„Mir war es wichtig, dass Opa Bär und Benni sympathisch und liebevoll, auch und gerade im Umgang miteinander, wirken. Das ist im Text ja auch ganz wichtig. Dass die Beiden trotz der Herausforderungen immer beieinander sind.“
Grundlage für das Buch „Opa und die Schuhe im Kühlschrank“ ist das Theaterstück „Opa Bär und die Menz“. Was war deine Motivation, dich mit dem Thema „Demenz / Vergesslichkeit bei Großeltern“ zu beschäftigen — und daraus ein Kindertheaterstück zu machen?
Paul Maar: Eine Anregung war sicherlich die Demenz meiner Frau Nele und die Erfahrung damit.
Warum hast du dich dafür entschieden, die Figuren als Bären darzustellen?
Paul Maar: So war das Geschehen ein wenig aus der Realität entrückt und leichter zu akzeptieren.
Was ist das Wichtigste, das Kinder deiner Meinung nach aus dieser Geschichte mitnehmen sollen?
Paul Maar: Verständnis dafür, dass die Großeltern manchmal merkwürdige Dinge machen oder sagen.
Was hat dich gereizt, aus dem Theaterstück deines Vaters eine eigenständige Buchgeschichte zu machen?
Anne Maar: Nachdem ich mich beim Inszenieren des Stückes viel mit dem Text beschäftigt hatte, fand ich es reizvoll, die Geschichte noch auf andere Weise zu erzählen. Außerdem finde ich das Thema wichtig und konnte mir vorstellen, dass es als Buch noch mehr Menschen erreicht und Eltern und Kinder beim gemeinsamen Lesen darüber ins Gespräch kommen können. Und ich habe mir gleich die Illustrationen von Hannes dazu vorgestellt.
Gibt es Textstellen, an denen das Buch vom Theaterstück abweicht?
Ein Stücktext besteht ja nur aus Dialogen. Deshalb gibt es schon Abweichungen. Der Anfang ist neu hinzugekommen, alles Beschreibende ist und es gibt (ganz wenige) Kürzungen in den Dialogen.

Das ist deine zweite Zusammenarbeit mit deinem Großvater. Seid ihr schon ein eingespieltes Team? Wie lief die Zusammenarbeit ab?
Hannes Maar: Das kann man so sagen. Als ich mit den Entwürfen für die Figuren begonnen habe, habe ich Paul ein wenig zu den beiden Bären ausgefragt. Damit habe ich dann erste Entwürfe für Opa Bär und Benni gemacht, schon viele Monate bevor ich mit den eigentlichen Bildern für das Buch angefangen habe.
Da ich ja in Berlin wohne und Paul und Anne in Franken habe ich den beiden meistens den aktuellen Stand aufs Handy geschickt, und so haben wir dann nach und nach den „Look“ der beiden Bären entwickelt. Bei den Illustrationen selbst war es dann ganz ähnlich: Ich habe in Berlin gezeichnet und regelmäßig Fotos der Bilder an Paul und Anne geschickt.
Was war dir beim Illustrieren der Geschichte besonders wichtig? Und was hat dir besonders viel Spaß gemacht?
Hannes Maar: Mir war es wichtig, dass Opa Bär und Benni sympathisch und liebevoll, auch und gerade im Umgang miteinander, wirken. Das ist im Text ja auch ganz wichtig.
Dass die Beiden trotz der Herausforderungen immer beieinander sind. Besonders viel Spaß gemacht hat es mir, mir kleine Details auszudenken, mit denen man Opa Bärs Wohnung lebendiger machen kann.
Gibt es ein kleines Detail, das leicht übersehen wird, dir aber besonders am Herzen liegt?
Hannes Maar: Oh, das ist gar nicht so leicht, sich da für eins zu entscheiden. Wenn man die Bilder aufmerksam betrachtet, fällt einem z.B. auf, dass die Schuhe wohl nicht das einzige
Ding sind, das Opa Bär an einen ungewöhnlichen Ort verräumt hat.
Mein Lieblingsdetail ist aber in Opa Bärs Küche zu finden: Da hängen zwei bärige Versionen bekannter Kunstwerke an der Wand.
Verlag Oetinger