Angesagt – Max Kobbert

Max J. Kobbert ist Autor des Spiels "Das verrückte Labyrinth". Das Spiel wurde in viele Sprachen übersetzt. (Bild Ravensburger)

Sehr geehrter Herr Kobbert,
wie sind Sie auf die Idee für „Das verrückte Labyrinth“ gekommen?

Max Kobbert: „Schon als Kind oder Jugendlicher haben mich diese kleinen Labyrinthe in Zeitschriften fasziniert, in denen es heißt: Wie kommt die Maus zum Käse? Die hatte ich immer sehr schnell gelöst und das fand ich so schade.

Deshalb hat sich bei mir schon damals die Idee von einem variablen Labyrinth eingenistet: ein Rätsel, das sich verändert oder das ich verändern kann, so dass man immer neu suchen muss. Als Student habe ich immer wieder nach Mustern gesucht, nach Möglichkeiten mechanischer Art, ein Labyrinth so zu gestalten, dass es seine Rätselhaftigkeit behält.

Die entscheidende Idee für das Spiel mit dem verschiebbaren Kärtchen kam mir schließlich beim Auf- und Zuziehen einer Schublade.“

Die Redaktion: Warum, glauben Sie, ist das Spiel so erfolgreich?

Max Kobbert: „Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass im Spiel grundsätzlich Vieles möglich wird, was die Fantasie erfindet. Und das ist in diesem Fall eben besonders dadurch gegeben, dass man ganze Mauern mit einer einfachen Handbewegung verschieben und sich dadurch seinen Weg bahnen kann. Das gibt es ja in der Realität so nicht, aber hier im Spiel wird das möglich – Und das macht einfach Spaß.“

Die Redaktion: Wie entstand die Idee zum leuchtenden Labyrinth?

Max Kobbert: „Eigentlich kam die Idee schon relativ früh, ein Labyrinth, das im Dunkeln leuchtet, zu machen. Denn es gehört ja irgendwie zu einem Labyrinth, dass Dunkelheit herrscht. Denken Sie an Höhlen, denken Sie an die Unterwelt in Wien, denken Sie an die Katakomben in Paris. Das sind alles Höhlensysteme, die im Dunklen verborgen sind.“

Die Redaktion: Was ist das Besondere beim leuchtenden Labyrinth?

Max Kobbert: „Zunächst beginnt das Spiel ganz normal im Hellen, so wie das normale verrückte Labyrinth und während dieser Zeit lädt sich nebenher schon mal die Leuchtfarbe auf. Dann wird also das Licht ausgemacht und plötzlich leuchten die Mauern und die Schätze magisch in Leuchtfarbe.

Und das ist dann ein totaler Umschwung: Plötzlich herrscht eine zauberhafte Atmosphäre, die die Faszination des Spiels meiner Ansicht nach noch steigert.“

Die Redaktion: Für wen eignet sich Ihr neuestes Spiel? Kinder oder Erwachsene?

Max Kobbert: „Für beide – ein ideales Familienspiel. Man kann es wunderbar mit Kindern spielen, ohne dass sich die Erwachsenen zurücknehmen müssen. Denn Kinder sind gerade im anschaulichen Denken, was hier gefordert wird, besonders gut und so kann man ihnen ganz bewusst eine Chance geben.

Für Erwachsene ist das eine richtige Herausforderung, sich auf die Denkweise eines Zwölfjährigen einzulassen. Insofern besteht Chancengleichheit.“

Ich hatte das Labyrinth sogar einmal mit einem Studenten gespielt, der mit dem nächsten Zug das Spiel hätte beenden können. Doch dann zog er mit seiner Figur woanders hin. Ich hinterfragte seinen Zug und er antwortete, er hätte gar nicht gewinnen wollen – Er wollte einfach weiterspielen.

Das war für mich wie eine Erleuchtung, Wege zu finden, um Ziele zu erreichen. Ein elementares Bedürfnis, das Erfolgserlebnisse bringt. Und das gilt für das verrückte Labyrinth wie für das ganze Leben.“

Info

Seine Idee für das Spiel mit dem beweglichen Labyrinth begeistert seit dreißig Jahren Menschen in aller Welt. Zwanzig Spielvarianten sind daraus entwickelt worden – die größte Produktfamilie bei Ravensburger.

Mit zwanzig Millionen weltweit verkauften Exemplaren ist „Das verrückte Labyrinth“ das erfolgreichste Brettspiel von Ravensburger.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken.

Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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