Angesagt – Maike Bollow

Bildrechte Bernd Brundert

Sehr geehrte Frau Maike Bollow,
Was war ihre Motivation Nobbi entstehen zu lassen?

Maike Bollow: Nobbi wurde von mir erfunden, als ich damals Schirmherrin für ein Projekt für krebskranke Kinder war .In dem Zusammenhang hatte ich von einem Kind gehört, das mich ganz besonders berührt hat.

Damals war mir klar, dass ich Kindern etwas an die Hand geben wollte, das ihnen in schwierigen Situationen Mut macht. Erst sollte es ein Bär werden, aber in Gesprächen mit Freunden, u.a. mit dem Regisseur Norbert Schulze jun., ist dann ein Hase mit dem Namen Nobbi daraus geworden. Dass es jetzt neben dem Plüschnobbi auch noch ein Buch mit meinem Mutmachhasen gibt, freut mich sehr und macht mich auch glücklich.

Die Redaktion: Haben Sie eine Lebensphilosophie, die Sie Kindern mit auf den Weg geben würden?

Maike Bollow: Mein Mann und ich haben keine eigenen Kinder und ich finde es schwer, jemandem eine Philosophie mit auf den Weg zu geben. Ich war Einzelkind und sehr oft alleine, vielleicht habe ich daher das Bedürfnis, Kindern Mut zu machen, auszusprechen oder aufzuschreiben, was sie bewegt, wenn sie Ängste haben.

Meine Idee vom Leben ist, dass man darüber spricht, was einen bewegt. Ich denke, dann können die Menschen um einen herum besser damit umgehen.

Ein Buch und das gemeinsame Lesen einer mutmachenden Geschichte ist eine wunderbare Möglichkeit, um über seine Ängste und Sorgen ins Gespräch zu kommen.

Die Redaktion: Um was geht es in dieser Geschichte?

Maike Bollow: Nobbi trifft in der Geschichte auf verschiedene Tiere, die aus unterschiedlichen Gründen Angst haben oder Mut brauchen. Der kleine Vogel Flatterpiep traut sich nicht zu fliegen, der Uhu hat Angst vor der Dunkelheit, weil er zu viele Gruselgeschichten gelesen hat und der pieksende Igel und der schnarchende Siebenschläfer trauen sich nicht, nach einem Streit wieder aufeinander zuzugehen.

Doch mit Nobbi, dem Mutmachhasen, an ihrer Seite finden sie Wege, wie sie ihre Ängste überwinden können und er macht ihnen Mut, über sich hinauszuwachsen. So einen guten Freund hätte ich auch manchmal gerne an meiner Seite gehabt.

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Die Redaktion: Haben Sie schon Reaktionen von Kindern auf Nobbi?

Maike Bollow: Wir haben schon ganz viele Reaktionen auf Nobbi. Seit 5 Jahren gibt es ihn ja schon als Plüschtier, aber jetzt ist endlich auch das Buch dazugekommen. Er ist schon mit den Menschen als Glücksbringer und Mutmachhase nach Neuseeland, Amerika, Russland, China gereist. Wir kennen z. B. einen Vater, der seiner 24 jährigen Tochter den Nobbi gekauft hat, als sie für ein Jahr nach Amerika gegangen ist. Eine Frau hat ihrem Patenkind Nobbi geschenkt, weil es Angst hatte, auf der Wasserrutsche in das Springbecken zu rutschen.

Am Abend haben sie den Zettel mit der Angst vor der Wasserrutsche in Nobbis Bauch gesteckt. Die Tante hat den Zettel nachts rausgenommen und das Kind wollte am nächsten Tag, als es gesehen hat, dass der Zettel weg war, unbedingt die Rutsche runter rutschen. Solche Geschichten machen mich glücklich. Ein anderes Kind, das eine Nierentransplantation bekommen sollte, durfte seinen Nobbi mit in den OP nehmen.

Die Operation ist zum Glück gut ausgegangen. Nobbi ist auch schon zu alten Menschen ins Hospiz mit gegangen, Lehrer haben ihn mit in die Schule genommen, um bei einem akuten Mobbing-Fall die Kinder zum Sprechen zu bewegen. Ich freue mich sehr, dass Nobbi weiterhin vielen jungen und alten Menschen Mut machen wird und Ihnen Unterstützung sein kann.

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Die Redaktion: Engagieren Sie sich für Charity Projekte?

Maike Bollow: Ich engagiere mich schon immer für Charity Projekte. Seitdem ich in Lüneburg bin, unterstütze ich die Kindertafel in Lüneburg. Ich unterstütze aber lieber im Stillen. Man muss nicht immer große Sachen machen, sondern oft sind es die kleinen Dinge, die etwas bewegen.

Die Redaktion: Was sind Ihre nächsten Projekte?

Maike Bollow: Ich habe einen kleinen Laden hier in Lüneburg und bin da sehr eingebunden, das macht mir sehr viel Spaß. Nächstes Jahr drehe ich neue Projekte und werde auch wieder Theater spielen . Gemeinsam mit Hugo Egon Balder, Jochen Busse und Réne Heinersdorff werden wir in Hamburg, Bonn, München, Berlin und auch in Lüneburg auftreten. Am 17.2. erfolgt die Ausstrahlung vom „Großstadtrevier“.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.