, was man als Sekretärin bei der Polizei macht?“

Sarah Alles: Verrückterweise machte ich gerade eine Ausbildung an der Schusswaffe, als das Angebot für „Akte Ex“ kam. So durfte ich zumindest der Sekretärin bei den Reservisten mal einen Tag über die Schulter schauen, bevor es für mich mit den Dreharbeiten losging.

Tatsächlich ist es eine sehr anspruchsvolle Rolle, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht. Ich habe in der Serie oft die Funktion des Informationslieferanten. Daher spreche ich häufig Texte, in denen ich eigentlich „gar nichts“ spiele. Dieses „Gar-Nichts“ zu füllen, ist immer wieder eine schöne Herausforderung.

Die Redaktion: In „Hard Candy“ stehen Sie auf der Bühne. Das Stück hat es schon in sich, nicht nur vom Thema sondern von der Art und Weise, denn es wird als Kammerspiel, was die hohe Schauspielkunst ist, gespielt. Könnten Sie kurz verraten, um was es in dem Stück geht?

Sarah Alles: In unserem Stück lernt die 14-jährige Hayley im Chat den Fotografen Jeff, 38, kennen. Die beiden treffen sich, sie überredet ihn, zu ihm zu gehen und sie trinken Alkohol, bis er plötzlich umkippt und gefesselt wieder aufwacht. Was war wohl in seinem Drink? In „Hard Candy“ geht es richtig zur Sache und das Stück verlangt von uns Protagonisten, an die eigenen Grenzen zu gehen.

Das ist der große Reiz dieser Geschichte, die ich vor 10 Jahren entdeckte. Die Filmvorlage ließ mich nicht los und sorgte letztendlich dafür, dass ich es mitproduzierte und auf die Bühne brachte. Es ist eine der besten Rollen, die ich bislang spielen durfte, daher macht es mich auch ein bisschen traurig, dass wir nächste Woche nach 3 Jahren unsere Dernière spielen.

Die Redaktion: Als Schauspielerin dreht man an unterschiedlichen Orten dieser Welt. Da spielt man in Wien, im Berchtesgadener Land oder gar in Bali. Ist das ein Vorteil als Schauspieler, so die Welt zu entdecken? Hat man überhaupt Zeit während des Drehens, sich die Orte anzusehen?

Sarah Alles: Ich liebe das Reisen und freue mich, wenn mich ein Film in ein anderes Land trägt. Meistens ist die freie Zeit während der Dreharbeiten sehr bemessen, aber oft reicht es, um einen Eindruck von dem jeweiligen Ort zu bekommen und manchmal kann man sogar ein paar Tage Urlaub hinten dran hängen.

Im letzten Jahr hatte ich ein Riesenglück, denn meine Rolle beim Traumschiff hat mich an Orte geführt, die ich sonst vielleicht nie in meinem Leben gesehen hätte, wie Bora Bora und die Cook Inseln.

Die Redaktion: Als Schauspielerin muss man immer viel Text lernen und jeder weiß, wer schon einmal ein Gedicht lernen musste, dass dies gar nicht so einfach ist. Wie lernen Sie die Texte?

Sarah Alles: Ich nehme den Text der anderen Spielpartner mit meinem Handy auf und lasse Lücken, an den Stellen, an denen mein Text kommen würde. So habe ich einen „Textabfrager“, dem nie langweilig wird.

Die Redaktion: Mit wem würden Sie gern einmal gemeinsam vor der Kamera stehen?

Sarah Alles: Jackie Chan.

Die Redaktion: Gibt es eine Traumrolle, die Sie unbedingt einmal spielen wollen?

Sarah Alles: Ein unscheinbares Mädchen, das verborgene Kampfsportkräfte in sich trägt und damit dem Bösen in der Welt das Handwerk legt. Buffy ist die Heldin meiner Kindheit.

