Caverna – Die Höhlenbauern

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Wenn Spiele schwer wiegen, kann nur einer dahinterstecken, Uwe Rosenberg.

Dabei hat man wahrscheinlich die böse Ahnung, dass er kiloweise bezahlt wird. Nein, dies sollte lediglich ein Scherz sein. Uwe Rosenberg, der gebürtige Ostfriese und Mathematiker ist, ist bekannt für seine komplexen Spiele.

So hat er mit Agricola vor einigen Jahren einen Meilenstein bei Strategiespielen gesetzt. Aber er kann auch anders, schließlich ist er der Autor des bekannten Bohnenspiels Bohnanza.

Schon während seines Studiums hat er sich mit dem Thema Spiel beschäftigt, so dass seine Diplomarbeit das Thema hatte „Wahrscheinlichkeitsverteilungen beim Memory“. Im Übrigen ist Uwe Rosenberg nicht der einzige Mathematiker, der sich den Spielen zugewandt hat.

Ein Vorteil hat dies für den Spieler, alle Abläufe sind logisch und bauen aufeinander auf. Dazu muss man sich aber erst einmal durch über 20 Seiten der Spielanleitung kämpfen. Und beim ersten Aufbau des Spiels braucht man viel Zeit. So einfach rausholen und losenlegen ist nicht.

Trotz der Komplexität funktioniert dies verständlich. Aber wenn man sich heranwagen will, sollte man schon eine entsprechende Affinität zu Spielen mitbringen. Wenn das vorhanden ist, wird er seinen Spaß haben. Nächster Punkt, man braucht viel, viel Platz auf dem Spieltisch.

Als Spieler schlüpfen Sie in die Rolle der Zwerge, die ja gern in Höhlen leben, gerne essen und dem Biertrinken nicht abgeneigt sind. Das kennen wir jetzt alle, dank der Filme von Herr der Ringe. In den Höhlen finden diese dann Erze und Rubine.

Außerdem muss man sich in die Höhle graben und anschließend zu Wohn- oder anderen Räumen ausbauen. Wenn man Erz abbaut, werden aus diesem, und dafür sind die Zwerge bekannt, Waffen geschmiedet. Aber auch außerhalb muss unsere Zwergenschar aktiv werden.

Auf der einen Seite sind wir auf der Suche nach Abenteuern, wofür es auch eine Belohnung gibt, und auf der anderen Seite muss der Wald gerodet werden, schließlich müssen wir uns mit Ackerbau beschäftigen. Nicht nur Ackerbau, sondern wir müssen uns auch mit der Viehzucht beschäftigen.

Ohne Nahrung geht es halt nicht. Und was übrig bleibt, wird dazu beitragen, dass der Wohlstand wächst. Wer davon zum Schluss das meiste besitzt, gewinnt dieses Spiel. Das Spiel ist ein sogenanntes Workerplacement Spiel, dies bedeutet, dass die vorhandenen Spielsteine zum Markieren von bestimmten Feldern genutzt werden, um diese zu belegen und dann die dazugehörige Aktion auszulösen.

Man kann sich dabei nicht frech, wie in anderen Spielen, auf ein besetztes Feld setzen, das geht nicht. Ziel ist es, sein Tableau so zu bebauen, dass es die meisten Punkte bringt. Man muss ausgewogen vorgehen. Auf der einen Seite braucht man Zwerge und auf der anderen Seite die Nahrung, um beides sollte man sich als erstes kümmern.

Am Anfang besitzt man nur zwei Ziegen, das reicht nur für die erste und zweite Runde, denn sie müssen sich ja auch vermehren können. Und dann geht es um Siegpunkte und je höherwertig der Ausbau, umso besser ist es für unseren Punktestand.

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Wer bereits Agricola kennt, wird hierbei seine Erfahrungen gesammelt haben. Und kleiner Trost, Agricola ist komplexer als dieses hier. Wichtig, man muss am Anfang in die Nahrungsproduktion investieren, schließlich sind Zwerge doch ein wenig hungrig.

Nach dem ersten Spiel sollten Sie das Material einzeln in die zahlreich beigelegten Tüten, nach Typ sortiert, verpacken. Das erspart beim nächsten Mal das große Suchen.

Gerade wenn man beim Material ist, kann man nur eines erwähnen, dass dieses prachtvoll gestaltet wurde. Gerade mit sehr viel Liebe zum Detail hat Klemens Franz sich hier verewigt. Einfach nur brillant.

Fazit

Bei Agricola hatte man immer zu kämpfen, seine Bauern zu ernähren. Hier ist dies ausgewogen und man hat keine eigenen Handkarten mehr, die paar wenigen, zwölf an der Zahl, sind überschaubar.

Beim ersten Mal wird man sich an das komplexe Spiel gewöhnen müssen. Sobald alles verinnerlicht wurde, kann man bei der zweiten oder dritten Runde sich eine Strategie erarbeiten, denn bei Caverna führen mehrere Wege zum Ziel.

Das Spiel selber ist für bis zu sieben Personen möglich, aber man sollte dabei im Schnitt mit 40 Minuten pro Spieler rechnen.

Caverna ist nicht für Spielanfänger geeignet, denn diese könnten beim ersten Mal mit den zahlreichen Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet, erschlagen werden. Aber wer sich intensiv damit beschäftigt, wird ein sehr gutes Spiel hier erleben, dass viele Spielstunden einfach nur fesselt.

  • Autor: Uwe Rosenberg
  • Grafik: Klemens Franz
  • Verlag: Lookout-Spiele
  • Vertrieb: ASS
  • Erscheinungsjahr: 2013

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Wilfried Just
Über Wilfried Just 6580 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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