Auf der Graf Ludo-Auswahlliste: DKT – Das kriminelle Talent

Bild Piatnik

Der Spielegrafikpreis Graf Ludo wird jährlich auf der modell-hobby-spiel Anfang Oktober in Leipzig verliehen. Im Rennen um die Auszeichnung ist auch „DKT – Das kriminelle Talent“ des Wiener Spieleverlags Piatnik.

Das Spiel verbindet die Idee vom ehrlichen Wirtschaften mit einem amüsanten, kleinkriminellen Szenario, stets garniert mit einer ganzen Menge Augenzwinkern.

Ein Highlight für sich sind die humorvollen Illustrationen Martin Czapkas, der bereits den Spielen „Challenge Austria“ und „Das neue Österreich-Quiz“ eine spezielle Note verlieh.

DKT, Österreichs Brettspiellegende, kommt in seiner neuesten Ausgabe in einem witzigen Gewand auf die Spieltische. Aus dem „kaufmännischen Talent“ wurde „Das kriminelle Talent“ und dementsprechend skurril geht’s auch auf dem Spielbrett zu.

Erst werden noch recht ehrbare Geschäfte mit Jackpot Charlie aus dem Wettbüro, Service Uschi von der Tankstelle oder Silikon Walli vom Beautysalon gemacht.

Doch spätestens am Ende des Zuges kommen in jeder Runde die dunklen Erpresserfiguren zum Einsatz, die von Geschäft zu Geschäft ziehen und Lösegeld kassieren. Vorausgesetzt, man sitzt nicht ohnehin schon im Gefängnis – oder noch schlimmer: Man ist dem Finanzamt in die Falle getappt.

Wie beim klassischen DKT werden im Laufe der einzelnen Runden Spielfelder erworben, nur dass diesmal keine Straßen oder Städte zum Verkauf stehen, sondern unterschiedliche Geschäftsbereiche – vom Nachtclub bis zum Juwelier, von Heftl Karins Tabak-Trafik bis zu Glamour Mimis Nagelstudio.

Mit entsprechendem finanziellen Einsatz lässt sich im Laufe der Zeit für höhere Einnahmen sorgen, um irgendwann die eigenen Gewerbe mit Security auszustatten, die einen dann vor Schutzgeld-Erpressungen bewahrt. Auch die Exekutive hat natürlich ihre Felder auf dem Spielbrett, die den dort landenden Spieler meist direttissimo ins Gefängnis führen.

Und am Finanzamt wartet neben den üblichen Besitzsteuern auch noch eine „Grundlosabgabe“, die „einfach so“ an die Bank zu zahlen ist.

Casinorunden sowie Aktions- und Bankkarten bringen zusätzliches Leben ins Spiel. Spachtel Willi verlangt beispielsweise einige Moneten für eine illegale Baugenehmigung, Tacho Max korrigiert gegen Bares den Kilometerstand eines Autos und für einen gewissen Betrag lässt sich auch der Bürgermeister mit einer Weinlieferung korrumpieren.

Bild Piatnik

Der richtige Krimi beginnt aber im zweiten Teil jedes Spielzuges: Dann schickt man eine der beiden Erpresserfiguren auf die Reise – am besten dorthin, wo die meiste Knete zu holen ist.

Gespielt wird entweder bis alle bis auf einen Spieler bankrott sind. Oder man vereinbart vorher eine beliebige Spieldauer: Dann gewinnt, wer bis dahin das größte Vermögen angehäuft hat.

Das vergnügliche Familienspiel mit krummen Geschäften um Macht und Moneten zeigt, wer ein „kriminelles Talent“ hat und ist für 3-6 Spieler ab 12 Jahren geeignet.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.