Im Reich der Pubertiere

Im Reich der Pubertiere von Jan Weiler/ Der Hörverlag

Jan Weiler ist ein sehr aktiver Autor. Seit Jahren schreibt er noch an seiner Kolumne „Mein Leben als Mensch“ im Stern. Sein bekanntester Roman, der vor einigen Jahren veröffentlicht wurde, war „Maria, ihm schmeckt’s nicht“.

Seitdem erscheinen regelmäßig Bücher und Hörbücher von ihm, die aber alle sehr gelungen sind. Jan Weiler ist ein Meister der Satire, mit spitzer Zunge nimmt er die Alltagssituationen aufs Korn. Nach mehr als zwei Jahren und den entsprechenden Kolumnen gibt es eine Fortsetzung, die der Autor diesmal live vorträgt.

Eines seiner Meisterstücke ist das Pubertier. Vergnüglich schildert er hier das Leben einer Familie mit einer Tochter, die mitten in der Pubertät steckt. Und jeder, der Kinder in diesem Alter hat, weiß, was da passiert. Und Jan Weiler hat gleich zwei.

Sein Sohn Nick ist muffig und seine Tochter einfach nur zickig. Eine Belastungsprobe, für beide Seiten. Um sich in seine Tochter hinein zu versetzen, führt er eine Studie durch. Die Probandin, seine Tochter. Gut, es ist nun nicht hochwissenschaftlich, aber amüsant.

Carla ist mittlerweile 16 und mitten drin in der bekannten Phase, wo Eltern am liebsten auswandern wollen. Und bei einigen dauert die Pubertät bis gefühlte 30. Nick, der Sohn ist 13, seine Füße 18 und die Pubertät beginnt.

Ja, wie kann so etwas überhaupt passieren. Gestern waren sie nur die lieben Kleinen, sind uns keinen Schritt von der Seite gewichen und dann verwandeln sie sich in das Pubertier, welches einem Monster ähnelt. Für viele Eltern bricht hier eine Welt zusammen.

Aber man kann sich trösten, anderen Eltern geht es genauso und vielleicht auch noch schlimmer. Das Besondere dabei, Jungen und Mädchen unterscheiden sich in dieser Phase.

Im Reich der Pubertiere von Jan Weiler/ Der Hörverlag

So hat der Versuchsleiter festgestellt, dass bei der Phase der Mädchen es drei Charakteristika gibt: schimpfen, feiern, chatten. Jungs dagegen schweigen, zocken und eitern.

Fazit

Die Geschichten sind nicht ernst zu nehmen und laden dabei ein, einfach mal über sich selber zu lachen, schließlich mussten unsere eigenen Eltern mit uns da durch.

Auf alle Fälle schafft es Jan Weiler, dass man mitgenommen wird und sich hier und da auch selber wiederfindet. Es ist eben nicht so ernst gemeint und soll doch nur unterhalten und von unseren eigenen Pubertieren ablenken.

Da es sich hier um eine Live CD handelt, merkt man, dass man sich nicht nur alleine amüsiert. Es sind köstliche Geschichten, die man immer wieder hören kann.

Nicht nur für Eltern von Pubertieren sondern auch für die, die überlegen, ein Kind zu bekommen, um sie so darauf vorzubereiten, was auf sie zukommen kann.

  • Jan Weiler: „Im Reich der Pubertiere“
  • Hörverlag 2016
  • 2 CDs, Laufzeit 103 Minuten

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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