Imperator: Rome

Bild Paradox Development Studio

Rom, die ewige Stadt ist Dreh- und Angelpunkt dieses Spiels. Es geht in eine Zeit, in der Alexander der Große gerade verstorben war und Rom wieder Mittelpunkt der Weltpolitik werden wollte.

Hinter dem Spiel stecken die schwedischen Entwickler von Paradox Interactive, die vor mehr als zehn Jahren einen ähnlichen Titel auf den Markt gebracht haben.

Was bei diesem Spiel auffällt, ist eine riesige Landkarte, mit zig kleinen Provinzen, die es zu erobern gilt.

Dabei sollte man sich zum Anfang mal richtig umsehen und auch mal in die Details hinein zoomen, denn dann erkennt man Wälder, Berge oder gar Städte.

Zuvor sieht es halt nur wie ein riesiger Globus aus. Imperator: Rome ist in aller erster Linie ein Strategiespiel, mit zahlreichen Möglichkeiten.

Allein um sich mit der Menüführung auseinander zu setzen, benötigt man einige Stunden. Das Besondere an dem Spiel ist, das man nicht einfach mal loszieht und Kriege gewinnt, denn wenn man mit der Brechstange da durch will, kann man den Handel vergessen, denn nur über Steuereinnahmen kann man seine Ausgaben nicht begleichen.

Auch bei ständigen Kriegen nimmt der Unmut der Bevölkerung zu, was dann in schlimmsten Fall zu Aufständen führen könnte.

Das bedeutet, dass man als Herrscher sich auch mit Religion, was ja bekanntlich das Opium fürs Volk ist, Redekunst und Forschung beschäftigen muss.

So kann man für jemanden, den man beeinflussen will, schnell mal einen Stier opfern. Für die Frauen dagegen lassen wir ein Denkmal errichten, dass das Antlitz derjenigen noch extra unterstreicht.

Jede Handlung, jedes Tun hat eine Auswirkung auf das Spiel. Um das zu programmieren, ist dies schon eine beachtliche Leistung. Allein hieran merkt man, dass dieser Titel sehr komplex und tiefgründig ist. Aber optisch eben keine Schönheit.

Das Wirtschaftssystem ist daher sehr ausgeprägt, man produziert, verbraucht und handelt. Und was wir selber nicht besitzen, wird eingeführt, um auf die Interessen des Volkes Rücksicht zu nehmen.

Hier kann man natürlich vieles über Sklaven regeln, aber nicht zu viele, denn diese sind hin und wieder sehr aufmüpfig, so dass eine Gefahr von Aufständen immer zu befürchten ist.

Der Bereich Forschung und Religion dagegen ist etwas flach, zu flach, denn hier wird in allererster Linie eine Art Liste abgearbeitet. Kein Forschungsbaum, wo man sieht, welche Verästlung es gibt. Auch im Bereich Religion gibt es wenige Interaktionen.

Großes Manko ist auch das Tutorial, denn hier werden nur die Oberflächen der Hauptmenüs angesprochen, aber die Details der zahlreichen Untermenüs werden hier nicht einmal erwähnt. Gerade Gelegenheitsspieler werden hierbei insgesamt schnell überfordert, was schade ist, denn insgesamt hat das Spiel doch eine beachtliche Spieltiefe.

Aber auch Profis müssen sich erst einmal durch die zahlreichen Untermenüs kämpfen. Auch bei den Meldungen aus den einzelnen Provinzen muss man erst einmal selber schauen, wo das Gebiet liegt. Hier wäre ein Aufploppen der Nachricht in dem Gebiet direkt selber angenehmer.

Geht man aber noch weiter, wird man feststellen, dass jeder Charakter seine eigenen Fähigkeiten besitzt. Jeder besitzt damit auch einen eigenen Stammbaum, mit Kindern und Familie.

Bild Paradox Development Studio

Entweder werden hier daraus neue Gouverneure oder wenn man diese halt kaltstellen will, werden diese schnell mal eingekerkert oder hingerichtet.

Schließlich hat man als Herrscher entsprechende Macht. Aber in allererster Linie hilft hier Bestechung, denn bekanntlich regiert Geld die Welt. Oder man achtet darauf, wer wen heiratet.

Je größer aber das eigene Reich wird, umso komplexer und aufwendiger wird das Taktieren.

Fazit

Imperator: Rome hinterlässt eine gemischte Meinung. Auf der einen Seite der extrem gut ausgebaute Tiefgang, aber auf der anderen Seite die sehr komplexe Menüführung.

Das Spiel ist daher etwas für erfahrene Spieler, denn andere werden mit der Komplexität doch überfordert.

Aber Paradox Interactive ist bekannt dafür, viele Dinge auch im Nachhinein zu ändern.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.