Wie spielt man in der Welt

Bild Playmobil

Eine Reise durch die Welt der Spiele zu machen, hat mich schon immer interessiert. Aber die liebe Zeit war es, die einem immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Spiele begeistern schon seit eh und je die Menschheit. So kannte man Brettspiele schon vor 4000 Jahren.

Und die Erfindung des Würfels soll auf den Gott Hermes zurückzuführen sein. Wahrscheinlich hat er als Götterbote immer ausgewürfelt, wer welches Paket transportieren muss. Eines der wohl ältesten Spiele soll das Spiel Mehen sein, von welchem es Aufzeichnungen gibt, die bis etwa 3.000 v. Chr. belegt sind.

Oder auch Mikado lässt sich bis in das Jahr 100 v. Chr. nachweisen. Viele Spiele, so auch Senet, welches die Pharaonen gespielt haben, wurden erst rituell gespielt, erst später folgte daraus die Unterhaltung.

Es gab sogar auch Zeiten im 13. Jahrhundert, wo Spielkarten in Italien als Teufelswerk angesehen waren und sogar verbrannt wurden. Aber die Idee bestand ja nicht darin, Spielgeschichtsforschung zu betreiben, sondern was man in Familien dieser Welt traditionell spielt.

Schließlich verbinden Spiele Menschen und warum nicht diejenigen mit unterschiedlicher Nationalität. Dies habe ich auch im Urlaub immer wieder gesehen, wenn mein Sohn mit anderen Kinder, die nicht seine oder er ihre Sprache beherrschte, einfach gespielt haben. Am meisten waren es UNO oder Mau Mau. Und was wichtig war, die Kinder hatten ihren Spaß.

Abgesehen davon, dass er dann immer ankam, um zu wissen, was in Englisch dies und das heißt, damit er sich mit Wortbrocken verständigen kann. Spielen verbindet und das auch über sprachliche Barrieren.

Und so sollten wir uns einfach mal interessieren, was unsere Mitbürger mit ausländischen Wurzeln zu Hause spielen. Man ändert dadurch nicht die Welt, aber wenn man sich interessiert, zeigt man diesen Mitbürgern, dass sie in Deutschland willkommen sind.

Und zum Spielen hat man doch immer mal Zeit, schließlich macht Spielen immer Spaß und das seit vielen tausend Jahren. Und so lade ich Sie einfach mal ein, eine Reise durch die Welt der Spiele zu machen. Man bemerkt dabei auch, dass bestimmte Spielideen einem bekannt vorkommen.

Afghanistan – Shash na panj

Afghanische Kinder nennen dieses Spiel „Shash na panj“, das heißt „fünf statt sechs“.

Das Besondere, es können mehrere Kinder zugleich spielen, aber bevor das Spiel beginnt, wählen diese einen Spielleiter.

Jeder Spieler erhält eine Ziffer, die man sich merken muss. Der Spielleiter ruft eine Nummer, der Spieler jetzt ruft schnell ein andere Nummer auf usw.

Sobald eine Nummer aufgerufen wird, die es nicht im Spiel gibt oder wenn ein Spieler eine zu lange Pause macht, scheidet er aus. Das Ziel besteht darin, so lange wie möglich im Spiel zu bleiben.

Demokratische Republik Kongo – Mach meine Füße nach

„Allen Kindern, die sich gerne neue Tanzschritte ausdenken, gefällt das Spiel „Mach meine Füße nach“. Sechs bis zehn Spieler bilden einen Kreis. Einer wird zum Vortänzer bestimmt und stellt sich in die Kreismitte.

Ein Spieler aus dem Kreis wird als Spielleiter gewählt. Er beginnt, einen Rhythmus zu klatschen. Alle anderen klatschen mit. Der Vortänzer stellt sich vor den Spielleiter und macht einige Tanzschritte nach dem Rhythmus. Wenn er aufhört, versucht der Spielleiter die Tanzschritte nachzumachen.

