Nein! Ich möchte keine Kaffeefahrt!

Nein Ich moechte keine Kaffeefahrt von Virginia Ironside/ Bild Der Hörverlag

Virginia Ironside ist Journalistin und hatte bereits in den Sechzigern Rockmusik-Kolumnen für die „Daily Mail“ geschrieben. Später war es auch schon einmal der Kummerkasten der Frauenzeitschrift Woman.

Bekannt geworden ist sie durch ihre beiden Bücher, „Nein! Ich will keinen Seniorenteller“ und „Nein! Ich geh nicht zum Seniorentreff!“.

Marie Sharp, 67 Jahre hat nach dem etwas feuchtfröhlichen Silvesterabend beschlossen, wieder ein Tagebuch zu schreiben.

Hierzu nutzt sie den Laptop, den sie geschenkt bekommen hatte, denn ihr macht es überhaupt nichts aus, Neues auszuprobieren und wenn andere mit einem Computer arbeiten, warum nicht auch sie.

Und nach diesem berüchtigten Abend hatte sie auch eine Liste verfasst, mit all den Dingen, die sie noch in diesem Jahr machen will, denn man wird ja schließlich nicht jünger.

Malen, ja das steht ganz oben auf ihrer Liste und das Gesicht ein wenig straffen lassen, schließlich besitzt sie zwei Bilder, die eventuell das Geld dafür bringen.

Aber schon nach einem ersten Gespräch mit einem Schönheitschirurgen hat sie so ihre Zweifel, denn der wollte gleich eine rundum Erneuerung starten.

Aber das Alter birgt auch noch entsprechende Risiken, denn ihre Jugendliebe Archie ist an Alzheimer erkrankt und sie stellt den langsamen Verfall ihrer Jugendliebe dar. Der Verfall wird sehr radikal dargestellt, schließlich ist die Krankheit bei ihrer Jugendliebe voll ausgebrochen, so dass nur noch ein Heim in Frage kommt.

Und wenn es schon einmal dick kommt, kommt immer noch etwas dazu, in dem Fall zieht ihr Sohn mit Familie in die USA, so dass sie ihren geliebten Enkel wahrscheinlich nicht wiedersehen wird, obwohl man sich verspricht, sich regelmäßig zu besuchen. Aber London New York ist halt kein Katzensprung, wenn man Realist ist.

Nein Ich moechte keine Kaffeefahrt von Virginia Ironside/ Bild Der Hörverlag

Die Geschichte ist auch in Form eines Tagebuches verfasst wurden, dabei hat man das Gefühl, dass die Geschichte der Miss Sharp zutiefst autobiographisch geschrieben wurde.

Fazit

Geschichten über das Altern sind relativ rar und dazu gehört auch etwas Mut. Ob man mit der Geschichte die Menschen ab 60 plus erreichen will, ist fraglich, denn wer will ständig einen Spiegel vorgehalten bekommen, dass es hier und da zwickt.

Nein, es ist eher eine Ode an das Alter, denn Marie Sharp wird mit Würde alt, auch wenn die Geschichte ziemlich weich daherkommt und vom Stil her sich wesentlich von der Maße abhebt.

Aber hier ist ja noch Hannelore Hoger, die mit ihrer Stimme und ihrer schauspielerischen Erfahrung dem Ganzen richtig Leben einhaucht.

  • Gelesen von Hannelore Hoger
  • Verlag: der Hörverlag
  • Autorin: Virginia Ironside

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