Digitale Gesellschaft gestalten

Bild: JFF/Marko Junghänel

Teilnehmende aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen diskutieren beim Zukunftsforum „Digitale Gesellschaft gestalten“ Optionen und Perspektiven einer teilhabeorientierten Medienbildung | Transformationsprozesse müssen von Heranwachsenden maßgeblich mitgestaltet werden

„Digitalisierung, Datafizierung und der wachsende Einfluss von Algorithmen auf die Lebenswirklichkeit dürfen uns keinesfalls vom Grundsatz abbringen, dass Medienpädagogik und politische Bildung in der digitalen Gesellschaft zuvorderst und konsequent an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ansetzen“, so das Tagungsresümee von Kathrin Demmler, Direktorin des JFF – Institut für Medienpädagogik.

Das JFF hatte in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung, der Universität Siegen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg ein dreitägiges Zukunftsforum unter dem Titel „Digitale Gesellschaft gestalten“ initiiert und Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen aus Wissenschaft und Praxis der Bildungsarbeit nach Kassel eingeladen.

Die Initiative „Keine Bildung ohne Medien“ hatte die Tagung ebenfalls begleitet. Finanziert wurde diese Veranstaltung auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Projekts Digitales Deutschland, das das JFF in Zusammenarbeit mit der Universität Siegen und der PH Ludwigsburg durchführt.

Diskurs-Format mit Langzeitwirkung
Impulsvorträge von Prof. Dr. Dagmar Hoffmann (Universität Siegen) und Dr. Özgür Özvatan (Humboldt-Universität Berlin) hatten für die etwa 70 Teilnehmenden des Fachkongresses die Dimensionen und Handlungsperspektiven für die Bildungsarbeit in den kommenden Jahren entfaltet. Vor dem Hintergrund weitreichender und allumfassender Transformationsprozesse, die bereits heute alle Bereiche des (Zusammen-)Lebens umfassen, müssen sich verschiedenste Disziplinen gemeinschaftlich den Herausforderungen stellen.

Die anstehenden Aufgaben werden vor allem durch die Frage geprägt, welche Lösungen eine demokratische Gesellschaft auf die drängenden Fragen der jungen Generation bereitstellt. Hierzu zählen u.a. der Medienwandel selbst, Nachhaltigkeit, Klimakrise und Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse oder die Beseitigung von Benachteiligungen, Teilhabe an gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen bzw. die Berücksichtigung von Diversität bei der Gestaltung der Demokratie.

Hinweis
Die beiden Impulsvorträge, Initiativen aus der Medienpädagogik und der politischen Bildung sowie zehn Kurzstatements teilnehmender Expert*innen aus verschiedenen Fachrichtungen sind ab sofort über die Website der Tagung abrufbar. Damit soll der interdisziplinäre Dialog, der in Kassel angestoßen wurde, in den kommenden Monaten fortgeführt werden.

Partizipation ist der Schlüssel
Medienpädagogik und politische Bildung – Medienbildung – sind aufgerufen, die Transformationsprozesse der digitalen Gesellschaft mitzugestalten. Dabei müssen, so die Teilnehmenden, sowohl tradierte und erfolgreiche Konzepte der bisherigen Arbeit, z.B. eine durchgehende Subjektorientierung, als auch neue Ansätze und Formate zusammenfließen. Beide Disziplinen, darin zeigten sich alle Expert*innen während der Tagung einig, sind zwar Visionäre und Wegbereiter der digitalen Gesellschaft, müssen aber gleichzeitig stets eine Verbindung aus gesellschaftlicher Notwendigkeit und individuellen Bedürfnissen der Betroffenen herstellen.

„Die plurale Gesellschaft verlangt unweigerlich nach der Einbindung verschiedener Perspektiven. Einen Königsweg für die pädagogische Praxis kann eine solche Tagung nur bedingt liefern. Unser Fachkongress hat jedoch deutlich aufgezeigt, welche Akteur*innen nun unmittelbar gefordert sind, um anstehende Fragen unserer Gesellschaft zu lösen.

Medienpädagogik und politische Bildung werden ihre Ideen und Konzepte einbringen, um mit allen relevanten Partnern Szenarien emanzipatorisch gedachter Bildung und Teilhabe zu entwerfen und zu gestalten. Unsere Fächer haben die Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft verstanden und sind unverzichtbarer Teil des Weges zur digitalen Gesellschaft“, so Kathrin Demmler abschließend.

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