Die Charité: Hoffnung und Schicksal

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Die Charité, was so viel wie Barmherzigkeit bedeutet, ist das älteste Krankenhaus Berlins und eine der größten Universitätskliniken Europas.

Alles hatte einmal mit einem kleinen Pesthaus 1710 begonnen. 1795 wurde die Pépinière gegründet, wo Militärärzte eine Aus- und Weiterbildung erhielten. Heutzutage arbeiten an dieser Einrichtung mehr als 220 Professoren und 7000 Studenten.

Viele namhafte Persönlichkeiten und Nobelpreisträger hatte diese Einrichtung hervorgebracht. Unter anderem waren Rudolf Virchow und Hermann von Helmholtz Stipendiaten dieser Einrichtung.

So wird auch in den Geschichten auf Persönlichkeiten der Klinik zurückgegriffen. So unter anderem Johann Friedrich Dieffenbach. Dieser war nicht nur Professor sondern auch Lehrstuhlinhaber und Direktor der Chirurgie der Charité. Dieffenbach gilt als Wegbereiter der Transplantation sowie der plastischen Chirurgie.

Es geht in das Jahr 1831. In Europa wütet die Cholera, welche eine bakterielle Infektionskrankheit ist. In den großen Städten gibt es kaum ein ausgebautes Netz für Abwasser.

So wurde der Schmutz direkt in die Spree abgeleitet. Auch mit der Hygiene sieht es noch nicht so gut aus, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass diese Krankheit sich mehrfach ausbreiten konnte.

Preußen hatte alle Einreisen in das Land erschwert und hoffte so, dass sich die Krankheit nicht ausbreiten konnte.

Doch eines Tages wurden Professor Dieffenbach und sein Kollege durch eine Hebamme zu einem Schiff gerufen, auf welcher ein Mann grauenhafte Schmerzen erleiden musste. Zuerst wollte man den Mann zur Ader lassen, was angeblich bei fast allen Krankheiten helfen sollte.

Aber laut Dieffenbach hatte dieser Mann gefühlt kaum noch Blut im Körper. Alle Versuche, diesen Mann zu retten, schlugen fehl. So hatte man ihn in das alte Pesthaus verlegt, um ihn dort rechtsmedizinisch zu untersuchen. Und tatsächlich, es ist die Cholera. Kaum ist die Untersuchung vorbei, folgen weitere Fälle.

Das große Problem, keiner wusste vor diesem Zeitpunkt, wie sich die Krankheit überträgt. Neben der Schilderung, wie das Gesundheitssystem in Berlin aufgebaut ist, folgen die Hörer dem Schicksal der Hauptpersonen dieser Geschichte, wie der Hebamme Martha, die dann in der Klinik arbeitet, um ihrem Sohn eine Zukunft aufzubauen.

Oder auch die junge Diakonisse Elisabeth, die als Krankenwärter in der Klinik beginnt, die aber dabei nicht nur die Liebe zur Medizin für sich entdeckt.

Oder auch Professor Dieffenbach, um dessen Ehe es nicht sehr gutsteht. Seine Frau veranstaltet Empfänge und lädt dazu allerhand Persönlichkeiten der Stadt ein, nur ihr Mann interessiert sich hierfür kaum, denn in allererster Linie sieht er sich als Arzt und vergräbt sich in seine Arbeit.

Wenn man aber den Beschreibungen des Krankenhauses hört, erschaudert es einen. Die Menschen liegen regelrecht in Massen in den Zimmern. Hygiene ist kaum bekannt. Die Fäkalien werden in Eimern in den Zimmern gelassen.

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Der Gestank ist einfach eine Zumutung, aber viel schlimmer ist, dass auch die Wundversorgung nicht sonderlich erfolgreich ist.

Viele Menschen sterben schon sehr früh. Und auch die Narkose mit Äther war noch nicht entdeckt. Elisabeth kommen daher recht schnell Zweifel, ob die Ärzte den Patienten helfen können.

Und so wurde 1831 auch die Wärterschule, was man heutzutage mit Krankenschwester gleichsetzen kann, gegründet.

Nur wenig Geld haben sie erhalten. Was aber viel wichtiger war, sie haben im Krankenhaus gewohnt und wurden halt versorgt.

Fazit

In den Geschichten und Schicksalen erlebt der Hörer, wie man in dieser Zeit versucht hatte, Cholera, Diphtherie, Syphilis oder andere Krankheiten zu heilen.

Die Geschichte fesselt, vor allem weil es starke Persönlichkeiten gibt, die man begleitet. Es sind Frauen, die für die Sache kämpfen, nicht nur in der Medizin.

So kämpft die Hebamme Martha um ihren Sohn und dessen Zukunft, dass dieser trotz Behinderung eine Schule besuchen darf. Die Schilderung des Gesundheitssystems lässt einen das Blut in den Adern gefrieren und man kann froh sein, dass man in einer aufgeklärten Zeit lebt.

Operationen ohne Narkose, mangelhafte Hygiene und vieles mehr haben die Lebenserwartung drastisch verkürzt. In dieser Zeit kam eine Räucherfrau durch die Zimmer und das war alles, was man als Hygiene bezeichnen konnte.

Spannung pur, von der ersten bis zur letzten Sekunde, dieses bietet diese Geschichte, die Geschichte lebendig und bildhaft herüberbringt, wie kaum ein anderes Werk.

  • Autorin Ulrike Schweikert
  • Sprecher Beate Rysopp
  • Verlag Audiobuch

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