Spiele & Puzzle koppeln sich von der Entwicklung des Spielwarenmarktes ab

Bild Ravensburger

Während die gesamte Spielwarenbranche von Januar bis Mitte September 2025 ein Plus von 4 % erzielte, baute die Warengruppe Spiele & Puzzle mit einem Wachstum von 18 % ihre Position im Spielwarenmarkt weiter aus.

Damit stieg sie zur umsatzstärksten Kategorie im Markt auf. Allein das Segment Spiele lag mit über 22 % überproportional zum Vorjahr zu. Nach Auffassung der Verlage dürfte sich der Aufwärtstrend bis Ende des Jahres fortsetzen. 73% der vom DVSI und dem Spieleverlage eV im Rahmen des BOARD GAMES INDEX befragten Verlage rechnen jedenfalls mit besseren Verkaufsergebnissen für das gesamte Geschäftsjahr 2025.

Das zeigen die aktuellen Zahlen des BOARDGAMES INDEX und Auswertungen des neuen Marktforschungsinstitutes Circana .

Zuversicht ist zurück

Die Warengruppe Spiele & Puzzle ist trotz eines nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes zurück auf der Erfolgsspur. Zwar glauben 59 % der befragten Unternehmen, dass die geopolitischen Konflikte und die anhaltende Konjunkturschwäche in Deutschland – 2025 laut führenden Wirtschaftsforschungsinstituten im Zeichen der Stagnation – die Verbraucherstimmung eintrüben, aber dennoch rechnen die Spiele-Verlage für das eigene Unternehmen mit einem moderaten Wachstum.

Ein wichtiger Motor dafür ist ua der anhaltende Trend zu Sammelkarten, aber auch Karten-, Party-, Erwachsenen- und Familienspiele befeuern den Markt. Zudem spielen Klassiker eine wichtige Rolle im Portfolio der Verlage und bei Konsumenten. Klassiker sind für 40 % der zweitwichtigste Wachstumstreiber im Markt und gleichsam die „Brot- und Butterspiele“ für das Geschäft.

Rechnet man den Trend zu Sammelkarten heraus, legen die reinen Spiele immer noch über 6% zu.

„ Familien- und Erwachsenenspiele stehen wie kaum eine andere Kategorie für die deutsche Brettspielkultur, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer stärker ausdifferenziert hat Erwachsenenspiele haben durch ihre hohe Qualität, die innovativen Spielmechaniken und die Vielseitigkeit den internationalen Ruf der German Board Games begründet

„Obwohl längst ausländische Anbieter mit „German Board Games“ in den deutschen Markt drängen, sehen die deutschen Spieleverlage weiterhin Wachstumspotenziale in Europa und Amerika.

Vor allem Frankreich und die USA bieten ihnen attraktive Perspektiven für die Expansion. Inzwischen erzielen die befragten Unternehmen mit ihrem Auslandsgeschäft 30 % mehr als 40 % des Umsatzes, bei weiteren 25 % liegt er zwischen 20 % und 40 %. Die Zahlen spiegeln die Internationalität der Branche weiter.

Zuversichtlich zeigen sich die Spieleverlage auch für das wichtige Weihnachtsgeschäft, das in den letzten beiden Jahren für die gesamte Spielwarenbranche eher durchgewachsen ist. 68 % der befragten Unternehmen erwarten während der Jahresendrallye bessere Verkaufsergebnisse als 2024. „

Das Wachstum der Warengruppe Spiele & Puzzle in den ersten neuen Monaten zeigt einmal mehr “, so Dieter Strehl , stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Spieleverlage eV und geschäftsführender Gesellschafter der Wiener Spielkartenfabrik Ferd. Piatnik & Söhne, „ dass Brettspiele die Menschen unvermindert anziehen.

Preiswerte, kompakte, schnelle und familientaugliche Kennerspiele stehen derzeit hoch in der Gunst der Kunden, aber auch hochpreisige haben keine Schwierigkeiten, Abnehmer zu finden, wenn die Spiel-Idee originell und die Umsetzung gut ist . 1988 wurde mit „Sauerbaum“ das erste kooperative Spiel von der Jury als Spiel des Jahres mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch 2025 wurde ein kooperatives Familienspiel als Spiel des Jahres ausgezeichnet.

In Deutschland betrug 2024 der Anteil der Alleinstehenden an allen Lebensformen bereits rund 45 % – Tendenz steigend. Während Solospiele(-varianten), die in den letzten paar Jahren auf dem Markt drängten, von 57 % der Verlage nur als reine Nischenprodukte betrachtet werden, gewinnen Zwei-Personen-Spiele dagegen an Bedeutung.

Offensichtlich scheint sich der demografische Wandel auch im Verlagsportfolio niederzuschlagen. Auch wenn Spiele & Puzzle im Trend liegen, spielt die Preisstellung gleichwohl eine gewisse Rolle, zumal die Verlage einen Anstieg von Onlinekäufen (62 %) und einen Rückgang des stationären Handels (48 %) beobachten. 53 % der Spielehersteller konzentrieren sich deshalb auf Preisgrenzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so der BRETTSPIEL-INDEX des Spieleverlage eV.

Erfreulich: Obwohl das Thema Nachhaltigkeit in den letzten beiden Jahren an Bedeutung in der öffentlichen Debatte verloren hat, sehen es 85 % der Verlage als wichtig oder sehr wichtig an.

Das Spektrum der Maßnahmen umfasst die Optimierung des Verpackungs- und Schachteldesigns (75 %) und Lieferketten (45 %) sowie die stärkere Verlagerung der Produktion nach Europa (65 %). Aber die Branche hat auch Wünsche an die Politik hinsichtlich der Rahmenbedingungen, die sich weitgehend mit denen anderer Branchen decken dürften.

Dazu zählt der Abbau unnötiger Regularien und das Sicherstellen fairerer Wettbewerbsbedingungen gegenüber Billig-Online-Plattformen. Mit rund 1.500 Neuheiten, die die Branche auch in diesem Jahr in Essen präsentiert, beweist sie einmal mehr, dass sie nicht ohne Grund zu den stabilsten und wachstumsstärksten Segmenten in der Spielwarenbranche zählt.

 

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