Interview mit Paul Maar und Hannes Maar

Bild Anne Maar

Die Redaktion: Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem neuen Buch?

Paul Maar: Weil ich nicht schon wieder ein Samsbuch schreiben wollte, aber Lust hatte, einen neuen Text zu verfassen, kam ich auf die Idee mit der bürgerlichen, etwas spießigen, aber erzbösen Zauberin und ihrer grundguten Tochter.

Die Redaktion: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ihrem Enkel Hannes?

Paul Maar: Ich wusste ja, dass Hannes sehr gut zeichnet und malt. Mindestens zwei-, dreimal pro Woche sendet er mir neue Illustrationen per WhatsApp. So lag es nahe, dass ich ihn fragte, ob der nicht Lust habe, das Buch zu illustrieren.

Die Redaktion: Wollten Sie auch schon mal jemanden in einen Koffer verwandeln?

Paul Maar: Wenn es mir vergönnt gewesen wäre, meinen Französischlehrer in einen Koffer zu verwandeln, hätte ich sofort davon Gebrauch gemacht.

Hannes Maar: Klingt nach einer tollen Variante für Reisen: Man spart sich ein Ticket und hat direkt ein schmuckes Gepäckstück. Natürlich nur mit Rückverwandlungsoption.

Bild Oetinger Verlag

Die Redaktion: Wie sah Ihre gemeinsame Arbeit an dem Buch „Die Tochter der Zauberin“ aus?

Paul Maar: Hannes schickte mir Entwürfe der Figuren, oft drei oder vier Alternativen. Ich wählte die aus, die mir am besten gefiel und gab manchmal noch Ratschläge dazu, wie: Deine Figur hat gar keinen Hinterkopf! Oder: Lass die Tochter deutlicher lächeln!

Hannes Maar: Wir haben uns zu Beginn zusammengesetzt und haben Ideen für die Illustrationen besprochen, also alles schon mal mit groben Skizzen & Notizen vorgeplant.

Dann habe ich in Rücksprache mit Paul erst die Figuren entworfen, dann das Cover und schließlich die Innenillustrationen.

Die Redaktion: Was haben Sie Neues dabei gelernt?

Paul Maar: Gelernt habe ich, dass es gar nicht immer einfach ist, Ratschläge, die sich aufs Bildnerische beziehen. in Worte zu fassen.

Hannes Maar: Sehr viel. „Tochter der Zauberin“ ist ja das erste ganze Buch, das ich illustriert habe und habe dabei so viel gelernt, dass es den Rahmen dieser Antwort sprengen würde.

Ich glaube, besonders wichtig finde ich im Nachhinein, dass es gut ist, sich nicht zu viel Druck zu machen und sich vom Anspruch, dass es möglichst gut werden soll, den Spaß am Zeichnen nicht vermiesen zu lassen.

Bild Maar

Die Redaktion: Was hat besonders viel Spaß an der gemeinsamen Arbeit gemacht?

Paul Maar: Das sich Enkel (in Berlin) und Opa (in Bamberg) bei der Arbeit nähergekommen sind.

Hannes Maar: Genau. Und es war natürlich toll mit Paul so einen erfahrenen Autor und Illustrator jederzeit nach Feedback und Tipps fragen zu können.

Die Redaktion: Was schätzen Sie am Schreiben / am Illustrieren des jeweils anderen?

Paul Maar: Die Originalität der Zeichnungen und der bildnerischen Einfälle. Auch sein gutes Gespür für Farben. Was man am Umschlag gut sehen kann.

Hannes Maar: Ich mag Pauls Humor und seinen spielerischen und gekonnten Umgang mit Sprache. Und man merkt seinen Büchern an, dass ihm die Arbeit daran Spaß macht, das überträgt sich auf den Leser.

Die Redaktion: Sind weitere gemeinsame Projekte in Planung?

Paul Maar: Noch nicht. Aber eine neue Zusammenarbeit würde mir Spaß machen.

Hannes Maar: Ich würde mich freuen!

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