Angesagt – Jean Kuerten

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Sehr geehrte Frau Kuerten,
Sie sind im Bereich Design bei der Firma tätig, wo alle Kinderherzen sofort höherschlagen. Sie arbeiten bei der Margarete Steiff GmbH.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben, für Leute, die Sie noch gar nicht kennen?

Jean Kuerten: Lustig & freundlich! Kreativ, innovativ und passioniert in puncto Design!

Die Redaktion: An welchen Projekten haben Sie bereits gearbeitet?

Jean Kuerten: Unser Team hat bereits an vielen verschiedenen lustigen und liebenswerten Plüschtieren gearbeitet. Die Bandbreite reicht von Affen bis zu Zebras!

Die Redaktion: Wie lange dauert die Entwicklung eines neuen Produktes, also von der Idee bis zum Endprodukt im Handel?

Jean Kuerten: Bis eines unserer Produkte in die Geschäfte kommt, dauert es ungefähr 12 Monate. Falls es sich um ein komplexeres Tier handelt, kann es bis zu 18 Monate dauern. Wir lassen uns Zeit, um so umsichtig wie möglich zu sein und legen besonderes Augenmerk auf jedes einzelne Detail.

Die Redaktion: Wer arbeitet eigentlich alles an der Entwicklung eines neuen Produktes mit?

Jean Kuerten: Es sind viele Mitglieder unseres Teams involviert, wenn es darum geht, einem neuen Produkt Leben einzuhauchen. Mindestens 15 Personen! Neben mir sind das außerdem Designer, Projektmanager, das Entwicklungsteam, das Vertriebsteam, das Marketingteam und das Controlling Team.

Die Redaktion: Kann man in der Entstehungsphase seinen Ideen dazu freien Lauf lassen oder gibt es konkrete Vorgaben durch das Unternehmen?

Jean Kuerten: Es gibt jede Saison bestimmte Produkt-Typen die zwingend benötigt werden, aber grundsätzlich ist jedes Produkt einzigartig und entstammt einer neuen Idee!

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Die Redaktion: Muss man als kreativer Kopf der Entwicklung ständig mit einem Notizzettel herumlaufen, um schnell seine Ideen aufzuschreiben?

Jean Kuerten: Sicherlich sind Ideen wie ein konstanter Strom. Wir befinden uns daher regelmäßig in Brainstorming-Prozessen oder in Diskussionen, um unsere Produkte zu perfektionieren. Manchmal kommen mir Ideen allerdings auch unter der Dusche!

Die Redaktion: Wie sind Sie eigentlich zu Steiff gekommen?

Jean Kuerten: Mein Mann ist Deutscher und meine Kinder sind in Kalifornien geboren und aufgewachsen. Aufgrund der Herkunft meines Mannes sind wir schon immer gerne nach Deutschland gereist, um Oma und Opa zu besuchen und haben in diesem Zusammenhang auch oft Steiff Tiere während den Besuchen gekauft.

Wir haben uns dann aus familiären Gründen dazu entschieden unseren Wohnsitz von Kalifornien nach Süddeutschland zu verlegen. Unsere Kinder, als Inhaber zweier Staatsbürgerschaften, sollten die Möglichkeit erhalten, eine andere Kultur kennenzulernen.

Ich habe Steiff als Marke schon immer geliebt und war/bin überaus glücklich, dass ich die Chance habe, dort in der Design-Abteilung zu arbeiten.

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Die Redaktion: Welche Besonderheiten bietet Steiff dem Nachwuchs?

Jean Kuerten: Wir bieten die beste Qualität und die niedlichsten Tierdesigns. Als Erfinder des Teddybären, haben wir vor allem sehr viele süße Teddybären.

Die Redaktion: Muss man eigentlich spielaffin sein, um hier zu arbeiten?

Jean Kuerten: Absolut! Man muss definitiv im Herzen jung geblieben sein!

Die Redaktion: Wenn Sie jetzt zurückblicken, haben Sie diesen Schritt jemals bereut, in der Spielwarenbranche zu arbeiten?

Jean Kuerten: Nein, niemals. Eine Karriere zu haben, in der man Produkte entwickelt, die Kindern eine Freude bereiten ist herrlich!

Die Redaktion: Welche Nachwuchskräfte suchen Sie für Steiff?

Jean Kuerten: Wir suchen zeitweise nach jüngeren Designern mit frischen Ideen. Wir haben zwar unsere Teddybär-Meister, die seit langer Zeit bereits in unserem Unternehmen tätig sind und dadurch über ein umfangreiches Wissen verfügen, aber diese freuen sich immer, ihre Erfahrungen an neue Designer weiterzugeben. Erst vor kurzem wurde ein junger Hochschulabsolvent Teil unseres Teams.

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Die Redaktion: Wir sind ja eigentlich ein Magazin, welches Kinderspiele und Spiele vorstellt, ohne dass wir dabei von Verlagen bezahlt werden, um unabhängig zu sein. Haben Sie als Kind mit Ihren Eltern gespielt? Und was war da Ihr schönster Moment?

Jean Kuerten: Ja, mit meinen Eltern habe ich häufig Brett- und Sportspiele gespielt. Unsere liebsten Brettspiele waren Monopoly und Scrabble.

Die Redaktion: Was wird bei Ihnen zu Hause gespielt?

Jean Kuerten: Monopoly und Dog-Opoly! Wir gehen außerdem liebend gerne Bowlen oder spielen Baseball und Touch Football draußen im Freien.

Die Redaktion: Spielen verbindet und macht bekanntlich viel Spaß. Spielen Sie auch mal mit Ihren Freunden?

Jean Kuerten: Natürlich! Manchmal spielen wir auf Partys Pictionary oder andere spaßige Spiele für Erwachsene.

Die Redaktion: Gibt es ein besonderes Spiel, was Sie mit Erinnerungen verbinden und immer wieder gerne spielen?

Jean Kuerten: Wir spielen immer noch Monopoly. Dieses Spiel ist einfach zeitlos und immer ein riesen Spaß!

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer wäre es dann, der an Ihrem Tisch Platz nehmen darf?

Jean Kuerten: Richard Steiff

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Jean Kuerten: Mit Steiff weiterhin die besten Produkte für Kinder zu entwickeln, einzigartige Sammlerstücke zu produzieren und somit den Traum Margarete Steiffs auch heute erfolgreich weiterzuführen!

https://www.steiff.com/de-de/

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Wilfried Just
Über Wilfried Just 5307 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.