Angesagt – Thomas Brezina

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Sehr geehrter Thomas Brezina,
Sie sind ein österreichischer Kinder- und Jugendbuchautor, Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent.

Sie sind vor allem durch Ihre Buchreihen Die Knickerbocker-Bande, Ein Fall für dich und das Tiger-Team sowie die Reihe Tom Turbo bekannt.

Die Redaktion: Nun erscheint die Knickerbockerbande im neuen Gewand. Was war der Anlass, dass Sie nun nach so vielen Jahren die Kultreihe fortsetzen?

Thomas Brezina: Die Knickerbocker Bande hat LeserInnen aller Altersklassen, was mich riesig freut.

Im Laufe der vergangenen 30 Jahre sind die Abenteuer in verschiedenen Ausgaben erschienen und immer von mir fortgesetzt worden.

Die neue Ausgabe ist wieder rot und stark, wie die Originalausgabe. Die Fälle haben – daran setze ich alles – die gleiche Spannung. Telefonzellen sind aber jetzt durch Handys ersetzt und die vier Freunde sind unterwegs mit Laptop und Tablet.

Die Redaktion: Um was geht es in den neuen Abenteuern „Die Nacht des T-Rex“?

Thomas Brezina: Ein Hund, der Poppi zuläuft, führt die Knickerbocker Bande zu einem rätselhaften Museum. Im Keller stoßen die vier Freunde auf Saurier, die sehr lebendig wirken. Das Museum birgt aber ein noch viel größeres Geheimnis, das dort versteckt wird.

Beim Besuch eines kleinen Privatmuseums in London ist mir dieser Fall eingefallen…

Die Redaktion: Muss man behutsam mit den neuen Geschichten als Autor umgehen, um nicht den „Kult“ zu zerstören, den Ihre Bücher erreicht haben?

Thomas Brezina: Spannung, überraschende Wendungen, der flotte und leicht lesbare Schreibstil, übernatürliche Ereignisse mit natürlicher Erklärung und einer überraschenden Lösung am Ende, dazu Freundschaft und Teamwork – das sind Dinge, die sich LeserInnen von früher und heute erwarten und sie werden sie immer finden.

Aber die technischen Möglichkeiten sind der heutigen Zeit angepasst. Alles andere wäre für LeserInnen von heute schwer verständlich.

Die Redaktion: Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Geschichten? Man könnte meinen, dass man nach so vielen Jahren schon alles geschrieben hat?

Thomas Brezina: Ich sammle ständig und überall Ideen. Dazu mache ich mir hunderte Notizen. Geschichten zu erfinden macht mir einfach riesige Freude und daher fällt mir ständig was ein.

Übrigens ist der Anfang fast immer der Titel. Er ist wie ein Stein, den man ins Wasser wirft und der viele Ringe bildet.

Die Redaktion: Sie sind auch als Botschafter für Unicef tätig? Wie sieht denn so ein Tag als Botschafter aus?

Thomas Brezina: Ein Unicef Botschafter setzt sich für Projekte und Anliegen von Unicef ein. Jeder tut das auf seine Weise. Ich erzähle in Interviews wie hier oder in Vorträgen von Unicef Projekten und wie sie das Leben von Kindern gerettet und verbessert haben.

Unicef ist eine lange Erfolgsgeschichte und heute müssen weniger Kinder arbeiten als früher und wesentlich sterben nicht mehr vor ihrem 5. Geburtstag. Das ist auch den Kinderrechten zu verdanken, für deren Umsetzung sich Unicef immer stark gemacht hat. Unterstützt die Arbeit von Unicef mit Spenden, das ist meine Bitte.

Die Redaktion: Die Welt hat sich so gewandelt und das nicht immer zum Guten. Hannes Wader hat einmal gesagt: Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass ich Zeit meines Lebens fast nichts anderes getan habe, als zu versuchen meine Jugendträume zu realisieren, dafür einiges auf mich zu nehmen und anderen zuzumuten.

Bin ich meist erfolgreich in der Umsetzung banaler Vorhaben, scheitere ich an ehrgeizigeren Traumzielen (wie z.B. die Welt zu retten). Mehr als nur einen Bruchteil seiner Träume zu verwirklichen ist ohnehin unmöglich. Niemand kann das. Es kommt nur darauf an, seine Träume auch im Scheitern nicht zu entwerten, geringzuschätzen und sich ihrer nicht als Hirngespinste zu schämen.“

Wie gehen Sie damit um, zu sehen, dass man im Großen und Ganzen leider nur Bruchteile und nicht das große Ganze ändern kann?

Thomas Brezina: Wer der Welt verändern will, der muss sich so verbessern, wie er die Welt gerne hätte. Die Arbeit an uns selbst ist das Wichtigste, denn dann können wir Menschen rund um uns Dinge und eine Atmosphäre geben, die wir in der Welt sehen wollen.

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Andere folgen vielleicht unserem Beispiel. Wenn wir nur das Leben eines einzigen Menschen in unserer Umgebung nachhaltig berühren konnten, halte ich das für wertvoller, als ein Leben lang Pläne zu Weltverbesserung geschmiedet zu haben.

Die Redaktion: Wir sind ein Kinderspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen, weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen zu Hause gespielt?

Thomas Brezina: Klassische Brettspiele und vor allem Monopoly. Bis heute eines meiner Lieblingsspiele. Spiele aller Art, gemeinsam mit Freunden oder den Eltern fördern Kinder und regen ihre Entwicklung an.

Die Redaktion: Was war Ihnen dabei wichtig, wenn Sie mit Ihren Eltern oder Geschwistern gespielt haben?

Thomas Brezina: Ich habe vor allem mit Freunden und Freundinnen gespielt, mit meinen Eltern habe ich anderes unternommen. Natürlich wollte ich gewinnen, ist doch klar. Lol. Aber ich habe spannende Spiele gemocht, wie eben Monopoly, wo so viel möglich ist.

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Thomas Brezina: Backgammon würde ich mit einigen gerne spielen. Z.B. mit Charles Dickens, meinem größten literarischen Vorbild.

Die Redaktion: Welches Spiel spielen Sie am liebsten? Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Thomas Brezina: Ich spiele Backgammon leidenschaftlich gerne.

Mit Freunden spiele ich keine Spiele. Aber mit meinen kleinen Neffen. Die bringen alles mögliche und ich habe viel Spaß, die verschiedenen Karten, Geschicklichkeits- und Brettspiele mit ihnen auszuprobieren.

Die Redaktion: Was schätzen Sie am gemeinsamen Spiel?

Thomas Brezina: Spaß und Entdeckung.

Die Redaktion: Könnten Sie sich vorstellen, auch selber mal ein Spiel zu erfinden?

Thomas Brezina: Ja, sehr gerne, da schwebt mir schon das eine oder andere vor.

Die Redaktion: Welches Spielthema würde Sie dann reizen?

Thomas Brezina: Alles, was mit Abenteuer, Geschicklichkeit und Überraschung zu tun hat, das den Entdeckungs- und Forscherdrang anregt.

Die Redaktion: Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften, was wäre das?

Thomas Brezina: Die Dummheit abschaffen.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Thomas Brezina: Neue Bücher für Kinder und Erwachsene, Ratgeber, eine neue TV-Sendung rund um Tricks und ein großes Theater Event

Website Autor http://www.thomasbrezina.com/

Verlag Joppy-Verlag http://www.joppy-verlag.at

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Wilfried Just
Über Wilfried Just 7146 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.