Was soll ich machen, wenn in einem Klassenchat KI-generierte Nacktfotos von mir auftauchen? Wie kann ich beim Sexting, also dem einvernehmlichen Versenden von freizügigen Nachrichten, auf Nummer sicher gehen? Und wie schütze ich mich vor Sexvideos, die mir Angst machen?
Kinder und Jugendliche sind online mit vielen Fragen und Themen konfrontiert, die sie einerseits reizen, aber auch überfordern können.
Gleichzeitig sind digitale Medien für sie ein wichtiger Ort, um sich auszuprobieren, sich zu informieren und sich zu diesen Themen mit ihren Peers auszutauschen.
Sie präsentieren sich online, knüpfen Kontakte, suchen Anerkennung und entdecken, wer sie sein möchten. Social Media, Messengerdienste und Videospiele werden dabei zur Bühne und zum Kommunikationsraum für die eigene Entwicklung – auch für erste sexuelle Anbahnungsversuche.
Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen: Kinder und Jugendliche stoßen online auf Inhalte, die sie überfordern können, sie werden selbst schnell sexualisiert und erleben Situationen, in denen persönliche Grenzen nicht respektiert werden.
Hinzu kommen die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz: Nacktbilder können heute mithilfe von KI täuschend echt verändert oder vollständig neu erstellt werden (sogenannte „Deepnudes“) – nicht selten ohne Wissen der betroffenen Personen.
Wie kann es also gelingen, Heranwachsende zu schützen, sie gut zu begleiten und ihnen trotzdem digitale Teilhabe zu ermöglichen?
Sichere Einstellungen sind ein wichtiges Fundament: Richten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind sichere Profile ein. Achten Sie darauf, dass nur ausgewählte Personen Inhalte sehen können, Kontaktanfragen eingeschränkt sind und möglichst wenige persönliche Informationen öffentlich sichtbar werden. Regelmäßige Überprüfungen helfen dabei, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über digitale Erlebnisse, persönliche Grenzen und den respektvollen Umgang miteinander.
So fällt es Kindern leichter, auch schwierige Situationen anzusprechen.
Machen Sie deutlich, dass sich Menschen im Internet verstellen können. Deshalb sollte man keine privaten Fotos versenden und Fremden nicht vertrauen. Gegen Belästigungen kann man sich aktiv wehren!
Übergriffe können zum Beispiel an die Betreiber von Messengerdiensten sowie an Beschwerdestellen wie jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de oder auch der Polizei gemeldet werden. Kinder sollten wissen, dass sie verdächtige Kontakte jederzeit blockieren und Hilfe holen können. So lernen sie, selbstwirksam zu handeln, auf ihr eigenes Gefühl zu hören und „Nein“ zu sagen, wenn sie sich unwohl fühlen – online genauso wie offline.
Sie als Erwachsene können Kinder dabei unterstützen, sich sicher und selbstbewusst in digitalen Räumen zu bewegen. Dabei müssen Sie keine Expertinnen oder Experten sein und sich auch nicht überall anmelden. Wichtig ist es, aufgeschlossen und aufmerksam zu sein. So können Kinder Schritt für Schritt lernen, digitale Chancen selbstbewusst zu nutzen, Risiken zu erkennen und ihre eigenen Grenzen zu schützen.
Mehr Infos zum sicheren Einrichten von Profilen finden Sie unter www.medien-kindersicher.de. Auf der Website von SCHAU HIN! können Sie sich außerdem über Safer Sexting und sexualisierte Onlinegewalt bei Kindern und Jugendlichen informieren. Der Instagram-Account der Initiative gibt zusätzliche Tipps, wie Sie mit Deepnudes umgehen können.
Wer seine Kinder vor missbräuchlicher Nutzung von Bildern im Netz schützen möchte, geht selbst verantwortungsvoll mit dem Teilen von Kinderfotos um. Mit der Social-Media-Aktionswoche #KinderSindKeinContent senden die Initiativen „klicksafe“ und „SCHAU HIN!
Was Dein Kind mit Medien macht.“ vom 15. bis 21. Juni gemeinsam mit zahlreichen Partnerinstitutionen eine klare Botschaft für mehr Kinderschutz im Netz.
Quelle Aktion Schau hin