Helene Sommerfeld – Die Ärztin: Das Licht der Welt

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Ricarda ist die Tochter des Gärtners und sie lebt mit ihrer Familie am Schloss Freystetten. Somit wäre ihr Leben 1876 schon vorgezeichnet, denn ein Kind eines Bediensteten würde auch nur Köchin oder Putzfrau werden.

Vor allem müssen in dieser Zeit die Kinder schon mit 8 Jahren wie Erwachsene arbeiten.

Aber das Schicksal meint es gut mit ihr, denn sie hat im Winter beim Schlittschuhfahren die Tochter des Grafen gerettet. Diese ist ins Eis eingebrochen.

Die Schwester von Ricarda kam beim Rettungsversuch ums Leben. Aus Dankbarkeit beschloss der Graf, dieses junge Mädchen zu fördern. Ricarda fiel dabei schon immer durch ihre Wissbegierigkeit auf.

Auf dem Schloss hielt sich auch immer wieder die Komtess Henriette auf, die im Ausland als Ärztin ausgebildet wurde.

Schon bei der Behandlung der Tochter des Grafens fiel sie durch ihre geschickten Fragestellungen der Komtess auf. Aber als es der Mutter von Ricarda immer schlechter ging, hat diese der Komtess einen Brief geschickt. Natürlich kam die Komtess und behandelte diese. Dabei entschloss sie sich, Ricarda mit nach Berlin zu nehmen.

Im Domizil der Komtess treffen sich regelmäßig wichtige Damen der Gesellschaft, die dafür kämpfen, dass Frauen Berufe wie Ärztin oder Lehrerin ausüben können, denn dieses war in dieser Zeit gesellschaftlich nicht üblich. So bekam Ricarda die Möglichkeit, die Schule zu besuchen.

Sie fällt hierbei auf, denn sie ist sehr zielstrebig und so darf sie schon sehr früh der Komtess bei den kleinen Eingriffen assistieren. Beim ersten Mal muss sie sich dabei übergeben, aber durch die Führung der Komtess wird sie hierbei abgehärtet.

Da sie immer wieder auf dem Weg zur Schule durch das Armenviertel der Stadt muss, sieht sie Kinder und Frauen, die sich nie eine Behandlung leisten können. Und so wächst in ihr der Wunsch heran, Ärztin zu werden, um sich so um diese Menschen zu kümmern.

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Aber Medizinstudium war für Frauen in dieser Zeit nicht möglich. Aber sie will kämpfen, nur eine Liebe macht es komplizierter, als man denkt.

Fazit

Hinter Helene Sommerfeld verbirgt sich ein Autorenpaar, welches hier den ersten Band eines Zweiteilers über die Geschichte von Ricarda Thomasius geschrieben hat. Es ist eine Zeit, in welcher Frauen immer noch keine Rechte besitzen.

Eigentlich standen ihnen nur zwei Aufgaben zu, Kinder zu gebären und den Haushalt zu führen. Auch wenn wir diese Zeit hinter uns haben, sollte man sich dies immer vor Augen führen, denn bestimmte politische Strömungen arbeiten daran, die Zeit zurück zu drehen. Da Frauen damals keine Medizin studieren konnten, musste Ricarda nach Zürich gehen und das zeigt, wie zielstrebig diese junge Frau war.

Sehr einfühlsam wird diese Geschichte erzählt, die von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Vor allem liegt dies an Beate Rysopp, die eine warme und gefühlvolle Stimme hat, dadurch hat man ein intensives Hörerlebnis, so dass man gar nicht aufhören will, dieser Geschichte zu lauschen.

  • Verlag Audiobuch
  • Autorin Helene Sommerfeld
  • Sprecherin Beate Rysopp

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.