Rune Factory: Guardians of Azuma

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Mit Guardians of Azuma wagt die traditionsreiche Rune‑Factory‑Reihe einen mutigen Schritt: weg von den vertrauten, westlich angehauchten Fantasy-Landschaften und hinein in ein fernöstlich inspiriertes Reich, das von einer kosmischen Katastrophe heimgesucht wurde.

Der sogenannte „Himmlische Zerfall“ bildet nicht nur den erzählerischen Hintergrund, sondern prägt die gesamte Atmosphäre des Spiels – ein Land, dessen Runen versiegt sind, dessen Gottheiten verstummt und dessen Menschen jede Hoffnung verloren haben.

Inmitten dieser Trümmer beginnt die Reise der Spielenden: ein rätselhafter Traum von Drachen, eine Stimme, die zur Macht des Erdtänzers ruft, und zwei Protagonisten, deren Schicksale untrennbar miteinander verwoben sind.

Schon hier wird klar, dass Guardians of Azuma nicht einfach ein weiteres Kapitel der Reihe ist, sondern ein Neuanfang, der bekannte Elemente mit frischen Ideen verbindet.

Das Spiel kombiniert das klassische Action-RPG- und Life-Sim-Gameplay, für das Rune Factory seit Jahren geliebt wird, mit neuen Mechaniken: heilige Schätze als Waffen gegen die Fäule, der Wiederaufbau ganzer Dörfer statt einzelner Felder, saisonale Siedlungen voller kultureller Details und ein stärkerer Fokus auf Erkundung und Dynamik.

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Gleichzeitig bleiben vertraute Säulen bestehen – Landwirtschaft, Beziehungen, Festivals und das Gefühl, ein verwundetes Land Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken.

Diese Mischung aus Tradition und Neuausrichtung macht Guardians of Azuma zu einem der spannendsten Titel der Reihe. Ob der mutige Ansatz aufgeht, wie sich das neue Setting anfühlt und ob die frischen Mechaniken überzeugen, klären wir im folgenden Test.

Der Einstieg ins Abenteuer beginnt mit der Wahl eurer Spielfigur, die im typischen Manga Look durch die Welt streift. Beim Erkunden trefft ihr auf zahlreiche Charaktere, mit denen ihr Freundschaften schließen könnt. Diese neuen Verbündeten begleiten euch nicht nur im Alltag, sondern unterstützen euch auch aktiv in den Kämpfen.

Denn überall lauern Monster, die Dörfer und Gebäude besetzt halten – und genau diese gilt es nach und nach zurückzuerobern.

Während ihr die Umgebung durchstreift, sammelt ihr Rohstoffe und nützliche Gegenstände ein, die für den Wiederaufbau der zerstörten Siedlungen unverzichtbar sind. Schließlich sollen die Bewohner eines Tages wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

Und genau darin liegt eure zentrale Aufgabe: die Welt Stück für Stück zu reparieren und den Menschen ihr Zuhause zurückzugeben.

Dank der abwechslungsreichen Landschaft mit Bergen, Wasserläufen und einer Vielzahl platzierbarer Objekte kann man sich beim Dorfbau richtig austoben. Stundenlanges Tüfteln ist hier keine Pflicht, sondern ein Vergnügen, denn Kreativität zahlt sich aus: Viele Elemente wirken sich positiv auf unterschiedliche Aspekte des Dorfes aus und steigern seine Ästhetikwertung.

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Das wiederum lockt neue Bewohner an, die nicht nur einziehen, sondern auch tatkräftig mit anpacken wollen. Schließlich kann ein Erdtänzer, der eigentlich die Welt retten soll, nicht jede Aufgabe selbst übernehmen.

An dieser Stelle greift das Dorfmanagement-System. Über ein übersichtliches Menü prüft ihr die Eigenschaften eurer Dorfbewohner und weist ihnen passende Tätigkeiten zu. Manche sind geborene Landwirte, andere glänzen im Handel.

Einige verschlingen mehr Ressourcen, während andere genügsam sind. All diese Faktoren bestimmen, wo ihr sie am sinnvollsten einsetzt – oder ob jemand dem Wohlstand des Dorfes eher schadet und deshalb besser wieder ausziehen sollte.

Fazit

Rune Factory: Guardians of Azuma feiert nun auch auf Xbox und PlayStation 5 seinen Auftritt. Besonders ins Auge fällt sofort die liebevoll gestaltete Figurenoptik, die auf den neuen Konsolen noch einmal klarer und detailreicher wirkt.

Die Umgebungen bleiben dagegen etwas kantiger und verraten ihre Herkunft von den anderen Plattformen. Spielerisch gibt es keine Unterschiede zur Switch oder PC Version – wer diese bereits kennt, findet hier das gleiche ruhige, entschleunigte Erlebnis.

Trotz der Kämpfe bleibt der Titel ein entspannter Wohlfühlmix aus Action, Aufbau und Alltagssimulation, der ohne Hektik auskommt. Wichtig zu wissen: Der Text liegt ausschließlich in deutscher Untertitelung vor, daher sollten jüngere Spielerinnen und Spieler sicher lesen können.

Ab etwa zehn Jahren ist das Abenteuer jedoch sehr gut spielbar und bietet eine charmante, zugängliche Fantasywelt, die man gern wieder in Ordnung bringt. Klare Empfehlung.

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 20 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.