Märchen machen stark

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Geschichten gegen Kinderängste und Aggressionen
„Es war einmal…“, so beginnen viele Märchen. Für Kinder sind gerade diese sehr wichtig, denn sie regen die Fantasie an und laden zum Nacherzählen ein. Aber auch Ängste und Sorgen werden in Märchen aufgegriffen.

Mit diesem Ratgeber rund um die Märchenwelt, der 2014 im Compact Verlag erschien, haben Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern ausgewählte Märchen nahezubringen. Es gibt viele Ideen und Anregungen, wie man das gehörte Märchen im Nachhinein kreativ umsetzen kann.

Zu Beginn des Buches wird den Eltern die Bedeutung von Märchen verdeutlicht. Die 15 enthaltenen Märchen und die damit vermittelten Themen werden vorgestellt.

Es werden viele Tipps zum Umgang mit diesem Ratgeber gegeben, z. B. wie man sich auf die Märchenarbeit vorbereitet.

Es werden Fragen beantwortet, wann die richtige Zeit für ein Märchen ist und wie man sich einen schönen Ort für das Vorlesen schafft.

Im Ratgeber sind folgende Märchen und die darin enthaltenen Themen aufbereitet:

Rumpelstilzchen (Wahrheit und Lüge)
Hänsel und Gretel (Angst und Mut)
Der Hase und der Igel (Leistungsdruck)
Die Bremer Stadtmusikanten (Teamwork und Zusammenhalt)
Sterntaler (Teilen und Einsamkeit)
Aschenputtel (Patchworkfamilie und Toleranz)
Schneewittchen (Neid)
König Drosselbart (Mobbing)
Die Bienenkönigin (Respekt und Zivilcourage)
Hans mein Igel (Anderssein und Behinderung)
Frau Holle (Fleiß und Faulheit)
Der Froschkönig (Versprechen und Vertrauen)
Jorinde und Joringel (Trauer)
Der Wolf und die sieben Geißlein ( Achtsamkeit)
Die Boten des Todes (Tod)

Bevor mit dem Vorlesen des Märchens begonnen wird, sollte man sich die Geschichte zunächst selbst durchlesen. Es wird gemeinsam überlegt, worin die Bedeutung des Märchens liegt.

Hat man das Märchen dann seinem Kind vorgelesen, geht es in die kreative Märchenarbeit.

Dafür gibt es vielfältige Übungen und Spiele z. B. das freie Nacherzählen des gehörten Märchens. Kinder und Eltern können gemeinsam Collagen oder gefilzte Märchenbilder erstellen.

Auch das Basteln von Märchenpuppen und anderen Handpuppen ist eine der Ideen; damit kann das Märchen gut nachgespielt werden.

Des Weiteren kann mit unterschiedlichen Materialien gemalt werden. Zu jedem Märchen finden sich individuelle Übungen, um die thematisierten Ängste und Sorgen mit dem Kind kreativ umzusetzen.

Fazit

Ich bin von diesem Elternratgeber begeistert, es werden alltägliche Dinge thematisiert und auch Sachen, mit denen man weniger konfrontiert wird z. B. der Tod. Man hält hiermit eine schöne Sammlung an Märchen in der Hand, darunter viele bekannte, aber auch einige, zumindest für mich, neue.

Ich empfehle dieses Buch allen Eltern, die mit ihren Kindern in die Märchenwelt eintauchen wollen. Aber auch Erziehern kann ich es für die Arbeit im Kindergarten oder auch im Hort empfehlen.

Ich wünsche den Kindern, Eltern und Erziehern viel Freude mit diesem schönen Ratgeber.

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Sabrina Müller
Über Sabrina Müller 103 Artikel
Schreibt und testet für das Kinderspielmagazin. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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