Gelingt ihm dies, wird er Vortänzer und jemand anders Spielleiter. Dann beginnt das Spiel von vorn. So geht es weiter, bis jeder einmal Vortänzer war.“ (Unicef)

Irland – Hurling

Hurling gehört zu Irland, wie die Kobolde und das Guinness. Dieses Spiel findet man auch in keinem anderen Land. Dieses Spiel gehört zu den ältesten Mannschaftsspielen der Welt. Laut den Sagen und Geschichten des Landes gab es vor der Schlacht zwischen den Kelten und den Ureinwohnern ein Hurling Spiel. Zwar haben die Kelten gewonnen, auch in der Schlacht, aber das Spiel blieb weiter im Bestand der Kultur.

In den alten Aufzeichnungen konnte man nachlesen, dass wenn ein Spieler verletzt wurde, ihm eine Entschädigung zustand.

Das Finale in Hurling ist für die Iren genauso wichtig wie ihr Nationalfeiertag und wird schon Wochen vor Beginn des Spiels gefeiert.

Im Spiel selber versuchen 15 Männer mit einem langen Holzschläger einen Ball in das gegnerische Tor zu bringen. Der Schläger selber ist einen Meter lang und am Ende breit abgeflacht. Der Ball kann aber auch mit der Hand geschlagen oder mit dem Fuß getreten werden. Mit dem Ball in der Hand darf aber der Spieler nur vier Schritte laufen. Ein Tragen des Balles in das Tor ist nicht erlaubt. Auf dem Schläger kann der Ball so lange getragen werden, wie es der Spieler kann.

Daher geht es im Spiel sehr rau zu, denn jeder will ja den Ball erobern. Warum Hurling nicht wo anders gespielt wird, kann keiner mehr sagen.

Inuit Drei-in-einer-Reihe

Inuit oder Yuit, bedeutet so viel wie “Die Menschen”. Diese leben im hohen Norden, in einer Welt, in der wir Europäer wohl nicht überleben würden. Viele Spiele, die diese Menschen hier spielen, haben etwas mit Bewegung zu tun. Dies reicht vom Ringen bis zum Tauziehen. Auch Puzzlespiele, die mit Knochen gespielt wurden, waren sehr beliebt.

Das Spiel „Drei in einer Reihe“ kennen viele, denn es ist das Tic Tac Toe Spiel. Das Spielfeld besteht aus Tierleder und jedes der neun Quadrate zeigt ein Tier. Die beiden Spieler spielen mit hellen oder dunklen Knochen. Gewonnen hat derjenige, der als erstes mit seinen drei Knochen, eine waagerechte, senkrechte oder diagonale Reihe gebildet hat.

Israel – „Obstsalat“

Zu Beginn des Seilsprung-Spiels aus Israel wählt jedes Kind eine Obstsorte als neuen „Namen“, auf den es von nun an hört. Während das Seil geschwungen wird, ruft der Spielleiter (z. B. einer der beiden, die das Seil halten) in beliebiger Abfolge Obstsorten in die Runde, die dann mit Durchhüpfen an der Reihe sind. Um es schwieriger zu machen, können auch mehrere Früchte auf einmal genannt werden – vorausgesetzt, das Seil ist lang genug, damit zwei oder drei Kinder nebeneinander hindurchspringen können.

Zu Weihnachten kann man das „Obstsalat“-Spiel auch einfach in „Bunter Weihnachtsteller“ umbenennen, wobei die Kinder dann als „Spekulatius“, „Lebkuchenherzen“ und „Zimtsterne“ durchs Seil hüpfen. Wenn mal wieder kein Schnee liegt, kann man sich so an der frischen Luft schön warm halten.

Frankreich – „Bilboquet“

Wer nicht nur gern spielt, sondern mindestens genauso viel Freude am Basteln hat, ist beim „Bilboquet“ genau richtig. Denn das Spielgerät muss anfangs erst einmal selbst zusammengebaut werden, wobei Erwachsene gern behilflich sein dürfen. Alles, was es braucht, sind ein ausgewaschener Joghurtbecher, eine 40-50 cm lange Schnur und eine in den Becher passende Kugel mit Loch – entweder fertig aus Holz oder auch selbst geformt aus Knete.

In den Boden des Bechers wird ein kleines Loch gestochen, durch das die Schnur gefädelt wird. Das Schnurende im Becher wird mit einem großen Knoten versehen, sodass es nach unten nicht herausrutschen kann. Am anderen Ende der Schnur wird die Kugel festgemacht.

