Mein Name ist Bond, James Bond oder geschüttelt und nicht gerührt. All diese markanten Sätze kennt man. Seit den 60er Jahren fasziniert diese Krimiserie Millionen von Menschen und daher ist es naheliegend, dass man dies jetzt auch selber und in diesem Fall interaktiv spielen kann.
Der Schriftsteller Ian Fleming hat diese Figur bereits 1952 entwickelt. Was wenige wissen, dass Ian Fleming im Zweiten Weltkrieg selber Geheimdienstangehöriger war.
Das Vorbild zur Romanfigur war wahrscheinlich der britische Marineoffizier Patrick Dalzel-Job, der zum damaligen Zeitraum sehr erfolgreich hinter den feindlichen Linien gearbeitet hatte. Den Namen Bond hatte der Autor vom Ornithologen James Bond übernommen.
Ob es daran lag, dass Ian Fleming selber begeisterter Vogelbeobachter war, kann man nicht mehr sagen, ist ja in dem Fall auch egal.
James Bond ist eine der ikonischsten Figuren der Popkultur.
Seit den 60er Jahren prägen seine Abenteuer Kino, Literatur und Videospiele – und mit 007 First Light wagt IO Interactive nun einen spannenden Schritt zurück zu den Wurzeln des Agenten.
Statt Martini und Weltrettung im großen Stil erleben wir hier die Frühphase eines jungen Bond, der noch weit davon entfernt ist, der souveräne Doppelnull Agent zu sein, den wir alle kennen.
Die Geschichte setzt nach Bonds Dienstzeit bei der Royal Navy ein. Mit 26 Jahren verlässt er die Marine im Rang eines Commanders und beginnt seine Ausbildung beim MI6.

Schon früh zeigt sich: Bond ist talentiert, aber ungestüm. Er eckt an, widerspricht Autoritäten und handelt impulsiv – Eigenschaften, die ihn ebenso in Schwierigkeiten bringen wie sie ihn für den Geheimdienst interessant machen.
Nach einer mutigen Aktion wird er für das neu gestartete Doppelnull Programm vorgeschlagen. Doch bevor er überhaupt richtig Fuß fassen kann, gerät eine Mission aus dem Ruder.
Gemeinsam mit seinem widerwilligen Mentor Greenway muss Bond eine Verschwörung aufdecken, die weit über den MI6 hinausreicht.
Die Geschichte ist eigenständig, aber klar von Ian Flemings Romanen inspiriert – inklusive eines Bonds, der optisch näher an der literarischen Vorlage liegt: schlank, braune Haare, blaue Augen, dezente Narbe.
007 First Light setzt stark auf Atmosphäre und Schauplatzwechsel – ein Markenzeichen der Reihe. Die Missionen führen dich:
• in verschneite Bergregionen
• in luxuriöse Hotels in der Slowakei
• an sonnige Strände Thailands
Diese Vielfalt sorgt für Abwechslung und verleiht der Geschichte filmische Größe. Kleine Verweise auf das Bond Universum sind überall zu finden: etwa der Aston Martin V8 Vantage, der an Timothy Daltons The Living Daylights erinnert, oder die Anlehnung an klassische Bond Schauplätze wie in The Man with the Golden Gun.
Der Fokus liegt auf Stealth, Beobachtung und taktischem Vorgehen – passend zu einem Bond, der noch lernt, was es heißt, Agent zu sein. Gleichzeitig zeigen sich seine Talente: präzise Analyse, schnelle Reaktionen und die ikonische Walther PPK, die hier ihren ersten Auftritt hat.
Die Mischung aus Ausbildungsszenen, Einsätzen und persönlichen Konflikten macht 007 First Light erzählerisch besonders. Bond ist verletzlich, impulsiv und noch weit entfernt vom unerschütterlichen Profi – genau das macht ihn interessant.
Fazit
007 First Light ist kein klassisches Bond Spektakel, sondern ein Charakterporträt. IO Interactive gelingt es, die Figur neu zu interpretieren, ohne ihre Wurzeln zu verlieren.
Die abwechslungsreichen Schauplätze, die dichte Atmosphäre und die Orientierung an Flemings Romanen verleihen dem Spiel eine eigene Identität.
Wer Bond einmal nicht als unfehlbaren Superagenten, sondern als jungen Rekruten erleben möchte, findet hier einen spannenden Einstieg in eine mögliche neue Ära der Bond Spiele.
Gerade für Eltern mit knappem Zeitbudget ist 007 First Light ideal. Das Spiel kommt ohne unnötige Fleißaufgaben aus und bietet kurze, fokussierte Missionen, die sich wunderbar zum Abschalten am Abend eignen.
USK 16