Angesagt – Anna Fischer

Bild Disney/ Kurt Krieger

Sehr geehrte Frau Anna Fischer,
Sie sind Schauspielerin. Viele kennen Sie aus der Serie „Die Heiland: Wir sind Anwalt“ oder aus „Harter Brocken“.

Nebenbei sind Sie auch Sängerin und Sie sprechen die Rolle der Vanellope im neuen Disneyfilm „Chaos im Netz“.

Die Redaktion: Wie wird man eigentlich Synchronsprecherin für einen Disneyfilm?

Ruft da Disney einfach mal an und fragt nach, ob Sie Lust haben, einer Figur Ihre Stimme zu leihen?

Anna Fischer: Naja, ich musste auch erst einmal ein Casting durchlaufen. Du hast dann ein Casting.

Es gibt im Hintergrund sehr viele Leute, die viel draufhaben und die genau wissen, wer welche Stimme im öffentlichen Bereich sprechen könnte und dann wirst du angerufen und in einem Casting wirst du überprüft, ob du es drauf hast oder nicht. Wenn du es draufhast, wirst du wieder genommen.

Die Redaktion: Wie viel von Ihnen persönlich steckt in dieser Figur?

Anna Fischer: Naja, ich hauche ihr ja nur Leben ein. Letztendlich ist es auch nur eine Rolle. Ich bin keine Rennfahrerin, ich bin auch keine Prinzessin. Aber ich mag ihren Weg, wie sie lebt. Und sie hat bestimmte Fähigkeiten, sie macht Dinge, sie ist mutig und hat einen flotten Spruch, sie weiß, wie es geht und sie hat Werte.

Für sie ist Freundschaft wichtig. Es geht nicht darum, wie du aussiehst, das spielt keine Rolle. Sie ist einfach da und lebt das Leben. Ich finde ihre Lebenseinstellung einfach schön. Und deswegen haben wir da auch viele Parallelen. Es gibt Rollen, wo du sagst: nein gar nicht.

Natürlich spiele ich auch gern Rollen, die fernab von mir selber sind. In diesem Fall ist es etwas anders. Es ist sehr lustig, dies zu machen. Man kann so viel machen. Emotionen zeigen, du kannst lachen, du kannst heulen und vieles geben.

Bild Disney

Die Redaktion: Wie muss man sich den Tag im Synchronstudio vorstellen, wenn Sie die Rolle einsprechen?

Anna Fischer: Alles ein wenig entspannt. Wir haben einen Plan. Man kommt früh ins Studio. Dann hat man ein Booklet, ein ziemlich großes Booklet. Da stehen die einzelnen Sätze drin. Dann ist dort ein Fernseher, auf dem gezeigt wird, welche Szene bearbeitet wird.

Es wird hierbei alles Satz für Satz gemacht. Und dann gehst du in die einzelne Szene rein. Dann guckst du sie an, natürlich alles in Englisch, darum geht es ja in der Synchronisation alles in Deutsch zu machen und dann sprichst du die Sätze mundgerecht. Dann sitzen viele Leute im Studio, die darauf aufpassen, dass auch alles passt. Da hast du einen Regisseur und einen Tonmann.

Und dann fängst du an zu arbeiten. Und das dauert relativ lange. Man steht da schon einmal sieben Stunden am Tag im Studio. Du sagst ja dabei den Satz nicht nur einmal. Im schlimmsten Fall sogar zehnmal. Aber sie wollen, dass es gut wird.

Dann gibt es eine Mittagspause und dann machst du weiter. Es ist aber ein sehr entspanntes Arbeiten. Weil du einfach dabei bist. Es ist halt Disney.

Bild Disney

Die Redaktion: Dürfen Sie auch schon etwas verraten, um was es in diesem neuen Abenteuer geht?

Anna Fischer: Nach einem unglücklichen Unfall stürzen sich Ralph und seine quirlige Freundin Vanellope ins Internet, denn beim Spielen ist irgendetwas kaputt gegangen. Jetzt müssen sie es irgendwie schaffen, Vanellopes Spiel zu retten.

Und da bietet sich die neue Möglichkeit und sie gehen dabei ins Internet und finden dabei viele neue Abenteuer.

Und ihre Freundschaft wird ganz doll auf die Probe gestellt. Und sie kommen in Welten, wo sie dachten, gibst die noch, gibt es so etwas.

Die Redaktion: Wir sind ein Kinderspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen, weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen zu Hause gespielt?

Anna Fischer: Bei uns zu Hause wurde Mensch ärgere dich nicht, Monopoly und Schach gespielt.

Die Redaktion: Was war Ihnen dabei wichtig, wenn Sie mit Ihren Eltern oder Geschwistern gespielt haben?

Anna Fischer: Es ging im Spiel immer darum, dass du Spaß hast. Dass du dich ablenkst und in neue Welten kommst. Wir wollen doch alle nur spielen, weil wir im Grunde alle noch Kinder sind. Wir wollen dabei in Welten eintauchen, die total Fantasievoll sind.

Und ich glaube, dass man deshalb spielt. Spielen soll einfach nur Spaß bringen und dass wir zusammenkommen. Der Austausch ist dabei einfach wichtig.

Die Redaktion: Welches Spiel spielen Sie am liebsten? Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Anna Fischer: Heute spiele ich gern Kartenspiele. Dann bin ich ein großer Verfechter von Tetris für den Gameboy. Sonst spielen wir alles Mögliche.

Bild Disney/ Kurt Krieger

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Anna Fischer: Ich glaube, das ist echt schwer. Es gibt so viel unfassbare tolle Leute auf der Welt, dass der Platz gar nicht am Tisch reichen würde.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Anna Fischer: Geile Filme, geile Rollen spielen und tolle Projekte umsetzen.

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.