Setzen Sie die Segel, durchqueren Sie die sieben Weltmeere und entdecken Sie unbekannte Kontinente sowie fremde Kulturen. Dabei gilt es, strategisches Geschick, kaufmännisches Talent und diplomatisches Feingefühl unter Beweis zu stellen.
Erleben Sie, wie Ihre Bevölkerung im Wohlstand jubelt – doch Vorsicht: Enttäuschen Sie sie nicht!
Eine Erfolgsgeschichte
Die Anno-Reihe gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Computerspielen im deutschsprachigen Raum. Seit dem Erscheinen von Anno 1602 hat sie Millionen Spielerinnen und Spieler in ihren Bann gezogen – mich eingeschlossen. Stunden, Tage und Nächte verschwammen, während man fasziniert in die Tiefe des Spiels eintauchte. Rund fünf Millionen Menschen teilten diese Begeisterung.
Strategie statt Krieg
Im Gegensatz zu Serien wie Age of Empires steht bei Anno nicht der militärische Konflikt im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr das Gleichgewicht der Wirtschaft: Nur wer ein stabiles System aufbaut, kann langfristig bestehen.

Kämpfe und Eroberungen spielen höchstens im späten Spielverlauf eine Rolle – dann, wenn seltene Rohstoffe benötigt werden, um eine Insel zu sichern.
Handel und Entwicklung
Ein zentrales Element ist der Handel. Schon früh konnte man Handelsschiffen präzise Anweisungen geben, welche Waren sie laden oder entladen sollen. So lässt sich die Wirtschaft gezielt steuern und ausbauen.
Mit dem Fortschritt der Gesellschaft steigen auch die Ansprüche der Bevölkerung – ein Prinzip, das sich durch alle Teile der Reihe zieht und bis heute unverändert geblieben ist.
Anno ist und bleibt ein Strategiespiel, das nicht durch Schlachten, sondern durch kluge Planung und wirtschaftliches Gleichgewicht geprägt ist. Der Sieg hängt davon ab, ob es gelingt, die Balance zwischen Produktion, Handel und den Bedürfnissen der Menschen zu halten.
Rom mein Rom oder „Nulli cedo“ – „Ich weiche niemandem“
Anno 117: Pax Romana ist ein würdiger Nachfolger der traditionsreichen Aufbaureihe. Das Spiel punktet mit einem atmosphärisch dichten Setting im Römischen Reich, neuen Gameplay-Elementen wie diagonalen Straßen und Gebäude-Attributen sowie einem gewohnt tiefen Wirtschaftssystem.

Schwächen zeigen sich vor allem in der Kampagne und bei technischen Details, doch im Endlosmodus entfaltet es seine volle Stärke.
Mit Anno 117 wagt die traditionsreiche Aufbauserie erstmals den Schritt in die Antike. Statt Kolonialzeit oder Industrialisierung steht das Römische Reich im Mittelpunkt. Als Provinzgouverneur übernehmen die Spieler die Verantwortung über Latium und Albion – zwei Regionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Latium: Mediterrane Landschaften, fruchtbare Böden und prachtvolle Bauwerke.
Albion: Wilde Küsten, keltische Kultur und raues Klima.
Diese Gegensätze sorgen für Abwechslung und unterschiedliche Herausforderungen im Spielverlauf.
Wie gewohnt liegt der Fokus auf dem Aufbau komplexer Wirtschaftskreisläufe. Rohstoffe müssen gewonnen, verarbeitet und verteilt werden, während die Bedürfnisse der Bevölkerung stetig steigen.
Handelssystem: Spieler können Handelsschiffe präzise steuern und Warenketten optimieren.
Neue Features: Diagonale Straßen, Gebäude-Attribute (z. B. Zufriedenheit, Feuergefahr) und ein erweitertes Forschungssystem.
Politische Ebene: Entscheidungen zwischen Loyalität gegenüber Rom und dem Risiko von Aufständen verleihen dem Spiel zusätzliche Tiefe.
Kämpfe und Eroberungen spielen nur eine Nebenrolle – typisch für Anno.
Fazit
Anno 117: Pax Romana ist ein starkes Strategiespiel, das die Serie atmosphärisch bereichert und spielerisch sinnvoll erweitert. Wer die Reihe liebt, findet hier ein motivierendes Aufbauspiel mit enormem Suchtfaktor.
Für Perfektion braucht es noch Feinschliff bei Technik und Kampagne – doch das Fundament ist exzellent.