Angesagt – Bürger Lars Dietrich

Bildrechte Bernd Bauerochse

Sehr geehrter Herr Lars Dietrich,
Sie sind Schauspieler, Musiker, Komiker und Vater von drei Kindern. Was ist Ihre liebste Rolle davon?

Lars Dietrich: Alles bewerkstellige ich mit sehr viel Herzblut. Als Entertainer auf der Bühne und als Entertainer (also Vater) zu Hause. Das eine wirkt sich äußerst positiv auf das andere aus, zumal ich ja auch beruflich viel für Kinder agiere und es dann sehr hilft, wenn man selber welche hat. Die Rolle des Vaters macht mir schon deshalb am meisten Spaß, weil ich es damit sehr liebenswürdigen Kollegen zu tun habe.

Die Redaktion: Was viele nicht wissen, Sie agieren auch als Sprecher von Hörbüchern. Für den DAV lesen Sie die Reihe „Achtung, Milchpiraten“ von Kai Lüftner sowie die Reihe „Die Haferhorde“ von Suza Kolb. Nun erscheint der fünfte Teil der Haferhorde. Wie kommt es dazu, dass Sie Kinderbücher sprechen?

Lars Dietrich: Ich habe schon als kleiner Junge sehr gerne Hörspiele gehört. Zum Einschlafen, zum Aufwachen, wenn ich krank war oder einfach nur mal so. Genauso gern habe ich mir vorlesen lassen.

Mein Interesse daran, selbst Hörbücher einzulesen, war deshalb groß, und als mich Kai Lüftner als Sprecher für „Achtung Milchpiraten“ angefragt hatte, sagte ich sofort zu.

Die Redaktion: Ist das Sprechen von Hörbüchern anders als zu Schauspielen?

Lars Dietrich: Es ist was anderes, etwas auf einer Bühne oder in einer Szenerie zu spielen, als in einem Tonstudio beim Lesen nur die Stimme als Ausdrucksmittel zur Verfügung zu haben. Da es mir bei den Büchern, die ich bis jetzt einlesen durfte, nicht schwerfiel, mich mitreißen zu lassen, konnte ich die Szenen so lesen, als würde ich sie wirklich erleben. Spaß macht allerdings beides.

Bild Der Audioverlag
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Die Redaktion: Vor kurzem standen Sie wieder auf der Bühne, als Micha im Musical Sonnenallee. Die Bühne, der direkte Kontakt mit dem Publikum, all das ist anders als der Film. Was fühlt man als Schauspieler, wenn der Applaus erklingt und der Vorhang fällt?

Lars Dietrich: Es ist ein sehr schönes und erfüllendes Gefühl, das ich schon als Kind immer sehr genossen habe nach Schulaufführungen oder Breakdance-Einlagen in der Disco. Es ist eine Belohnung und eine Motivation zum Weitermachen.

Die Redaktion: Sie sind auch bekannt für außergewöhnliche Projekte wie Dietrichs Demokratische Republik, in welchem Sie auf humorvolle Art auf die damalige DDR zurück blicken. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Lars Dietrich: Ich habe meine Kindheit und einen wichtigen Teil meiner Jugend in der DDR verbracht und Dinge erlebt, die aus heutiger Sicht sehr unterhaltsam und interessant sind.

Mit meinen Kollegen Tanja Wenzel, Volker Zack und Mathias Schlung (bis auf letzteren ebenfalls aus der DDR stammend) bringe ich das Erlebte in Form von Sketchen, Songs, persönlichen Stand ups, Tanzeinlagen usw. sehr authentisch auf die Bühne. So kann ich den Zuschauern meine Geschichte nahe bringen und gleichzeitig meine Talente einfließen lassen.

Die Redaktion: Haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt?

Lars Dietrich: Vor allem im Urlaub am Strand oder an Regentagen setzten wir uns gemeinsam an den Tisch und spielten „Mensch ärgere Dich nicht“ oder ähnliche Klassiker. Meine Lieblingsspiele waren eher Memory und MauMau, die waren nicht ganz so ärgerlich.

Die Redaktion: Sie sind Vater von drei Kindern, was spielen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern?

Bild Der Audio Verlag
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Lars Dietrich: Wir spielen gern Memory. Die Kinder allerdings etwas lieber, weil sie da immer gegen mich gewinnen. Beim Tischfußball wird die Ehre dann aber wieder hergestellt.

Die Redaktion: Und da man ja nicht nur mit Kindern spielt, stellt sich die Frage, was Sie mit Ihren Freunden spielen?

Lars Dietrich: Wenn ich mit meinen Kumpels mal gerade nicht auf der Playstation Tekken oder ähnliche Games zocke, greifen wir in größeren Gruppen gern auch mal zu Scharade. Ratespaß mit Körpereinsatz kombiniert bringt Schwung in die Runde.

Die Redaktion: Sie wissen, Schauspielen und Spielen haben was gemeinsam, es funktioniert nach Regeln. Was fasziniert Sie beim Spielen?

Lars Dietrich: Das Spannende ist, dass es trotz oder gerade aufgrund gewisser Regeln zu spannenden und unvorhersehbaren Wendungen kommen kann und man sich seiner nie so sicher sein darf. Man muss sich bei beidem sehr konzentrieren und dran bleiben. Am schönsten ist natürlich dann das Glücksgefühl, wenn man gewinnt.

Die Redaktion: Was ist eigentlich Ihr Lieblingsspiel?

Lars Dietrich: Ich spiele sehr gerne Billard. Auf der Konsole, dem Handy oder klassisch am Tisch. Ich bin zwar nicht besonders gut darin, habe aber immer ’ne Menge Spaß dabei.

Die Redaktion: Wenn Sie in die Rolle eines Spieleerfinders schlüpfen könnten, welches Spiel würden Sie denn gern einmal erfinden wollen?

Lars Dietrich: „Mensch ärgere Dich bitte wirklich nicht“.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Lars Dietrich: Weiter spielen und gewinnen.

Zur Person

Bürger Lars Dietrich, geboren 1973 in Potsdam, ist Musiker, Komiker, Schauspieler, Tänzer und Autor. Er moderiert die Kinderfernsehsendung »DEIN SONG« und ist regelmäßig in Filmen und Serien zu sehen (u. a. »Sturmfrei«).

Seit Dezember 2015 ist er Jurymitglied in der SAT.1-Prime-Time-Show »Got to Dance Kids«. Für DAV liest er die Reihe »Achtung, Milchpiraten« von Kai Lüftner sowie die Reihe »Die Haferhorde« von Suza Kolb.

http://www.buergerlarsdietrich.de/

http://www.der-audio-verlag.de/

Bildnachweis: Bernd Bauerochse und der Audio Verlag.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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