Das eigentliche Spiel besteht nun darin, die Kugel an der Schnur nach oben zu schwingen und sie beim Herunterkommen mit dem Becher aufzufangen. Hört sich vielleicht einfach an, erfordert aber durchaus einiges an Geschick. Probiert es selbst mal aus!

Philippinen – „Verknotet!“

Das sportliche Gruppenspiel von den Philippinen macht umso mehr Spaß, je größer die Zahl der beteiligten Kinder ist. Zu Beginn stellen sich alle Mitspieler in einem großen Kreis mit Blick in die Mitte und genügend Abstand zueinander auf.

Dann schließen alle die Augen, strecken die Hände aus und gehen langsam in Richtung Mitte. Kommt man nun mit einer fremden Hand in Berührung, muss man diese sofort festhalten und darf nicht wieder loslassen.

Das Ganze geht so lange, bis jedes Kind mit beiden Händen eine andere Hand gegriffen hat – dann öffnen alle die Augen und können sich ansehen, welches verknotete Gewirr entstanden ist. Jetzt geht der Spaß erst richtig los, denn nun geht es darum, den riesigen Knoten durch Drehen, Hindurchschlüpfen, Herübersteigen und Durchkriechen möglichst komplett zu entwirren, ohne sich gegenseitig loszulassen!

Zaire – „Reifenjagd“

Eigentlich gehört zu dieser Wurfübung neben einem Reifen auch eine Art Speer oder Stock. Damit auch kleinere Teilnehmer mitmachen können, bietet es sich jedoch an, zum Werfen einfach einen (weniger gefährlichen) Ball zu benutzen.

Während ein Kind nun den Reifen mit Schwung entlang einer vorgegebenen Strecke rollen lässt, versucht ein anderes Kind von einem festgelegten Punkt aus, seinen Ball durch den vorbeirollen Reifen zu werfen oder ihn damit sogar zu stoppen. Ist genügend Schnee vorhanden, kann statt mit einem normalen Ball natürlich auch mit Schneebällen geworfen werden.

Israel – „Obstsalat“

Zu Beginn des Seilsprung-Spiels aus Israel wählt jedes Kind eine Obstsorte als neuen „Namen“, auf den es von nun an hört. Während das Seil geschwungen wird, ruft der Spielleiter (z. B. einer der beiden, die das Seil halten) in beliebiger Abfolge Obstsorten in die Runde, die dann mit Durchhüpfen an der Reihe sind. Um es schwieriger zu machen, können auch mehrere Früchte auf einmal genannt werden – vorausgesetzt, das Seil ist lang genug, damit zwei oder drei Kinder nebeneinander hindurchspringen können.

Zu Weihnachten kann man das „Obstsalat“-Spiel auch einfach in „Bunter Weihnachtsteller“ umbenennen, wobei die Kinder dann als „Spekulatius“, „Lebkuchenherzen“ und „Zimtsterne“ durchs Seil hüpfen. Wenn mal wieder kein Schnee liegt, kann man sich so an der frischen Luft schön warm halten.

Russland Zwölf Stöcke

Per Los wird ein Wächter gewählt und für das Spiel werden zwölf Stöcke, ein Stein und ein Brett benötigt. Auf dem Stein wird das Brett abgelegt, so dass eine Art Wippe entsteht. Darauf werden die zwölf Stöcke gelegt.

Dann wird auf das Brett geschlagen, so dass sich die Stöcke in der Gegend verteilen. In der Zeit verstecken sich die Kinder. Nachdem der Wächter alle Stöcke zusammen hat, muss er die Kinder suchen. Wenn er eins gefunden hat, rennt er zum Brett und klopft drauf.

Ist aber das Kind schneller, muss der Wächter nochmals suchen, wenn nicht, wird mit dem gefundenen Kind die Position getauscht.

Mexiko – Cocoyocpatolli

Cocoyocpatolli ist ein Cocoyocpatolli. Man gräbt eine kleine Kuhle, welches das Ziel darstellt. In einigen Meter Entfernung wird ein Strich gezogen, dieses stellt die Wurflinie dar.

Von hier aus müssen die Spieler ihre Kugel in das Ziel schnipsen.

Wer die meisten Kugeln in die Kuhle gebracht hat, hat das Spiel gewonnen.

