Julie und Schneewittchen

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Schlimmer geht’s immer“ von Franca Düwel, gelesen von Josefine Preuß.
Die Autorin Franca Düwel ist kein unbeschriebenes Blatt, sie war bereits als Drehbuchautorin sehr erfolgreich.

Mit dem Teenie-Tagebuchroman „Julie und Schneewittchen“ legte sie ihr Romandebüt vor, das nun auch als Hörbuch zu haben ist. Von Kritikern und Lesern wurde die Printausgabe bereits mit Lob überschüttet, ob das Hörbuch da mithalten kann?

Das Leben ist ein permanentes Auf und Ab, nur im Alter zwischen 12 bis 16 wird es zu einer regelrechten Berg- und Talfahrt. Das bekommt auch Julie zu spüren, die sich in einem Wechselbad der Gefühle wähnt. Stress in der Schule, Mobbing gegen eine Klassenkameradin, die Geburt der kleinen Schwester, der Babyblues ihrer Mutter und liebestolle Avancen der vermeintlich besten Freundin.

Und wer darf für alles herhalten? Richtig, das Tagebuch! Hier schreibt sie ihre Gedanken und Erlebnisse und „kotzt“ sich freilich ordentlich aus. Wirklich Hilfe bekommt sie dadurch nicht, aber dafür gibt es ja schließlich auch die als Sorgentelefon umfunktionierte Sexhotline…

Irgendwie habe ich mich durch diese Story in meine früheste Jugend zurückversetzt gefühlt. Es ist kaum zu glauben, über was man sich so alles in dem Alter Gedanken gemacht hat – und zu welchem Ergebnis man bei diesem Grübeln kommt.

Die Geschichte wirkte für mich jedenfalls durchgehend authentisch und glaubhaft, wobei die Erlebnisse und Charaktere natürlich ein wenig überspitzter, dramatischer und gehäufter auftreten als im „normalen“ Teenie-Alltag. Wobei – was ist eigentlich normal?

Die Geschichte hat mich jedenfalls begeistert. Sie ist manchmal ein wenig verrückt, ein bisschen abgedreht und ein einziger Hörgenuss. Die Variante, das Buch in der Form eines Tagebuches zu verfassen, war optimal, da der Leser dadurch sehr nah an die Hauptfigur herangeführt wird. Er kann dadurch an ihrem Leben und ihrer Gefühlswelt regelrecht teilhaben, für diese Sorte von Geschichten ist das nahezu perfekt.

Einen erheblichen Anteil an unserer Begeisterung hatte auch die Sprecherin, Josefine Preuß. Sie konnte die Geschichte mit ihrer Stimme bereichern, diese passt zur Figur der „Julie“ wie ein Maßanzug. Die Vertonung der Protagonistin ist sehr gut gelungen und konnte uns von Anfang an überzeugen. An der Stelle ein großes Lob an die Macher!

Fazit

„Julie und Schneewittchen – Schlimmer geht’s immer“ ist eine echte Bereicherung für die heimische Hörbuch-Bibliothek. Zwar richtet es sich eher an ein jüngeres Publikum, aber auch für ältere ist es ein echter Hörgenuss.

Die Story ist authentisch, spannend und wurde sehr gut in Szene gesetzt. Aus unserer Sicht eine echte Empfehlung! (S.Z.)

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.