Rrrum um´s Eck!

Keil Verlag

Alles hat mit einem ersteigerten Spiel begonnen. Das Spielprinzip hatte ein wenig an „Mensch ärgere dich nicht“ erinnert, aber war trotzdem erfrischend anders. Neugierig geworden, versuchte ich etwas über den Autor und den Verlag zu erfahren.

Aber diesmal war es fast unmöglich. Es stand nur fest, dass das Spiel der Autor und Geschäftsführer des Wilhelm Keil Spieleverlag Nördlingen/ Bay. erfunden hatte.

Was macht man in dieser Situation, fragen, aber wen. Dank von Herrn Dr. Wilfried Sponsel, der im Stadtarchiv arbeitet, konnte man die Tür einen Spalt öffnen. Er fand heraus, dass in den Zeitungen 1930 keine Inserate oder ähnliches zu finden sei.

Das Wohn- und Geschäftshaus befand sich in der Polizeigasse. Interessant dabei war, dass die Brüder im gleichen Haus anderen Gewerken, wie Büchsenmache und Feinmechaniker, nachgegangen sind.

Durch Zufall hatte ich erfahren, dass die Augsburger Allgemeine einen Artikel über das Spiel geschrieben hatte. Vor längerer Zeit wurde das Spiel bei „Bares für Rares“ vorgestellt. Die Sachverständigen konnten den Namen des Autors und des Spielverlages nicht zuordnen.

Somit hat die Lokalredaktion in Nördlingen ebenfalls Nachforschungen angestellt. Sie fanden heraus, dass Keil, Sohn eines Sattlers, 1898 nach Nördlingen zog. Und durch seine Geschäfte schnell zu Geld und Ansehen gekommen ist.

Das Geld ist aber auch immer wieder weg gewesen. Aber irgendwie ist er immer wieder auf die Füße gefallen, so haben es die Kollegen der Augsburger Allgemeinen treffend umschrieben. In den Nachkriegsjahren verlor sich aber die Spur. Was geblieben ist, sind seine Spiele.

Das Spiel
Mit diesem Spiel unter dem Arm hat der Autor die Schulen besucht und kleine Turniere veranstaltet. Der Gewinner konnten das Spiel behalten. Die anderen Kinder hatte er aufgefordert, das Spiel in seinem Verlag zu kaufen.

Diese Art von PR funktioniert auch heute noch.

Rrrum um´s Eck! ist ein klassisches Laufspiel.

Vom Startpunkt geht es bergauf. An den Enden der Reihe befand sich aber hinterhältig eine Fallgrube. Wenn man direkt reingefallen ist, konnte man erst in der nächsten Runde herausklettern.

Wenn man auf ein Feld gelangt, wo bereits eine Figur stand, musste diese herausgeworfen werden. Wer seine Figuren ins Ziel gebracht hatte, gewann. Einfach aber wirkungsvoll.

Fazit

Ein Spiel, was heutzutage immer noch als Familienspiel funktionieren würde. Was bedauerlich ist, dass man schnell vergessen ist. Wahrscheinlich ist auch das Spiel nie über die Grenzen von Nördlingen hinaus bekannt geworden.

Heutzutage, dank des Internets, werden Autoren und Verlage nicht so schnell aus dem Gedächtnis verschwinden, so ist halt der Wunschgedanke.

Aber auch hier sieht die Realität anders aus. Schade, so sollte man halt neugierig sein, wer das Spiel erfunden hat und woher es kommt. Dies haben die Menschen verdient, die uns als Kunden für einige Stunden Spaß und Unterhaltung bieten wollten.

Auf diesem Wege möchte ich mich beim Stadtarchiv und der Augsburger Allgemeinen für die Unterstützung bedanken.

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 20 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.