Mexiko – Pinata

Pinata ist wohl das bekannteste Spiel aus Mexiko und gehört zu jeder Geburtstagfeier einfach dazu. Die Pinata ist meist ein Esel, der aus Pappe gebastelt wurde und mit vielen Süßigkeiten gefüllt ist. Die Pinata wird an einen Baum oder an eine Decke gehängt.

Der Spieler bekommt die Augen verbunden und muss mit einem Stock die Pinata zerschlagen. Dazu hat der Spieler nur drei Versuche, sonst ist der nächste Spieler dran. Wenn man dem Kind die Augen verbunden hat, wird das Kind gedreht und es muss die Pinata finden.

Der Lohn für alle sind die Süßigkeiten.

China – Eichhörnchenhaus

In einem bestimmten Bereich werden bunte Ringe verteilt, am besten Ringe, wo nur ein Spieler sich reinstellen kann. Man benötigt immer einen Ring weniger, als Spieler beteiligt sind. Dann stellt man die Musik an und die Kinder rennen überall wie wild herum.

Sobald die Musik abbricht, müssen alle Kinder schnell einen Ring finden. Wer übrig bleibt, ist aus dem Rennen und scheidet aus. Dann wird ein Ring entfernt. Das Spiel geht so lange, bis nur noch ein Spieler übrig ist.

Frankreich – Flitzende Fische

Für dieses Spiel werden einige Requisiten benötigt. Zuerst benötigt man ein ein Meter langes Brett mit glatter Oberfläche, welches ca. 20 cm breit ist. Dann Tonpapier, aus welchem die Spieler Fische basteln. Etwas Kreppband, je einen Strohhalm pro Spieler und eine Stoppuhr. Die Fische werden am Schwanz und am Kopf gebogen, so dass diese nicht glatt auf dem Brett liegen.

Das Brett wird kniehoch befestigt. Wobei das Kreppband die jeweiligen Bahnen, wie beim Schwimmen, markieren.

Die Fische können unterschiedlich bewegt werden, dabei dürfen diese aber nicht mit den Fingern berührt werden. Man kann durch Zuweddeln oder durch Pusten mit dem Strohhalm die Fische vorwärts bewegen. Dabei dürfen die anderen nicht behindert werden. Fische, die herunterfallen oder außerhalb der Kreppbandmarkierung kommen, müssen von vorne anfangen.

Wer als erstes ankommt, hat das Spiel gewonnen. Man kann auch die Zeit stoppen und das Spiel in mehreren Durchgängen spielen und wer zum Schluss die beste Zeit hat, gewinnt das Spiel.

Afghanistan – Dowazda Boza

In vielen Ländern gibt es keine Spielbretter, wie wir sie kennen, aber die Kinder sind bekanntlich erfinderisch, so wird der Spielplan einfach auf die Erde gemalt.

Dowazda Boza ist eine Art Mühlespiel. Hier werden auf den Knotenpunkten die Spielsteine gesetzt. Wenn man keine hat, werden halt richtige Steinchen dazu verwendet. Nur der Mittelpunkt des Quadrates bleibt leer. Wenn man mit den Spielsteinen springt, werden die anderen, die man überspringt, gefressen, wenn der darauf folgende Knotenpunkt leer ist.

Nur im allerersten Zug ist dies nicht möglich. Wer die meisten gegnerischen Spielsteine hat, hat das Spiel gewonnen.

Afghanistan – Bojol Bazi

Das Spiel wird mit einem sogenannten Knöchel gespielt, der vier Seiten besitzt. Die Seiten haben Namen wie Pferd, Esel, Tschak und Pok. Da die Seiten rund oder spitz sind, steht dieser Knöchel nie aufrecht.

Jeder Spieler würfelt mit zwei Knöcheln und gewonnen hat derjenige, der zwei Pferde, Pferd + Esel, oder Esel + Pok gewürfelt hat. Verlieren tut derjenige, der Tschak + Esel und Tschak + Pferd gewürfelt hat. Der Spieler bekommt dann von den anderen Spielern die Bojol.

Türkei – Okay

Dieses Spiel stammt aus der Türkei und besitzt Ähnlichkeiten zum Romme oder Rummikub.  Die Spielsteine werden so wie bei Rummikub in Ablagen vor den Spielern abgestellt, so dass sie für die anderen nicht ersichtlich sind.