Die Redaktion: Der Beruf des Schauspielers ist etwas Besonderes, aber es ist auch ein harter Beruf, am Tage vor der Kamera und abends auf der Bühne im Theater stehen. Wie schafft man dies? Treiben Sie Sport, um sich fit zu halten?

Sarah Alles: Die Arbeit ist irgendwie auch mein Hobby und erschöpft mich daher selten. Im Gegenteil: Nach einem anstrengenden Drehtag liebe ich es, mich sportlich auszupowern. Da bekomme ich den Kopf so schön frei.

Die Redaktion: Sie haben wegen der Schauspielerei auch Ihre sportliche Laufbahn beendet. Sie haben einen schwarzen Gürtel in Wadō-Ryū Karate und wurden dreimal Berliner Meisterin. Fiel Ihnen die Aufgabe der sportlichen Laufbahn schwer?

Sarah Alles: Ja. Sehr. Daher bin ich in meiner Freizeit auch fast immer bei „Chimosa“. Mein Kampfsportstudio ist mein zweites Zuhause.

Die Redaktion: Haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt?

Sarah Alles: Schon immer war ich ein Spiele-Narr. Ob Schauspiel oder Spiele-Spiel! Mein Opa spielte Tag und Nacht Mühle mit mir und wenn ich als Kind kein Abendessen zu mir nehmen wollte, holte mein Vater das Uno-Spiel. Ich war so abgelenkt, dass ich nicht mal bemerkte, wenn ich meinen Teller bereits leer gegessen hatte. Heute gehören Tabu und Carcarsonne zu meinen Lieblingsspielen.

Die Redaktion: Was macht das Spielen aus Ihrer Sicht aus?

Sarah Alles: Zusammenkommen und die Welt um sich herum vergessen. Sich Zeit füreinander nehmen. Wenn ich mich daran erinnere, wie meine Eltern, Oma, Opa, und ich an Weihnachten Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gespielt haben, beginnt mein Herz freudig zu klopfen.

Die Redaktion: Heutzutage leiden alle unter Stress und Zeitnot. Dadurch haben oder besser gesagt, nehmen sich Eltern keine Zeit, mit ihren Kindern zu spielen. Was würden Sie für Empfehlungen geben, dass man wieder zusammen spielt?

Sarah Alles: Ich kenne erstaunlicherweise nur Familien, bei denen noch gespielt wird. Ich höre mich zwar auch oft sagen: „Ich habe keine Zeit“. Aber eigentlich meine ich damit, dass ich Prioritäten setzen muss, denn für uns alle hat ein Tag schließlich nur 24 Stunden. Spielen hat in meinem Leben jedoch einen hohen Stellenwert, daher finde ich immer wieder Zeit dafür.

Die Redaktion: Verlieren Sie gerne?

Sarah Alles: Das möchte ich noch lernen. Aber wer verliert schon gerne? (lacht)

Die Redaktion: Wie drücken Sie Freude beim Spielen aus?

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Sarah Alles: Lauthals Lachen….

Die Redaktion: Mit wem würden Sie gern einmal am Spieltisch sitzen?

Sarah Alles: Thimon von Berlepsch.

Die Redaktion: Und wie sieht es bei Ihnen mit elektronischen Spielen aus?

Sarah Alles: Ich mag auch Computerspiele und habe sogar schon einige davon synchronisiert! Besonders toll finde ich die Wii, denn man bewegt sich während des Spielens im Raum und die Konsole wird da schon mal zum Schwert!

Die Redaktion: Wenn Sie in die Rolle eines Spieleerfinders schlüpfen könnten, welches Spiel würden Sie denn gern einmal erfinden wollen?

Sarah Alles: Ein Spiel, bei dem es nur Gewinner gibt und das trotzdem spannend ist…

Die Redaktion: Was steht denn als nächstes bei Ihnen an?

Sarah Alles: Viele tolle Rollen und Spiele spielen. Wer nichts verpassen möchte, kann auch gerne bei mir auf Facebook vorbeischauen: https://www.facebook.com/sarahalles/?fref=ts oder http://sarahalles.com/

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken.

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