Angesagt – Lina Frisch

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Sehr geehrte Frau Lina Frisch,
Sie haben Ihren Debütroman „Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen? (Band 1)“ jetzt im Coppenrath Verlag veröffentlicht. Nebenbei studieren Sie Psychologie.

Die Redaktion: Und da man noch wenig über Sie weiß, würde ich Sie einfach bitten, sich kurz vorzustellen.

Lina Frisch: Mein Name ist Lina Frisch und ich bin 22 Jahre alt. Mein erstes Buch, Falling Skye, habe ich neben dem Studium geschrieben.

Mittlerweile studiere ich aber eher neben dem Schreiben, was mich sehr glücklich macht.

Ich habe es schon immer geliebt, Ideen zu entwickeln und aus ihnen Geschichten zu spinnen. Dass ich diese Herzensangelegenheit zu einem Beruf machen konnte, ist ein wahrgewordener Traum.

Die Redaktion: Wie kommt man von der Psychologie zum Schreiben?

Lina Frisch: Bei meinen ersten ernsthaften Schreibversuchen war ich elf Jahre alt – ich bin also eher vom Schreiben zur Psychologie gekommen!

In Deutschland gibt es kaum Studiengänge, die sich ausschließlich dem kreativen Schreiben widmen und ich habe mich auch bewusst dagegen entschieden, ein verwandtes Fach zu studieren. Meine „Ausbildung“ zur Autorin bestand aus dem Lesen unzähliger Bücher über Jahre hinweg und schließlich auch aus dem Austausch mit meiner Agentin und meinen Lektorinnen.

Zur Psychologie hat mich ein generelles Interesse am menschlichen Verhalten und Erleben gebracht, das glaube ich jeder Autor und jede Autorin besitzt. Außerdem ist das Studium eine riesige Inspirationsquelle, zumindest jetzt, wo ich die eher trockenen Statistikvorlesungen der ersten Semester hinter mich gebracht habe.

Die Redaktion: Können Sie uns bitte kurz verraten, um was es in dieser Geschichte geht?

Lina Frisch: Falling Skye ist ein Roman über eine junge Frau, die glaubt, ihren Platz in der Welt bereits gefunden zu haben – und dann herausfinden muss, dass sie seit Jahren auf der falschen Seite steht.

Skye kommt wie wir alle aus einer Welt, die von Diskriminierung, Populismus und impulsiven politischen Entscheidungen beherrscht wird. Umso begeisterter ist sie von der Kristallisierungsbewegung, die Amerika fünf Jahre vor dem Einsatz der Handlung zu den „Gläsernen Nationen“ gemacht hat.

Um Klarheit in unsichere Zeiten zu bringen, werden die Bürger der Gläsernen Nationen in Rationale und Emotionale eingeteilt – sozusagen in Kopfmenschen und Herzmenschen.

Die Idee ist, dass politische Skandale verhindert werden können und die Menschen allgemein glücklicher leben würden, wenn ihre private Umgebung, also zum Beispiel ihr Arbeitsplatz, ihrer Persönlichkeitsausrichtung entspräche.

Als meine 16-Jährige Protagonistin Skye zur Testung einberufen wird, beginnt sie jedoch schnell, an diesem neuen System zu zweifeln. Welchem Zweck dienen die verstörenden Prüfungen wirklich?
Wer ist der mysteriöse Testleiter, der Skye zu warnen versucht?

Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen?

Bald muss Skye zu ihrem Horror erkennen, dass hinter der Einteilung in Rationale und Emotionale noch etwas völlig anderes steckt, als sie und die gesamte Welt geglaubt haben…

Bild Coppenrath

Die Redaktion: Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Geschichte?

Lina Frisch: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal träume ich Buchideen (von denen die Hälfte am nächsten Morgen nicht mehr annähernd so vielversprechend klingt, wie um drei Uhr nachts). Oft fallen mir Dinge aber auch in den einfachsten Situationen ein – beim Einkaufen, im Kino oder in der Uni.

Es passiert nicht selten, dass ich mitten in der Fußgängerzone stehenbleibe, um etwas in meine Diktier-App zu sprechen.

Allerdings muss man unterscheiden zwischen der Grundidee, dem Prozess, eine komplette Story zu entwickeln, was sehr strategische Arbeit ist, und den „kleineren“ Ideen zur Geschichte, die erst im Laufe des Schreibprozesses kommen. Wenn ich meine Charaktere schon kenne, muss ich gar nicht mehr aktiv Ideen entwickeln.

Es fühlt sich dann eher so an, als würde sich in meinem Kopf ein Film abspielen.

Die Redaktion: Haben die aktuellen politischen Ereignisse in der Welt Einfluss auf Ihre Geschichte gehabt?

