Angesagt – Jesse Schwarz

Bild Jesse Schwarz

Sehr geehrte Frau Jesse Schwarz,
Sie sind in Österreich als Moderatorin, Journalistin und Autorin tätig. Nun haben Sie Ihr erstes Kinderbuch „Superpony Murphy – Ein Held auf vier Hufen“ (Verlag Edel:Kids Books) geschrieben.

Die Redaktion: Können Sie sich selbst bitte mal kurz vorstellen, für diejenigen, die Sie noch nicht kennen?

Jesse Schwarz: Ich bin 32 Jahre alt, komme aus Wien in Österreich und reagiere meist sehr emotional. Ich bin seit Kindheit ein ziemlicher Pferdefan und stehe auf Geschichten.

Das gilt sowohl für mein privates Leben als auch für meine Arbeit, egal ob TV, Radio oder so wie jetzt in Buch-Form.

Die Redaktion: „Superpony Murphy – Ein Held auf vier Hufen“, um was geht es in dieser Geschichte und wie sind Sie auf die Idee für diese Geschichte gekommen?

Jesse Schwarz: Mein Buch handelt von einem Außenseiter, der zum Helden wird. Es ist eine Geschichte über ein dickes geschecktes Pony, das aufgrund seiner Statur, der Farbe und seines Wesens von den edlen Turnierpferden nicht in ihrer Herde akzeptiert wird.

Da es von Murphy aber der größte Wunsch ist, Freunde um sich zu haben, beschließt er, sich nicht bei den arroganten Pferden einzuschleimen, sondern sich stattdessen seine eigene Gruppe zu suchen und zu finden.

Man kann die Geschichte auch ein wenig gesellschaftskritisch verstehen.

Die Redaktion: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kinderbücher zu schreiben und zu gestalten?

Jesse Schwarz: Rückblickend war das sicher eine Mischung aus Zeit haben, nicht ausgelastet sein und einer teuren Tierarztrechnung. Ich habe mich seit Kindheit immer schon sehr in Pferde einfühlen können. Also startete ich meinen aller ersten Text. Dass der Text tatsächlich verlegt wird, daran traute ich mich nicht einmal zu denken….

Die Redaktion: Wie viel Zeit verbringen Sie mit Ihrem eigenen Pony?

Jesse Schwarz: Der Stall liegt 15 Minuten entfernt von meinem Haus. Dementsprechend bin ich in jeder freien Minute bei ihm. Es gibt für mich kaum Schöneres, als mit meinem Pony draußen in der Natur unterwegs zu sein.

Bild Verlag Edel:Kids Books

Die Redaktion: Was würden Sie jungen Menschen raten, die gerne selber mal mit dem Schreiben beginnen wollen?

Jesse Schwarz: Einfach tun und machen. Für mich selbst ist das Schreiben, so wie es das Spielen als Kind war. Ich tue ungezwungen das, wonach mir ist.

Ich erschaffe Charaktere und lasse mich dann von ihnen überraschen. Wenn man starke Figuren hat, passieren die Abenteuer, mit ein bisschen Vorstellungsvermögen und Phantasie, quasi von selber.

Die Redaktion: Wir sind ein Kinderspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen, weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen zu Hause gespielt?

Jesse Schwarz: Wenn Sie „klassische“ Spiele meinen, so habe ich mit meinen Eltern regelmäßig „Stadt, Land, Fluss“, „Schifferl versenken“ oder Kartenspiele gespielt. Auch Schach hat mich immer fasziniert. Am liebsten habe ich aber immer mit meinen Pferde-Figuren gespielt.

Da habe ich dann eigene Welten im Haus meiner Eltern gebaut, in denen jedes Zimmer eine Kulisse mit einem eigenen Handlungsstrang war. Meine Eltern haben da insofern mitgespielt, als sie sich das alles dann erklären und erzählen haben lassen. Ihnen ist auch zu verdanken, dass diese weitläufigen Aufbauten tagelang stehen bleiben durften und nicht immer gleich weggeräumt werden mussten.

Meine Mutter hat manche dieser Szenen so lustig gefunden, dass sie sie sogar fotografiert hat. Mit ihr gemeinsam haben meine Schwester und ich auch diverse Spieleutensilien dafür aus Salzteig angefertigt. Das waren dann zum Beispiel kleine Geburtstagstorten für die Pferde oder Äpfel, Bananen oder Spiele-Kuchen.

Die Redaktion: Was war Ihnen dabei wichtig, wenn Sie mit Ihren Eltern oder Geschwistern gespielt haben?

Jesse Schwarz: Mitsammen Spaß haben. Ein gemeinsames Ziel. Mir war Ehrlichkeit und Vertrauen immer sehr wichtig.

Das Spielen zeigt mehr über das eigene Leben, als den meisten Menschen bewusst ist.

Bild Jesse Schwarz

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Jesse Schwarz: Ich würde gerne mit unterschiedlichen Politikern gemeinsam an einem Tisch sitzen und spielen. Ich bin davon überzeugt, dass sich beim Spielen der wahre Charakter eines Menschen zeigt und auch was er alles tut, um an sein Ziel zu kommen.

Die Redaktion: Welches Spiel spielen Sie am liebsten? Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Jesse Schwarz: Ich liebe es heute kreativ zu sein. Ich glaube, die Kreativität ist mein „Spielen“ als Erwachsene. Ich liebe es z.B. mit der Sprache zu spielen, oder Wortspiele mit anderen Menschen. Ich mag alles, was mir ein Gefühl von Leichtigkeit gibt. Das ist meine Art, das innere Kind am Leben zu erhalten.

Die Redaktion: Schummeln Sie auch gern mal im Spiel?

Jesse Schwarz: Nein. Ich halte. Beim Spiel und im normalen Leben.

Die Redaktion: Könnten Sie sich vorstellen, auch selber mal ein Spiel zu erfinden?

Jesse Schwarz: Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Aber jede kreative Herausforderung kann mich reizen.

Die Redaktion: Welches Spielthema würde Sie dann reizen?

Jesse Schwarz: Selbstverwirklichung/ eine Traumfabrik für die Kids.

Die Redaktion: Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften, was wäre das?

Jesse Schwarz: Ich glaube, um für die Zukunft etwas verändern zu können, müssen wir an der Basis an den Rädern drehen. Ich würde gerne das Schulsystem auseinandernehmen und neu zusammensetzen. Lernen und Wissen kann so viel Spaß machen, wenn es spielend erfolgt.

Aber da ich weder Politikerin, noch Lehrerin bin, wird mich dazu kaum jemand um meine Ideen und Vorschläge fragen.

Das was ich kann und versuche, ist über den Weg der Geschichten Kindern die Freude am Lesen näherzubringen. In der Phantasie ist alles möglich.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Jesse Schwarz: Mir die Freiheit zu erlauben, spielend meinen Träumen weiter hinterher zu jagen. Dann fühle mich frei und als ob ich fliegen könnte.

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