In den 1960er Jahren entdeckten viele Unternehmen das Brettspiel als Werbemittel – schließlich befand man sich mitten im Wirtschaftswunder, und Spiele galten als moderne, familienfreundliche Aufmerksamkeitsträger.
Auch die Firma Progress, bekannt für ihre Staubsauger, ließ ein eigenes Spiel produzieren.
Die Reise führt in den Orient, der damals als Sinnbild für Exotik und Wohlstand galt – nicht zuletzt wegen der berühmten Teppiche, die hier eine Rolle spielen. Mit einem Jeep geht es quer durch die Wüste, Start- und Zielpunkt ist Teheran.
Die beigelegten kleinen Fahrzeuge dienen dazu, das Land zu erkunden und die verschiedenen Stationen anzusteuern.
Die Aktionsfelder sind klar markiert, die Aufgaben direkt auf dem Spielplan vermerkt. Beim Material wurde allerdings etwas gespart: Der Plan ist recht dünn geraten. Inhaltlich überzeugt er jedoch mit einer thematisch stimmigen, überraschend detailreichen Gestaltung.
Gewürfelt wird klassisch – die Augenzahl bestimmt, wie viele Felder man vorzieht. Die Aktionsfelder greifen das Werbethema charmant auf: So müssen etwa Teppiche gereinigt werden. Insgesamt handelt es sich um ein typisches Laufspiel seiner Zeit.
Fazit
Ein Brettspiel, das eine Reise nach Teheran thematisiert, würde heute wohl kein Verlag mehr produzieren.
In den 60ern sah die Welt jedoch anders aus. Spielerisch war dieses Werbespiel absolut zeitgemäß und zudem erstaunlich ansprechend illustriert.
Progress Expedition ist heute eine echte Rarität – es existieren nur wenige erhaltene Exemplare und kaum dokumentierte Informationen. Gerade deshalb besitzt es einen besonderen historischen Reiz.