Valhalla Hills

Bild Kalypso

Wenngleich sich Valhalla Hills von dem Computerspielklassiker Die Siedler in einigen Bereichen unterscheidet, die Gemeinsamkeiten sind schon ziemlich auffallend.

Das liegt vermutlich auch daran, dass die damals an Die Siedler 2 beteiligten Entwickler auch bei diesem Spiel Einfluss genommen haben – und das nicht unbedingt zum Schaden von Valhalla Hills.

Spielinhalt
Die Aufmachung erinnert stark an den eingangs erwähnten PC-Spiel Klassiker der 90er. Der Spieler landet mit seinen Wikingern irgendwo im Nirgendwo und muss seinen Weg nach Walhalla finden.

Um im legendären Nordmann-Paradies zu enden, muss der Spieler ein Portal erreichen und anschließend durchgehen.

Dummerweise wird dieser Durchgang – mehr oder minder schwer – bewacht. Um das Hindernis zu überwinden sind entweder ausreichend Soldaten oder ein Altar mit entsprechenden Opfergaben notwendig.

Unabhängig davon wie man jene Bewacher ausschaltet, eine gesunde Wirtschaft ist das Rückgrat jedweder Überlegungen. Was am Anfang noch recht schnell geht (Holzfäller, Fischer, Steinmetz und Co. machen es möglich), wird im Spielverlauf zusehend schwieriger und komplexer.

Die Transportwege müssen abgestimmt werden und auch die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner gilt es zu beachten, um einer vorzeitigen Dezimierung beziehungsweise Wirtschaftsproblemen zu entgehen.

Kritik
Das Spiel ist nett anzuschauen und erinnert nicht nur mit Blick auf die Spielmechanik an Die Siedler-Reihe. Die witzigen Spielcharaktere sowie die Anforderungen eines komplexen Wirtschaftskreislaufes sind eine regelrechte Reminiszenz an eine verloren geglaubte Computerspiel-Ära.

Obwohl der erste Eindruck durchaus positiv ist, so gibt es dennoch einiges an Verbesserungspotenzial: Sowohl die Grafik als auch Story und Spielmechanik könnten das eine oder andere Upgrade vertragen.

Eine erste Schwäche ist die doch ein wenig grobschlächtige Grafik. Zugegebenermaßen sind die audiovisuellen Anforderungen bei einem Aufbaustrategiespiel andere als beispielsweise bei einem Ego-Shooter, aber selbst für die vergleichsweise geringen Anforderungen des Genres wirkt die Aufmachung ein klein wenig altbacken und detailarm. Die Qualitäten der angekündigten Unreal Engine 4 sind jedenfalls nicht zu erkennen.

Auch die Story hätte ein wenig mehr Input vertragen können. Zwar kann man durch die unterschiedlichen Aufbauerfolge neue Möglichkeiten und Gebäude freischalten, welche in den kommenden Level den Handlungsspielraum vergrößern, aber ein wirklich roter Faden in der Geschichte ist kaum zu erkennen.

Sicherlich, der Weg soll nach Walhalla führen, aber ein wenig mehr Inhalt hätte es schon sein können als das bloße Bewältigen der verschiedenen Level.

Der dritte Schwachpunkt ist die Spielmechanik selbst. Obgleich die höheren Level tatsächlich schwierig zu bewältigen sind und das Spieldesign enorme Herausforderungen bietet, hätte der Einbau eines oder mehrerer Spielgegner enorme Vorteile gehabt.

Der Aufbau der eigenen Wikingerzivilisation geht mehr oder minder ungehindert vonstatten, ein intelligenter Gegner hätte hingegen den Wettbewerbscharakter gestärkt und schnellere Entscheidungen gefordert.

Fazit

Das Spiel hat uns im Grunde sehr gut gefallen, als Preview jedenfalls gibt es kaum Anlass zur ernsthaften Kritik: Die Anleihen an Die Siedler-Reihe sind überaus gelungen, wenngleich noch reichlich “Luft nach oben” ist.

Sofern die Entwickler noch ein wenig an der einen oder anderen Stellschraube drehen, hat das Spiel Potenzial, einer der Toptitel des Jahres für das Aufbaugenre zu werden.

Im Grunde ist das Valhalla Hills all jenen zu empfehlen, die sich nach dem Strategie- und Aufbauspielklassiker sehnen und sich diese im neuen Gewand zurückwünschen. Aber auch Neulinge im Aufbaugenre werden an diesem Spiel ihre Freude haben, das, was wir gesehen haben, ist jedenfalls vielversprechend.

Das Spiel ist ab einem Alter von 12-14 Jahren gut spielbar und dürfte auch auf etwas älteren Rechnern gut spielbar sein.

Und eine gute Nachricht für Linux und Mac-Besitzer gibt’s noch obendrauf: Auch für diese Systeme wird das Spiel verfügbar sein. (S.Ziegler)

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.