Studie: Spielen gegen Vereinsamung

Bild Spielecafé der Generationen - Jung und Alt spielt e.V.

Gesellschaftsspiele bringen Jung und Alt zusammen und fördern das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Gesellschaftsspiel das ideale Medium ist, damit sich Jung und Alt begegnen können.

Petra Fuchs hat im November 2018 im Rahmen ihrer Bachelorarbeit „Gesellschaftsspiele als Medium der Sozialen Arbeit – wie Spielen verbindet“ eine Online-Umfrage durchgeführt und 1433 gesellschaftsspielende Personen zwischen 16 und 85 Jahren zu ihren Erfahrungen im Spiel befragt.

Untersucht wurde unter anderem, wie häufig die Befragten mit anderen Generationen spielen und wie gerne. Während 60% angaben, oft bis sehr oft mit anderen Altersgruppen zu spielen gab es nur bei 13% der Befragten keine Berührungspunkte. Das Spiel mit anderen Generationen wurde von 70% der befragten Teilnehmer als vorteilhaft bewertet.

Als Vorteile wurden unter anderem genannt, dass das gemeinsame Spiel zwischen Menschen verschiedenen Alters die Kommunikation und das Erleben gemeinsamer Zeit fördert und Spaß macht. Gesellschaftsspiele können daher deutlich dazu beitragen, der Vereinsamung entgegenzuwirken.

Aber auch der Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie die Förderung verschiedenster sozialer und kommunikativer Kompetenzen wurden benannt.

Nur 1% der Befragten gaben an, mehr Nachteile als Vorteile beim Spielen mit anderen Generationen zu sehen. Als schwierig wurden vor allem unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten in altersgemischten Spielegruppen empfunden.

Bei diesen Ergebnissen verwundert es daher nicht, dass 85% der Befragten sicher sind, dass das Spielen von Gesellschaftsspielen zum Verständnis zwischen den Generationen beiträgt.

Betrachtet man dies im Zuge des Generationenwandels, kann behauptet werden, dass das Gesellschaftsspiel einen bedeutenden, wenn nicht gar unterschätzten, Platz in unserer Gesellschaft einnimmt. Menschen von Jung bis Alt können durch das gemeinsame Spielen zueinander finden und sich austauschen.

Die Studie liefert zudem interessante Ergebnisse für die Soziale Arbeit: Es wurden Personen befragt, die beruflich oder ehrenamtlich im sozialen Bereich tätig sind.

Ziel war es, zu betrachten, inwiefern Gesellschaftsspiele innerhalb der Sozialen Arbeit als Medium ihren Platz finden können.

Die Antwort der Befragten war eindeutig: 88% der Sozialtätigen gaben an, dass das Gesellschaftsspiel ein geeignetes, wenn nicht gar ideales Medium ist, um den Kontakt zwischen Generationen zu fördern. Soziale Arbeit kann somit durch den Einsatz von Gesellschaftsspielen dem Generationenwandel gerecht werden und Generationenbeziehungen fördern.

Ergebnisse, die nicht nur die Studie zeigt, sondern auch im theoretischen Teil der Bachelorarbeit von Fuchs belegt werden konnten.

Doch welche Spiele sind geeignet, um verschiedene Generationen an einen Spieletisch zu bringen? Über 700 Spiele wurden in der Umfrage von den Befragten genannt. Altbekannte Spiele wie Mensch ärgere Dich nicht, Uno, Monopoly und Siedler standen hoch im Kurs.

Doch auch moderne Spiele wurden nicht selten gelistet. Azul, Quixx, Dixit, Dog und Codenames landeten dabei auf den ersten Plätzen unter den Spielen, die nicht älter als 10 Jahre sind.

Das überraschendste Ergebnis bei der Auswertung ist übrigens, dass den SpielerInnen der Austausch von Spielekultur ein großes Anliegen ist.

Bild Spielecafé der Generationen – Jung und Alt spielt e.V.

Gemeint ist damit, dass jüngere SpielerInnen von den älteren Generationen alte und klassische Spiele gezeigt bekommen, aber auch dass die jüngere Generation den älteren SpielerInnen zeigt, dass jedes Jahr tolle neue Spielkonzepte herauskommen.

Die Bachelorarbeit kann unter www.jungundaltspielt.de heruntergeladen werden.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.