Lernen als Erlebnis

Bild Hasbro

Mit dem Schulbeginn sind Eltern wieder verstärkt auf der Suche nach passenden Lernmaterialien für ihr Kind und werden immer häufiger auch digital fündig:

Denn zunehmend dienen Computer- und Videospiele oder Apps nicht nur zur Unterhaltung, sondern vermitteln auch Wissen.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“, der Medienratgeber für Familien rät Eltern diese gut auszuwählen, um nachhaltige Lernerfolge zu erzielen.

Games können je nach Inhalt und Maß positive Effekte haben, etwa auf die Reaktionsschnelligkeit und Kombinationsfähigkeit, aber auch die Frustrationstoleranz und Erfolgsmotivation.

Zudem gibt es immer mehr Angebote, die Spielen und Lernen eng miteinander verbinden.

Diese digitalen Lernspiele umfassen neben klassischer Lernsoftware auch „Serious Games“.

Diese vermitteln Wissen, indem sie in realistischen Spielszenarien auf Themen wie Klimawandel, Armut oder Krankheiten aufmerksam machen.

Auch wenn diese Inhalte und der Zweck des Spiels einen ernsten Hintergrund haben, sollte der Spielspaß nicht zu kurz kommen. So erleben Kinder und Jugendliche Situationen hautnah mit, können ihren Ausgang beeinflussen und verinnerlichen beiläufig Inhalte: Lernen wird spielend zum Erlebnis.

Je interaktiver, desto nachhaltiger
„Eine spielerische Herangehensweise an Lerninhalte hilft Kindern, Prozesse und Zusammenhänge besser zu verstehen und zu verinnerlichen. Je interaktiver das Lernspiel, desto nachhaltiger der Lernerfolg“, meint Kristin Langer, Mediencoach von „SCHAU HIN!“.

So schaffen gute Lernspiele, Hemmungen von Schülern zu beseitigen und helfen aus Lernsackgassen heraus. Idealerweise vermittelt das Spiel nicht nur Faktenwissen, sondern auch methodische Kompetenzen, zum Beispiel wie man forscht oder recherchiert und Quellenangaben prüft.

Viele Spiele lassen sich zudem über Editoren oder ähnliche Tools an eigene Bedürfnisse anpassen und selbstständig erweitern.

Spiele gemeinsam prüfen
Lernspiele gibt es nicht nur für den Computer, sondern auch online, als App oder für die Konsole. Die Auswahl fällt da oft schwer. Doch wichtiger als das Trägermedium ist vor allem der Inhalt. „Das Spiel soll die Neugier von Kindern und Jugendlichen fördern, aber nicht überfordern“, betont Kristin Langer.

Begleiten Eltern ihr Kind bei diesen Spielen, können sie leichter entdecken, wo es tatsächlich hapert, gemeinsam über die Eindrücke sprechen, weitere Informationsquellen nennen und damit die Inhalte vertiefen und zu einem selbstbestimmten Lernen anregen.

Gute Lernspiele sind kindgerecht gestaltet, intuitiv zu bedienen, entsprechen den Lernzielen des Kindes, berücksichtigen seine Lernfortschritte und bieten dabei regelmäßig Erfolgserlebnisse. Eine gute Verbindung von Unterhaltung und Bildung begeistern Spieler dauerhaft für ein Thema.

Kooperationen oder Wettbewerbe in Multiplayer-Spielen oder die Bildung von Teams für verschiedene Aufgaben sind gute Möglichkeiten, um den Wissensaustausch zu stimulieren.

Handreichungen oder Links zu Nachschlageseiten können das Spiel inhaltlich ergänzen.

Medien als gute Ergänzung nutzen
Dienen Spiele der Bildung des Kindes, ist zu empfehlen, dass Eltern diese nicht auf die vereinbarte freie Zeit für die Mediennutzung anrechnen. Generell ist jedoch bei Grundschulkindern eine Stunde Mediennutzung pro Tag genug.

Das digitale Lernen ist immer nur als Ergänzung und nicht als Ersatz klassischer Bildungsangebote zu verstehen und sollte andere Freizeitbeschäftigungen nicht verdrängen. Schließlich wollen Schulkinder Tiere oder Pflanzen nicht nur am Monitor kennenlernen, sondern auch bei einem Waldspaziergang oder einem Zoobesuch direkt erleben und erlernen.

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Wilfried Just
Über Wilfried Just 4181 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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