Frank Schöbel- Angesagt

Foto: Manfred Esser

Sehr geehrter Herr Schöbel,
Sie haben als Kind bestimmt mit Ihren Eltern gespielt. An was können Sie sich dabei erinnern? Was war Ihnen aus heutiger Sicht dabei wichtig? Und was haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt?

Frank: Ich bin im Dezember 1942 im Krieg geboren und musste es mir im Luftschutzkeller „gemütlich“ machen.

Ich kann mich auch nicht an meinen verstorbenen Vater erinnern und Mutter musste für 2 Kinder hart arbeiten, damit wir über die Runden kamen.

Mein älterer Bruder passte auf mich auf und im Spiel war ich auf mich alleine gestellt. Ich baute mir aus Papier Flugzeuge und ließ sie in unserem langen Korridor fliegen.

Die am weitesten flogen, es waren amerikanische und russische, bekamen von mir Auszeichnungen als bestes Flugzeug. Bei mir gewannen immer die Russen.

Die Redaktion: Wenn Sie Kinder haben, was spielen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern? Was macht das Spielen mit Ihren Kindern aus Ihrer Sicht aus?

Frank: Ich habe das Spielen erst mit meinen Kindern nachgeholt. Wenn wir an der Ostsee waren, spielten wir bei schlechtem Wetter „Mensch ärgere dich nicht“, Mühle, Dame, Schach, Würfeln oder Karten.

Es macht den Sieger glücklich, regt den Ehrgeiz an und hilft auch anständig zu bleiben, wenn man verliert.

Die Redaktion: Und da man ja nicht nur mit Kindern spielt, stellt sich die Frage, was Sie mit Ihren Freunden spielen?

Frank: Ähnliche Spiele wie eben genannt und manchmal noch neue wie „Hase und Igel“, Wii Spielekonsole, früher „Monopoli“. Heute nicht mehr, weil wir das ja jeden Tag im Alltag ertragen müssen.

Die Redaktion: Heutzutage leiden alle unter Stress und Zeitnot. Dadurch haben oder besser gesagt, nehmen sich Eltern keine Zeit, mit ihren Kindern zu spielen.

Was würden Sie Eltern raten, wie wichtig es wäre, mit ihren Kindern zu spielen?

Frank: Ich spiele unheimlich gerne, weil ich natürlich gerne gewinne und weil es ganz wichtig ist, das Gefühl den Kindern zu vermitteln. Gewinnen, der Beste zu sein im Sport wie im Spiel, ist eine Übung fürs ganze Leben.

Die Redaktion: Wenn Sie in die Rolle eines Spieleerfinders schlüpfen könnten, welches Spiel würden Sie denn gern einmal erfinden wollen?

Frank: Das werde ich Ihnen nicht verraten, denn dann macht das ein anderer und verdient damit einen Haufen Kohle.

Zur Person

Frank Schöbel wurde 1942 in Leipzig geboren und ist mit Leib und Seele Musiker und einfach ein netter Mensch. In den 60er Jahren begann er seine Karriere als Musiker, aber auch als Schauspieler war er auf der Leinwand zu sehen.

Filme wie „Nicht Schummeln Liebling“ oder „Heißer Sommer“ waren in den 60er Jahren Filmhits.

Viele seiner 600 Titel, die er gesungen hat, wurden Hits. Unvergesslich sind Songs wie Gold in deinen Augen, Wie ein Stern, Schreib es mir in den Sand oder Wir brauchen keine Lügen.

Mitte der 70er Jahre hat Frank Schöbel ein Kinderalbum aufgenommen. Bei vielen wird die Platte „Komm wir malen eine Sonne“ bestimmt noch im Plattenschrank stehen.

Im letzten Jahr hatte Frank Schöbel sein mittlerweile 51. Album mit dem Titel Sternenzeiten veröffentlicht und ist immer noch auf Tour. Vor allem sein enges und ehrliches Verhältnis zum Publikum zeichnet ihn aus.

Auf der Bühne gibt er alles und jeder Besucher seines Konzertes geht mit dem Gefühl nach Hause, dass er nur für einen selber gesungen hatte. Fit hält sich Frank Schöbel durch Fußball und das bis zu drei Mal in der Woche.

www.frank-schoebel.de

Foto: Manfred Esser

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Wilfried Just
Über Wilfried Just 5013 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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