Hierzu erhält jeder Spieler 14 Spielsteine, nur der Geber erhält 15 Spielsteine. Das Spiel besteht aus 106 Spielsteinen, die mit den Ziffern 1-13 versehen wurden. Auch gibt es zwei falsche und zwei richtige Joker.

Man muss beim Spiel eine Gewinnerhand erzeugen, die aus Gruppen oder Serien besteht, deswegen die Ähnlichkeit zu Romme. Dabei besteht eine Gruppe aus drei gleichzahligen aber verschiedenfarbigen Spielsteinen. Die Serie besteht aus der gleichen Farbe, aber numerisch in der richtigen Folge. Kann man keinen Stein ablegen, muss man einen Strafstein ziehen. Sobald alle Steine abgelegt wurden, endet das Spiel.

Türkei – Pisti

Der Ursprung des Spiels geht weit zurück in die Zeit, als in der Türkei noch Hirten die Tiere gehütet haben. Das Spiel ist auch nach Europa gelangt.

Pisti ist ein Kartenspiel und man kann es als Stichspiel bezeichnen. Wer einen Stich macht, darf in dieser Runde nicht noch einmal eine Karte ausspielen. Und wie bei vielen Spielen geht es im Uhrzeigersinn weiter. Der Vorteil, einen Stich zu machen, ist, dass man drei Karten, die verdeckt auf dem Tisch liegen, sich ansehen kann und dann darf man eine auswählen.

Stiche kann man mit einem Buben oder einer gleich hohen Karte erzielen. Kann man die letzte Karte nicht stechen, erhält derjenige die Karte, der als letzter gestochen hatte.

Ruanda – Gutera Uriziga

In vielen Ländern dieser Welt gibt es keine klassischen Brett- oder Kartenspiele, so dass sich die Kinder mit anderen Dingen behilflich sein müssen. Und mit einem Reifen und Stöcken kann man auch spielen.

Der Stock muss ca. 1,5 Meter lang sein. Die Kinder stellen sich Schulter an Schulter und halten ihren Stock in die Höhe und warten, bis der Spielleiter den Reifen in Bewegung setzt. Die Kinder versuchen nun, ihre Stöcke durch den rollenden Reifen zu werfen, wenn er bei ihnen vorbei rollt.

Derjenige, der es geschafft hat, bekommt einen Punkt, deshalb muss der Spielleiter aufpassen, wer es geschafft hat. Das Spiel wird in mehreren Durchgängen gespielt und wer zum Schluss die meisten Punkte hat, hat das Spiel gewonnen.

Burkina Faso – Yote

In vielen Ländern behelfen sich die Kinder damit, die Spielfelder auf die Erde zu zeichnen und dann zu spielen. Auch wenn viele jetzt stöhnen und diese Kinder als arm bezeichnen, sind sie es bei weitem nicht, denn ihre Kreativität ist bei weitem höher, als bei unseren Kindern, die mit Konsumgütern überhäuft sind.

Auf die Erde werden fünf Reihen mit je sechs Löchern gezeichnet. Ein Spieler erhält zwölf Kieselsteine, der andere zwölf Stöckchen. Derjenige mit den Stöckchen versucht, dem Gegner die Spielsteine wegzunehmen.

Man kann eine Spielmarke schlagen und vom Spielfeld entfernen, wenn man sie mit der eigenen Spielmarke in gerader Linie überspringt, also nach oben oder unten, oder seitlich, aber nicht diagonal. Dabei muss die Spielmarke, die man schlägt, in einem Loch direkt neben dem eigenen liegen. Das Loch dahinter muss leer sein.

Beginnen tut der Spieler, der die Kieselsteine hat und diesen legt er in irgendeinem Loch ab. Der Spieler mit den kleinen Holzstöckchen legt dieses ebenfalls in einem leeren Loch ab.

Es darf immer nur ein Stück gesetzt werden. Die Spielmarken können in andere leere Löcher versetzt werden, aber immer nur in gerader Linie nach oben, unten oder seitlich, nie diagonal. Ziel ist es, die Spielmarken des Gegners von Anfang an zu entfernen. Ein paar der eigenen hebt man sich für später auf, weil man sie noch brauchen wird!

Ghana – Adi

Adi wird zu zweit gespielt und der Name kommt vom gleichnamigen Aditi Busch, der in Ghana wächst und man dessen Samen zum Spielen nutzt.