Lina Frisch: Definitiv. Wir leben in einer Zeit der globalen Krisen, was die Menschen verständlicherweise unsicher macht. Aber diese Unsicherheit ist leider ein perfekter Nährboden für einfache Versprechen und extreme Bewegungen.

Falling Skye ist nicht nur ein spannendes Jugendbuch, sondern auch eine Warnung. Besonders in Zeiten wie der heutigen ist es wichtig, zu hinterfragen und nicht still hinzunehmen. Denn jeder von uns hat eine Stimme – wenn wir uns entscheiden, sie zu nutzen.

Die Redaktion: Wie viel von Skye, Ihrer Heldin, steckt in Ihnen selber?

Lina Frisch: Als ich Skyes Charakter entwickelt habe, war es mir wichtig, eine Figur zu schaffen, mit der meine Leser*innen sich identifizieren können. Skye ist alles andere als die geborene Heldin. Sie ist keine Auserwählte und noch nicht einmal besonders mutig.

Aber sie entscheidet sich, ihre Stimme zu nutzen. Ich hoffe sehr, dass ich ihr in diesem Aspekt ähnlich bin, aber ansonsten ist Skye ein völlig eigener Charakter, wie alle meine Figuren.

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Die Redaktion: Wir sind ein Kinderspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen (Brett- und Kartenspiele), weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen zu Hause gespielt?

Lina Frisch: Die typischen Kinderspiele wie Memory oder Sagaland. Im Urlaub haben wir oft Karten gespielt.

Die Redaktion: Was war Ihnen dabei wichtig, wenn Sie mit Ihren Eltern oder Geschwistern gespielt haben?

Lina Frisch: Die gemeinsame Zeit und die Unterhaltungen. Meine Freunde und ich veranstalten heute noch gerne Spieleabende, weil es einfach ein intensiveres Erlebnis ist, als zum Beispiel einen Film zu schauen.

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Lina Frisch: Ich würde alles dafür geben, um einmal meine Lieblingsautorin Joanne K. Rowling treffen zu können. Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich mich auch wahnsinnig gerne mit Emma Watson und Michelle Obama unterhalten, weil ich ihre Arbeit einfach furchtbar wichtig finde – und sie ziemlich bewundernswerte Powerfrauen sind.

Die Redaktion: Welches Spiel spielen Sie am liebsten? Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Lina Frisch: Am liebsten spiele ich Monopoly. Das haben wir in meiner Freundesgruppe aber abgeschafft, damit wir auch weiterhin Freunde bleiben. Meistens spielen wir ganz altmodisch Kartenspiele.

Die Redaktion: Schummeln Sie auch gern mal im Spiel?

Lina Frisch: Nein, dafür bin ich zu ehrlich. Entweder ich habe Glück, oder eben nicht.

Die Redaktion: Wenn Sie eine Sache auf der Welt verändern dürften, was wäre das?

Lina Frisch: Das Ungleichgewicht. In unserer Welt bekommt ein Teil der Menschen Chancen, die anderen verwehrt bleiben. Ich wünsche mir, dass es weder von dem Ort abhängen würde, an dem wir geboren sind, noch von unserem Geschlecht oder unserer Hautfarbe, welche Hürden uns im Leben erwarten und ob wir unsere Träume verwirklichen können.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Lina Frisch: Im Augenblick plane ich den zweiten Teil von Falling Skye, der auch in diesem Jahr erscheinen wird. Und danach hoffe ich, noch viele weitere Bücher zu schreiben. Ideen habe ich auf jeden Fall genug!

Infoecke

Das Buch – „Falling Skye“ erscheint Mitte Januar 2020!
Nach einer großen Katastrophe sind die USA zu den Gläsernen Nationen geworden. Endlich ist Schluss mit Diskriminierung, Populismus und impulsiven Entscheidungen! Die Menschen werden in Ratio oder Senso eingeteilt – und zu ihrem eigenen Schutz unterliegen die Emotionalen strengen Auflagen.

Als die 16-jährige Skye zu ihrer Testung einberufen wird, ist sie überzeugt, als mustergültige Rationale erkannt zu werden, der eine glänzende Zukunft bevorsteht. Doch die Prüfungen sind verstörend, und Skye fragt sich immer häufiger, welchem Zweck sie in Wahrheit dienen. Wer ist der mysteriöse Testleiter, der ihr auf Schritt und Tritt folgt? Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen? Zu ihrem Entsetzen muss Skye erkennen, wer in den Gläsernen Nationen den Preis für die neue Ordnung zahlen soll: sie selbst …

Verlagswebsite:
https://www.coppenrath.de

Website Autorin:
www.lina-frisch.de

Tipp

Über den Autor

Wilfried Just

Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.