Wer hat Vorfahrt? Ein Verkehrs- Lehr- und Unterhaltungsspiel

Bild Spear

Verkehrsspiele hatten gerade in der Zeit des Wirtschaftswunders Konjunktur, denn die Bürger mussten ja sich an die Verkehrsregeln gewöhnen, um dem aufkommenden Verkehr entgegenzutreten. Dieses Spiel wurde Anfang der 60er Jahre veröffentlicht.

Und erschien später dann noch einmal in den 70er Jahren, hier dann auch mit Ampelregelungen. Ein ähnliches Spiel, mit dem gleichen Namen, erschien auch in den 70er Jahren in der DDR, hier aber als Kinderspiel. Das Spiel hat in diesem Fall der Polizeimeister Kaufhold entwickelt.

Und dies ist wahrscheinlich eines der wenigen Spiele, die aus der Hand eines Polizeibeamten stammen.

J. W. Spear & Söhne zählte vor dem zweiten Weltkrieg zu einem der bedeutenden Spielverlage in Deutschland. Die Geschichte der Familie Spear war sehr bewegend. So wurde die Familie Anfang der 30er Jahre enteignet, weil sie Juden waren.

Sie konnten aber noch rechtzeitig nach England auswandern, wo sie halt Bücher und Spiele verlegt haben. Aus dem Hause Spears stammen unter anderem die Spiele: Scrabble, Das magnetische Angelspiel und Die fliegenden Hüte. Die hohe Qualität und die grafische Gestaltung setzten Standards.

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Noch heute, wie bei diesem Verkehrsspiel, ist man von der Gestaltung angetan. Der Spielplan wurde detailreich gestaltet und die sogenannten nebensächlichen Dinge auf dem Plan hat man so bei anderen Spielen nicht gesehen.

Vor einigen Jahren haben die Erben und Urenkel des Firmengründers Francis Spear und seiner Frau Hazel das Archiv des Verlages der Stadt Nürnberg übergeben.

Vorfahrt beachten

Im Spiel startet jeder Spieler mit vier unterschiedlichen Fahrzeugen, wie LKW, Motorrad, PKW und kleiner LKW. Die Fahrzeuge, hier aus Holz, sehen auch so aus.

Dabei muss man beim Überholen aufpassen, denn in Kurven darf man nicht überholen und auch auf Abstand muss man achten. Die Spielregeln passen dabei auf ein A4 Blatt.

Wie es zu dieser Zeit üblich war, wurden die Spielregeln auf der Innenseite des Spieldeckels geklebt. Kurz gesagt, ist das Spiel ein Laufspiel.

Die Spielregel besteht dabei hauptsächlich aus einer Vielzahl von Fehlern, die begangen werden können und je nach Schwere mit „3 Felder zurück“, „6 Felder zurück“ oder „zum Parkplatz zurück“ bestraft werden.

Zu schnelles Fahren spielt im Spiel keine Rolle. So können auf der Strecke eine Polizeikontrolle oder sogar eine Reifenpanne passieren. Die Grafik stammt aus der Hand von Grafiker Gustav Müller.

Fazit

Die Spiele aus dem Hause J. W. Spear & Söhne bestachen durch die hohe Qualität, vor allem die Grafik ist hierbei hervorzuheben. Ein Verlag, der Spielgeschichte geschrieben hat.

Ob damals Mattel den Verlag wegen der Patente aufgekauft hatte, sei dahingestellt.

Auf alle Fälle war Spear einer der ganz großen Verlage, die in der Geschichte viele Höhen und Tiefe durchlief. Spiele aus dem Verlag werden bei Ebay bis drei- oder vierstelligen Betrag gehandelt.

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.