Underground Garage

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Nach der Early-Access-Phase starten die Motoren auf den Rechnern. Die Macher haben dabei dem Spiel nicht nur einen Feinschlief gegeben, sondern vieles Neues reingepackt.

Neben der größeren Auswahl an Motoren gibt es eine Vielzahl an Rennmodi. Im Test zeigt sich schnell: Hier dreht sich alles ums Schrauben. Statt Hochglanz-Tuning oder Arcade-Action setzt das Spiel auf echte Werkstattarbeit.

Spielerinnen und Spieler durchforsten Schrottplätze nach ausrangierten Teilen und verbeulten Karossen, die als Basis für neue Projekte dienen. Aus den Fundstücken entstehen entweder komplett neue Fahrzeuge oder sie werden genutzt, um bestehende Modelle wieder fahrtüchtig zu machen.

Das Tuning geht dabei deutlich über kosmetische Anpassungen hinaus. Jede Komponente – vom Motorblock bis zur kleinsten Schraube – besitzt einen eigenen Verschleißwert und kann realistisch beschädigt werden.

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Unfälle hinterlassen sichtbare wie funktionale Spuren, die anschließend in mühevoller Kleinarbeit behoben werden müssen. Diese Detailtiefe sorgt für ein glaubwürdiges Schraubererlebnis, verlangt aber auch Geduld.

Auch die Missionsstruktur passt sich diesem Ansatz an. Die sogenannten „prozedural generierten Missionen“ klingen technisch, funktionieren aber simpel: Das Spiel erstellt Aufträge automatisch und variiert sie bei jedem Durchlauf leicht. Dadurch wiederholen sich Abläufe weniger und es bleibt ein angenehmer Spielfluss erhalten.

Nach der Arbeit in der Werkstatt geht es auf die Straße. Underground Garage setzt dabei auf eine offene Spielwelt, in der Renn-Events frei angewählt werden können.

Auf der Strecke treffen Arcade-Action und Simulationsanspruch aufeinander. Das Fahrgefühl soll ein breites Publikum abholen, ohne an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Die Fahrphysik – also das Verhalten des Fahrzeugs beim Beschleunigen, Bremsen oder in Kurven – spielt dabei eine zentrale Rolle.

Laut Entwicklerteam wurde dieses System für die Version 1.0 vollständig überarbeitet, um ein präziseres und besser kontrollierbares Handling zu bieten.

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Auch beim Look der Fahrzeuge steht Individualisierung klar im Vordergrund. Lackierungen lassen sich frei gestalten, Bauteile austauschen und Motoren gezielt aufrüsten. Underground Garage verzichtet dabei auf abstrakte Werte und zeigt stattdessen direkte Auswirkungen: Mehr Leistung sorgt spürbar für besseren Vortrieb, während schwache oder beschädigte Teile Tempo und Kontrolle kosten.

So entsteht ein motivierender Kreislauf aus Sammeln, Optimieren und Ausprobieren, der sowohl Arcade-Racer als auch Simulationsfans abholen dürfte.

Fazit

Underground Garage präsentiert sich als ambitionierte Mischung aus Schraubersimulation und Straßenrennen – und genau darin liegt seine Stärke. Die detailverliebte Werkstattarbeit, das spürbare Tuning und die realistisch verschleißenden Bauteile schaffen ein glaubwürdiges Schraubererlebnis, das man in dieser Form selten findet.

Auf der Straße überzeugt das Spiel mit einer überarbeiteten Fahrphysik, die einen guten Mittelweg zwischen Zugänglichkeit und Anspruch sucht.

Nicht alles wirkt schon vollständig ausgereift, doch der Kern stimmt: Das Zusammenspiel aus Sammeln, Optimieren und Ausprobieren motiviert dauerhaft. Wer Freude am Basteln hat und gleichzeitig Lust auf offene Renn-Events mit individuellem Fahrzeugbau verspürt, findet hier ein ungewöhnliches, aber lohnendes Gesamtpaket.

Das Spiel ist ein guter Einstieg in dieses Genre. Und auch für Kinder ab 10 Jahre geeignet, ein flottes Rennen abzuliefern.

  • Herausgeber Astragon
  • VÖ 2026

 

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 20 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.