Angesagt – Simon sagt

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Sehr geehrter Herr Simon sagt,
Sie machen Musik für Kinder. Und Ihr aktuelles Album trägt den witzigen Titel „Popcorn für alle!“. Sie wurden von Rolf Zuckowski entdeckt.

Was aber wenige wissen ist, dass Sie auch in einer Punkrockband spielen.

Die Redaktion: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Musik für Kinder zu machen?

Simon sagt: Das liegt daran, dass ich viel mit Kindern in meinem Job als Musiker und Gitarrenlehrer zu tun habe. Zum Beispiel schreibe ich im Gitarrenunterricht oft mit den Schülern zusammen Lieder, die wir dann auch in meinem Musikstudio aufnehmen.

Davon inspiriert habe ich dann angefangen, ein eigenes Kinderliederalbum zu schreiben – die Lieder konnte ich beim Gitarre unterrichten natürlich auch gleich austesten.

Das war sehr praktisch, weil ich gemerkt habe, wie gut sie funktionieren. Viele von meinen Gitarrenschülern haben übrigens auch auf dem Album mitgesungen!

Ich stelle mir immer vor, dass meine Lieder wie ein Animationsfilm sind; eigentlich sind sie für Kinder, aber es sind auch viele Witze für Erwachsene mit dabei.

Die Redaktion: Wie kam es dazu, dass Sie Rolf Zuckowski entdeckt hat? Und was hat sich seitdem für Sie verändert?

Simon sagt: Zwei Freunde von mir sind Musikalische Leiter von JUMUBS, einem Kinder- und Jugendmusiktheater in Braunschweig.

Dort spiele ich ab und an in der Begleitband Gitarre. Anlässlich Rolf Zuckowskis 40-jährigem Bühnenjubiläum hat JUMUBS für ihn ein komplett eigenes Musical geschrieben, mit seinen größten Hits und Rolf höchstpersönlich als Star auf der Bühne.

Zu der Zeit hatte ich ungefähr fünf Lieder meines Albums fertig und nach der letzten Aufführung habe ich Rolf gefragt, ob er nicht mal reinhören möchte. Das mochte er gern.

Zwei Tage später hat er mich dann angerufen und gesagt, wie sehr ihm die Lieder gefallen und ob er sie nicht seinem Musiklabel vorstellen kann.

Lange Rede, kurzer Sinn – er hat den Stein so richtig ins Rollen gebracht und aus meiner eigentlichen Juxidee hat sich seitdem Einiges entwickelt – mittlerweile habe ich einen Plattenvertrag, das Album ist veröffentlicht und ich darf ein Interview für das Kinderspielmagazin geben! Rolf steht mir nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite.

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Die Redaktion: Sie erzählen mit Ihren Texten und Ihrer Musik Geschichten, so wie in “Fahrrad”, “Mach den Computer aus” oder “Kotzbrocken”, die sich alle auf Ihrem aktuellen Album „Popcorn für alle“ befinden. Woher nehmen Sie die Ideen für diese Texte?

Simon sagt: Ich glaube der Grund, warum ich so gerne Kinderlieder schreibe, ist, dass man einfach Mut zu Blödsinn haben darf und eigentlich alles in ein Kinderlied verwandeln kann.

Das ist mein geheimes Motto, Mut zu Blödsinn. Sich einfach trauen, auch mal was Banales zu sagen, also etwas, wodurch die Welt nicht gleich besser wird.

Nicht alles im Leben ist eine Riesensache, aber wenn man genau hinguckt, ist doch alles ein wichtiges Ereignis, auch Aufstehen und Zähneputzen und Schnupfen.

Außerdem lese ich gern verrückte englische Kinderbücher wie von Roald Dahl oder Andy Stantons „Mr. Gum“- Reihe. Das sind richtige Quatschbücher von vorne bis hinten, fast keine Handlung, dafür umso mehr Fantasie und Blödsinn, das muss man erst einmal schaffen. Davon schneide ich mir gerne eine Scheibe ab.

Die Redaktion: Musikalisch sind Sie breit aufgestellt. Fließen hier die Erfahrungen aus der Rockmusik mit ein?

Simon sagt: Absolut. Die Energie aus der Rockmusik darf bei meinen Liedern nicht fehlen, auch wenn ich munter zwischen allen Genres der im weitesten Sinne Popmusik hin- und herspringe.

Die Redaktion: Welches musikalische Projekt werden Sie jetzt angehen?

Simon sagt: Ich habe eine tolle Band zusammengestellt und wir können es kaum erwarten, viele Konzerte zu spielen! Außerdem sammele ich bereits fleißig Ideen für Album Nummer 2.

Die Redaktion: Wir sind ja ein Spielmagazin für Familien. Wurde bei Ihnen zu Hause viel gespielt?

An was können Sie sich dabei erinnern? Was war Ihnen aus heutiger Sicht dabei wichtig? Und was haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt?

Simon sagt: Bei mir zu Hause wurde viel gespielt, insbesondere Klassiker aus der großen Spielesammlung wie „Mensch ärgere dich nicht“, aber auch Schach, Monopoly und das „Verrückte Labyrinth“. Über den Brettspielhorizont hinaus auch viele Sportspiele wie TippKick, Tischtennis, -fußball und -hockey.

Aus heutiger Sicht war mir dabei wichtig, etwas zusammen mit meinen Eltern, Geschwistern und Freunden zu unternehmen und den Olympischen Gedanken zu verinnerlichen – dabei sein ist alles!

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Die Redaktion: Was ist eigentlich Ihr Lieblingsspiel?

Simon sagt: Kniffel! Und auch die tolle Erweiterung Kniffel Extreme. Das kann ich stundenlang spielen und ich bin auch ziemlich schnell im Zusammenrechnen.

Die Redaktion: Was tun Sie, wenn Sie bei einem Spiel verlieren?

Simon sagt: Nochmal spielen – bis ich gewonnen habe!

Die Redaktion: Was wird aktuell bei Ihnen in der Familie gespielt?

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Simon sagt: Meistens spielen wir Doppelkopf, selbstverständlich ohne Neunen!

Die Redaktion: Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Simon sagt: „Dobble“, ein sehr schnelles Reaktionsspiel, bei dem man gleiche Symbole erkennen muss.

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Simon sagt: Joanne K. Rowling, die Autorin von Harry Potter. Ich bin Harry Potter-Fan und hätte einige Fragen. Stefan Raab, um den Konkurrenzkampf anzufeuern; außerdem ärgert er sich bestimmt ordentlich, wenn er verliert.

Und dann noch Dirk Nowitzki, der mit seiner grenzenlosen Entspanntheit die gute Atmosphäre am Tisch retten würde.

Die Redaktion: Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, auf unsere Fragen zu antworten.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.