Drachensaat

Drachensaat von Jan Weiler/ Bild Der Hörverlag

Drachensaat ist ein Werk des bekannten Autors Jan Weiler, welche hier in Form eines Hörspieles vorliegt.

Die Geschichte handelt von Personen, die von der Gesellschaft ausgestoßen wurden, da sie in irgendeiner Art und Weise auffällig geworden sind.

Da ist Bernhard Schade, der eigentlich ein guter Architekt war. Aufgrund seiner Scheidung hatte er alles verloren.

Als es ihm noch gut ging, hatte er einmal Karten für die Wagner-Festspiele bestellt und jetzt hat er diese erhalten. Hier fasst er den Entschluss, sein Leben während der Aufführung ein Ende zu bereiten.

Er schießt sich in den Kopf, nur überlebt er seinen Selbstmordversuch. Da ein Minister während der Veranstaltung zugegen war, hieß es gleich, es sei ein Attentatsversuch gewesen und Bernhard wird in die Klinik eingewiesen.

Dann ist da noch Rita Bauernfeind, sie hat das Gefühl, dass sie ein Radioprogramm im Kopf hat. Sie hatte dann begonnen, die Sendefrequenzen zu essen, so dass sie immer dicker geworden ist. Dadurch erhielt sie ihren Spitznamen „Fette Frau, die Luft isst“.

Ünal Yilmaz ist Busfahrer und irgendwann hat es ihn genervt, immer anzuhalten, so dass er mit dem Bus kreuz und quer durchs Land gefahren ist, ohne anzuhalten. Die Gäste fanden dies natürlich nicht so toll. Auch er kam dafür ins Krankenhaus, in die Geschlossene.

Arnold März war Postbote. Er hatte immer Angst, die Post in die Briefkästen zu stecken, so dass in seiner Wohnung 3,4 Tonnen Post lag. Das führte dazu, dass die Decke der Wohnung eingestürzt ist.

Zum guter Letzt ist da noch Benno Tiggelkamp, der seine tote Mutti einfach im Stuhl sitzen gelassen hat und das neun Jahre, auch er wurde in die geschlossen Abteilung eingeliefert.

Heiner Zens betreibt im Schwarzwald eine Klinik. Er hat es so organisiert, dass diese hoffnungslosen Fälle zu ihm in die Klinik überstellt werden. Er ist der Meinung, dass alle am sogenannten Zens-Syndrom leiden, einer neu entdeckten Zivilisationskrankheit.

Unter seiner Leitung fanden dann die Therapiegespräche statt. Er hatte vor, dass seine Patienten in einem gespielten Fall, welcher eine Entführung sein sollte, das Symptom zu behandeln, so dass sie als geheilt die Klinik verlassen können.

Drachensaat von Jan Weiler/ Bild Der Hörverlag

Nur haben sich alle entschlossen, dies nicht nur zu spielen, sondern selber dies auch durchzuführen.

Fazit

Zens hatte ihm den Namen Drachensaat gegeben. Nach seiner Meinung sind die Patienten die gesellschaftliche Avantgarde, die dazu auserwählt wurde, die Gesellschaft zu verändern. Nur irgendwie läuft alles aus dem Ruder.

Jan Weiler erzählt die Geschichte sehr überspitzt und übt zur gleichen Zeit Kritik an der Gesellschaft.

Durch die Einblendungen, zum Beispiel gedachte Meldungen einer großen Tageszeitung, wird die Geschichte sehr bildhaft erzählt. Drachensaat ist in der Hinsicht gelungen.

  • Sprecher: Jan Weiler, Annette Frier, Matthias Haase, Baki Davrak, Sandra Limoncini
  • Regie:Leonhard Koppelmann
  • Produktion: Der Hörverlag

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