Catan – Aufbruch der Händler

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Catan zählt wohl zu den bekanntesten Spielen in Deutschland und eigentlich hat man es für kaum möglich gehalten, dieses Spiel noch zu verbessern.

Mit „Catan Aufbruch der Händler“ ist dies aber geschehen. Klaus Teuber ist nicht nur der Erfinder von Catan, nein er ist auch einer der bekanntesten Spieleautoren Deutschlands, der zahlreiche Spielepreise für seine Werke erhielt.

Schon sein damaliges Erstlingswerk Barbarossa erhielt 1988 den Kritikerpreis Spiel des Jahres und schon zwei Jahre später folgte für Adel verpflichtet die nächste Auszeichnung. 1995 erschien das erste Mal Catan.

Schon damals besaß das Spiel revolutionierende Spielideen. So konnten die Spieler untereinander mit ihren Rohstoffen handeln. Auch die taktischen Möglichkeiten waren vielfältig, nicht nur weil das Spielbrett immer wieder variierbar war, nein auch die Vorgehensweise der Spieler war sehr vielfältig.

Im Endergebnis wurde das Spiel allein im Erscheinungsjahr bereits 500.000 Mal verkauft und heutzutage liegen die Zahlen im zweistelligen Millionenbereich. Davon träumt wohl jeder Spieleautor und Klaus Teuber hat seinen Traum damit wahr gemacht.

Das Spiel

Neu an dem Spiel sind die Kontore, denn Städte und Siedlungen gibt es nicht mehr. Auf dem Spielfeld wurde Europa abgebildet. Dabei sollte man erst einmal mit dem Einstiegsspiel beginnen, ehe man sich an die komplexere Variante wagt.

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Aus den Landschaften um die Kontore bezieht man wie gewohnt seine Einkünfte (Rohstoffe). Um ein Kontor zu errichten, muss man einen Händler anwerben, der dann im Kontor sesshaft wird.

Ziel des Spiels ist es, die Handelsware mittels Handelskarren zu anderen Kontoren der anderen Spieler zu transportieren.

Aber dies ist auch nicht so einfach, denn der Transport kostet und das Problem ist, dass jedes Kontor nur eine Handelsware aufnehmen kann, so dass man zielgerichtet vorgehen muss und dabei immer die Gegenspieler im Auge behalten muss.

Wer als erstes seine Handelsware verbraucht hat, hat das Spiel gewonnen.

Dies klingt im ersten Moment relativ einfach, ist es auch, aber das Spiel hat es in sich.

Jeder Spielzug besteht aus einer Ertragsphase und einer Aktionsphase. Das Würfelergebnis bestimmt, welche Rohstoffe die Spieler erhalten oder ob der Räuber (bei einer Sieben) versetzt werden kann.

Im Anschluss kann der Spieler in die Aktionsphase wechseln. Dabei kann man wieder mit seinen Mitspielern handeln und Rohstoffe tauschen. Und man kann hier seinen Händler versetzen, Kontore bauen oder Handelswege erschließen und den Handelskarren bewegen.

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Voraussetzung, man besitzt die notwendigen Rohstoffe und man besitzt genügend Gold.

Wie in altbewährter Weise kann der jeweilige Spieler auch hier eine Aktionskarte ausspielen.

Fazit

Die Regeln sind verständlich, vor allem, weil die Macher viele der Spielzüge auch noch einmal grafisch dargestellt haben, so dass diese dadurch fast selbsterklärend sind.

Das Grundprinzip von Catan wurde beibehalten, man hat es aber gewissermaßen aufgebohrt, so dass vor allem Taktiker hier ihr wahres Vergnügen haben werden, denn hier bietet das Spiel zahlreiche Möglichkeiten.

Gerade weil man immer wieder seine Gegenspieler im Auge behalten muss, denn die Handelswege hat man ja schließlich nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung.

Bei Catan – Aufbruch der Händler handelt es sich um eine leicht abgewandelte Adaption des erfolgreichen US-Catan-Spiels „Trails to Rails“ auf Europa.

Das Spielkonzept wurde hierbei originalgetreu übertragen, das Spielgefühl ändert sich jedoch, da die US-typische Ost-West-Bewegung einem zentralen Start auf der Europa-Karte mit Ausbreitung in alle Richtungen weichen musste.

Geniales Spielprinzip, welches nicht nur Catanliebhaber begeistern wird.

  • Alter: ab 12 Jahren
  • Spieler 3-4
  • Spieldauer ca. 60-120 Minuten
  • Verlag: Kosmos

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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