Die zweifelhafte Welt der Märchen

...ein Krimispiel ab 16 Jahren

Bild Krimitotal

Vor vielen Jahren war Krimitotal unter den Spielern ein Geheimtipp und mittlerweile hat sich der Verlag aus Dresden zu einem großen Player in puncto Krimispiele entwickelt.

Viele Tausende haben sich schon an die Lösung so manchen Verbrechens herangewagt und gemeinsam viel Spaß gehabt, denn dieser steht im Vordergrund des Spielens.

Hierzu bekommt der Verlag auch regelmäßig Beweisfotos von den Spielern zugeschickt, die man sich dann auf der Website des Verlages ansehen kann. Zum Spieleabend werden die Freunde eingeladen und jeder bekommt somit schon im Vorfeld seine Rolle zu gewiesen und viele verkleiden sich, um so mit der Rolle eins zu werden.

Bei diesem Fall geht es ins Märchenreich. Opfer wurden die sieben Zwerge, nein kein Betriebsunfall im Bergwerk, nein ein heimtückisches Verbrechen ist passiert.

Natürlich gibt es auch einige Verdächtige, wie den Märchenprinzen, Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, das tapfere Schneiderlein, die Hexe oder auch die böse Stiefmutter. Sogar Schneewittchen steht auf der Fahndungsliste, war sie der Männer-WG etwa überdrüssig?

Klar, die Stiefmutter fällt sofort in das Verdachtsraster, denn wenn die Zwerge beseitigt sind, kommt sie sofort an Schneewittchen heran.

Nur einer kann den Fall lösen, der Kommissar, in dem Fall Frau Holle, schließlich hat sie von oben immer den besten Blick und bei der Pechmarie hatte sie ja auch sofort den richtigen Riecher bewiesen. Nun hatten die Spieler einige Zeit, sich darauf vorzubereiten, aber alle waren zur Verschwiegenheit aufgefordert, keiner durfte verraten, welche Rolle er inne hat.

Und da so ein Krimispiel Zeit braucht, hat man auch etwas Kulinarisches vorbereitet, schließlich kann man ja mit leerem Bauch noch böse werden und ein zweites Verbrechen wollen wir ja an diesem Abend verhindern.

Gespielt wird hierbei mehrere Runden lang und je nachdem, wie die Spieler in Form sind und sich mit ihren Rollen vertraut gemacht haben, kann das Ganze auch schon einmal vier Stunden dauern. Hier braucht man nicht stöhnen, denn die Spielzeit vergeht dabei wie im Fluge.

In aller Regel schlüpft der Gastgeber in die Rolle des Spielleiters. Nun kann es losgehen. Die erste Runde dient dazu, dass sich die einzelnen Spieler in ihrer Rolle vorstellen.

Und mit der zweiten Runde kommen die ersten Hinweise ins Spiel. Dies können Hinweise zur Rolle sein oder auch Hinweise zu anderen Personen. Jetzt kann die Show beginnen und es ist eine Show, schließlich will das Verbrechen geklärt werden.

Die Spieler können sich nun gegenseitig befragen, nur muss man die Wahrheit sagen und dabei immer die Hinweise beachten, die man vom Spielleiter bekommen hat. Der oder die einzige Mörder/in kann lügen, bis sich die Balken biegen.

Hat man als Spielleiter das Gefühl, dass alles gesagt ist, beginnt die dritte Runde, die bekannt ist für Fakten und Gerüchte, letzteres kann man ja auch als Fake News bezeichnen. Der Briefumschlag wird geöffnet und jeder zieht einen Zettel, nun kommt es darauf an, wie man es verkauft, denn schnell kann man die anderen auf den Holzweg führen.

Die Runden vier und fünf laufen wie die Runde zwei ab. Jetzt hat jeder genügend Material gesammelt, um die Anklage zu verfassen. Jeder, auch der Mörder, kann die Anklage erheben.

Wer die meisten Vorwürfe erhalten hat, wird von Frau Holle festgenommen. Aber ist das schon alles, nein, der Spielleiter öffnet nun das Lösungskuvert.

Lagen die Spieler richtig?

Fazit

Die Spiele aus dem Hause Meißner überzeugen durch ihr Konzept und die Abwechslung.

Dem Autorenteam ist es gelungen, die Charaktere der Personen so zu prägen, dass es immer wieder neue Verdachtsmomente, Wendungen und Situationen gibt, die das Spiel spannend bleiben lassen, wodurch jeder schnell in Tatverdacht kommen kann und die Suche nach dem Mörder erschwert wird.

Es kam, wie es kommen musste, die falsche Person wurde verhaftet, weil der Täter sehr geschickt den Verdacht von sich ablenken konnte. Der Krimiabend hatte Niveau, war lustig und unterhaltsam zugleich. Einziger Nachteil, alle Spiele können nur einmal gespielt werden.

Zahlreiche Tipps und Tricks sowie zusätzliches Spielmaterial stehen auf der Webseite http://www.krimitotal.de zur Verfügung.

In dem Fall sei noch darauf hingewiesen, dass dies kein Spiel für Kinder ist, auch wenn es sich hierbei um ein Märchenthema handelt, aber auch Eltern wollen nach einem anstrengenden Tag einfach mal Spaß haben.

Für Kinder hat der Verlag ein extra Kinderspiel entwickelt: Die Suche nach dem goldenen Schuh.

  • Ab 16 Jahre
  • Verlag Krimitotal

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