Angesagt – Gina Mayer

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Sehr geehrte Frau Gina Mayer,
Sie sind als Autorin tätig. Aus Ihrer Feder stammt unter anderem die Reihe „Pferdeflüsterer-Academy“.

Die Redaktion: Können Sie sich selbst bitte mal kurz vorstellen, für diejenigen, die Sie noch nicht kennen?

Gina Mayer: Ich schreibe Bücher für alle möglichen Leute, lebe in Düsseldorf, habe einen Mann, zwei verwilderte Kinder und einen netten Garten. Ach nee, andersrum.

Die Redaktion: „Pferdeflüsterer-Academy“, um was geht es in dieser Geschichte?

Gina Mayer: Um ein Elite-Internat für Nachwuchsreiter in Kanada, in dem eine neue Klasse eingerichtet wird: Das sind die Pferdeflüsterer.

Die Redaktion: Wie sind Sie auf die Idee für diese Reihe gekommen?

Gina Mayer: Ich habe einmal eine echte Pferdeflüsterin in Aktion erlebt und war fasziniert, wie sie es geschafft hat, eine nervöse Stute zu beruhigen. Ganz ohne Worte, nur durch Bewegungen, Gesten, ihre Körperhaltung. Ich wollte mehr über das Thema wissen – und hab angefangen zu recherchieren. Und plötzlich war die Snowfields Academy in meinem Kopf.

Die Redaktion: Was sind Ihre Beweggründe, Kinderbücher zu schreiben und zu gestalten?

Gina Mayer: Ich liebe Geschichten.

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Die Redaktion: Woher nehmen Sie all diese Ideen, um diese Kinderbücher zu schreiben? Man hat das Gefühl, dass Sie nur so aus dem Vollen schöpfen können. Wie schafft man so etwas?

Gina Mayer: Eigentlich kommen die Ideen eher auf mich. Sie fliegen mich an – im Garten, im Schwimmbad, beim Spazierengehen oder Zugfahren. Die meisten schüttele ich ziemlich schnell wieder ab, aber andere sind echt hartnäckig und verfolgen mich über Jahre.

Irgendwann schau ich sie mir dann genauer an und dreh sie hin und her und überlege, was man damit machen kann. Und manchmal wird dann ein Buch draus.

Die Redaktion: Wir sind ein Kinderspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen, weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen zu Hause gespielt?

Gina Mayer: Wir haben viel Gaigel gespielt. Das ist ein schwäbisches Kartenspiel – ein bisschen wie Sechsundsechzig, sagt Wikipedia (keine Ahnung, was Sechsundsechzig ist). Man spielt es zu viert, wir waren leider zu fünft, einer musste immer zugucken.

Aber man kann auch beim Zuschauen schummeln. Tolles Spiel.

Die Redaktion: Was war Ihnen dabei wichtig, wenn Sie mit Ihren Eltern oder Geschwistern gespielt haben?

Gina Mayer: Dass alle Spaß haben und am Ende ich gewinne.

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Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Gina Mayer: Keine Persönlichkeiten aus der Geschichte. Ich würde gerne noch mal mit meiner Mama Scrabble spielen. Aber sie ist leider letztes Jahr gestorben.

Die Redaktion: Welches Spiel spielen Sie am liebsten? Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Gina Mayer: Ich spiele immer noch gerne Gaigel. Aber das kennt ja keiner. Und die Regeln sind sehr komplex. Also spiele ich so gut wie nie.

Die Redaktion: Schummeln Sie auch gern mal im Spiel?

Gina Mayer: Immer.

Die Redaktion: Könnten Sie sich vorstellen, auch selber mal ein Spiel zu erfinden?

Gina Mayer: Nein, ich stelle mir das furchtbar kompliziert vor.

Die Redaktion: Welches Spielthema würde Sie dann reizen?

Gina Mayer: Meine Kinder spielen manchmal Rollenspiele. Ich hab immer noch nicht genau verstanden, wie das funktioniert, aber es klingt sehr spannend. Ich glaube, Rollenspiele zu entwickeln, ist ein bisschen wie Bücherschreiben. Man muss eine ganze Welt erfinden.

Die Redaktion: Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften, was wäre das?

Gina Mayer: Ich würde den Klimawandel stoppen. Nur wie? Aber das war ja zum Glück nicht die Frage.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Gina Mayer : Ach, ich hab aufgehört zu planen. Kommt ja doch immer alles anders.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.