Die Zeitmaschine 1 + 2

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Lange haben Oliver Dörings Fans darauf gewartet, dass sich der passionierte Science-Fiction-Fan der Hörspielumsetzung der erfolgreichen H. G. Wells-Stoffe annimmt, und es ist ihm bei Die Zeitmaschine geradezu kongenial gelungen, diesen fundamentalen Klassiker einer vierdimensionalen Zeitreise gewissermaßen in die 2. Dimension des Hörspiels zu adaptieren.

Döring versetzt die Erfindung der Zeitmaschine in die 70er-Jahre des 20. Jahrhunderts, in die Zeit nach der ersten Mondlandung, der ersten Personal Computer und der Concorde, in der die technologische Entwicklung ähnlich große Schritte gemacht hat, wie zur Zeit des Fin de Siècle.

Ebenso waren die 70er-Jahre erneut eine Epoche der Angst vor Kriegen, Weltuntergang und unkontrollierbaren neuen Technologien, was den heutigen Hörern den moralischen Hintergrund des Zeitreisenden näherbringt.

Der 48-jährige Oliver Döring startete seine Karriere als freier Journalist, Autor und Comedy-Macher für diverse Rundfunkanstalten. Erste Erfolge feierte er 1998 mit der in NRW sehr populären Radio-Comedy Die Eins Live-Retter.

Sein Durchbruch in der Hörspielbranche gelang ihm im Jahr 2000 als Autor und Regisseur der Hörspielserie Geisterjäger John Sinclair.

Unter Verwendung hochwertiger Sound-Effekte und mit einem fast ausnahmslos aus bekannten Synchronschauspielern bestehenden Ensemble betrieb er einen für eine kommerzielle Hörspielproduktion bis dato beispiellosen Aufwand.

Seine Produktionen finden bei Kritikern und Publikum gleichermaßen großen Anklang, und er gilt als einer der erfolgreichsten Regisseure des fantastischen Hörspiels.

Die Zeitmaschine erschien das erste Mal 1895 und der Roman zählt als Klassiker der Science-Fiction-Literatur und wurde mehrfach verfilmt.

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Das Thema ein Klassiker der Menschheit, denn es geht um die Unterdrückung der Menschen und die extremen Klassenunterschiede. Wells wollte die Gesellschaft mit seinen Werken bloßstellen und sie dadurch kritisieren. Wells wurde 1866 geboren und verstarb 1946.

Er war nicht nur Autor, sondern auch Historiker und Soziologe. Die heutige Geschichte hält sich streng an die Vorlage, nur wurde die Handlung in den 80er-Jahren verlegt, dadurch wirkt alles moderner. Spannend und unterhaltsam wird die Geschichte erzählt.

Wells hat mit den Marsmenschen die USA unsicher gemacht
Das haben die Menschen wirklich geglaubt: Marsmenschen sind in New Jersey gelandet! Mit dieser Nachricht unterbrach der junge Orson Wells im Oktober 1938 im Radio seine Literatursendung und löste damit eine Massenpanik aus.

Ein ganz gewöhnlicher, ruhiger Sonntagabend. Unterschwellig herrschte jedoch ein Klima der Angst im Land, ausgelöst durch die Wirtschaftskrise und den drohenden Krieg in Europa.

Das Radio war damals das Massenmedium schlechthin, und wie üblich hatten sich Millionen amerikanischer Familien im Wohnzimmer versammelt, um Nachrichten und Unterhaltungssendungen zu hören.

Der junge Orson Wells, der sich bereits als Theaterregisseur einen Namen gemacht hatte, leitete in jenem Jahr für den nationalen Radiosender CBS eine wöchentliche Hörspielreihe auf der Basis von Literaturklassikern.

Die Ausgabe am 30. Oktober basierte auf H. G. Wells‘ Science-Fiction-Roman „Der Krieg der Welten“ und hatte die Form fiktiver Nachrichtenbulletins. Um 20.15 Uhr schickte Orson Wells eine Sondermeldung über den Äther: In New Jersey sind Marsmenschen gelandet!

Am folgenden Tag berichteten die Zeitungen im ganzen Land von Panikausbrüchen in der Bevölkerung. In New Jersey meldeten sich Reservisten der Armee in den Kasernen zum Kampfeinsatz.

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„Orson Wells schockt Amerika: Der Krieg der Welten“ untersucht die Hintergründe dieses Missverständnisses, das zu einer der größten Massenhysterien in der amerikanischen Geschichte führte. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der erst 23-jährige Orson Wells, der die Sendung genial inszenierte und in einer Pressekonferenz souverän dazu Stellung nahm.

Neu und modern erzählt – und doch ganz dicht am Original!

Neue Folgenreich-Hörspielreihe nach H. G. Wells – produziert von Oliver Döring: Die Zeitmaschine (Folgenreich/Universal Music Family Entertainment; ab 12 Jahren).

Fazit

Die „Neu-Erzählung“ ist wahrscheinlich dichter am Original als das Original selber.

Sie wurde zwar in eine andere Epoche verlegt, was aber der Geschichte nicht schadet, denn die Botschaft ist immer noch klar und deutlich, vor allem gerade in der heutigen Zeit, wo der Mensch kurz vor einem Atomkrieg steht, denn die Geschichte ist eine Mahnung an alle, den Zugriff auf den Koffer zu verhindern, mit dem sie die Atomwaffen einsetzen. Sehr hörenswert.

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