Das Spielfeld besteht aus zwei Reihen mit je sechs Kuhlen, die hier umgangssprachlich Häuser genannt werden. An beiden Enden des Spielfeldes wird der Schatz gelagert.

„Zu Beginn des Spiels werden in jedes der zwölf Häuser vier Samen gelegt. Ein Spieler beginnt damit, dass er aus irgendeinem Haus auf seiner Seite alle Samen herausnimmt.

Diese verteilt er dann einzeln gegen den Uhrzeigersinn in die Häuser, wobei er rechts von dem ausgeleerten beginnt. Fällt der letzte Samen in ein Haus, das Samen enthält, so nimmt er diese auf und verteilt sie wie vorher.

Sobald der letzte Samen die im Haus vorhandenen auf vier ergänzt, darf der Spieler sie in seinen Schatz legen. Jeder ist so lange an der Reihe, bis er vier Samen in seinen Schatz tun kann, oder der letzte Samen in ein leeres Haus kommt. Dann kann der nächste alle Samen aus einem beliebigen Haus auf seiner Seite herausnehmen und sie verteilen wie vorher beschrieben. Die Strategie beider Spieler besteht darin, dass möglichst keine Dreiergruppen von Samen auf dem Spielfeld gebildet werden.

Wer mehr als 24 Samen in seinem Schatz hat, ist Sieger“ (Quelle: unicef)

Sri Lanka – Nerenchi

Um spielen zu können, benötigt man nicht viel. Das Spiel ähnelt dem Dame Spiel. Das Spielfeld wird auf den Boden gezeichnet und jeder Spieler bekommt zwölf Steine, einer helle und einer dunkle Steine.

Die Spieler setzen abwechselnd je einen Stein auf einen leeren Kreuzungspunkt, das heißt an eine Stelle, wo zwei oder drei Linien zusammentreffen. Jeder Spieler versucht, ein Nerenchi zu bilden, das sind drei Steine derselben Farbe auf gerader Linie. Er versucht auch, seinen Gegner an der Bildung eines Nerenchi zu hindern. Wenn es einem Spieler gelungen ist, ein Nerenchi herzustellen, darf er einen Stein seines Gegners entfernen, allerdings nicht aus einem vollständigen Nerenchi.

Die Steine, die man herausgenommen hat, dürfen für das laufende Spiel nicht mehr verwendet werden. Sobald alle 24 Steine auf dem Spielfeld stehen, werden diese von einer Kreuzung zur nächsten Kreuzung bewegt.

Ein Spieler kann die Steine eines seiner eigenen Nerenchis bewegen. Wenn er die gerade Linie wieder herstellt, kann er wieder einen gegnerischen Stein wegnehmen.

Wenn ein Spieler nur noch zwei Steine besitzt, ist das Spiel zu Ende.

Syrien – Wirbeln

Für dieses Spiel ist die Anzahl an Spielern beliebig und wird draußen gespielt. Man benötigt nur einen Ball. Alle stehen im Kreis und der Ball wird auf den Boden geprellt.

Bevor man den Ball fängt, muss sich der Spieler mindestens einmal im Kreis drehen, um ihn zu fangen. Schafft er es, bekommt der Spieler einen Punkt. Und wer die meisten Punkte hintereinander bekommt, hat gewonnen. Das Spiel kann man auch mit mehreren Bällen spielen.

Türkei – Bes tas

Grob übersetzt könnte man es als fünf Steine übersetzen. Dabei muss man auch sagen, dass dieses Spiel auch in anderen Ländern, wie Italien oder Tunesien, bekannt ist. Das Spiel sollte auf alle Fälle im Freien gespielt werden.

Jeder Spieler erhält fünf kleine runde Steine, die er vor sich ablegt. Dann nimmt er einen Stein und schmeißt ihn hoch und so lange der Stein in der Luft ist, versucht der Spieler, einen anderen vor ihm liegenden Stein aufzuheben, bevor der Stein wieder auf die Erde fällt und dieses darf er nicht, denn der Spieler muss den Stein fangen.

Gewechselt wird, wenn ein Spieler den Stein nicht aufheben kann oder den Wurfstein nicht fängt.

Indien – Pachisi

Pachisi gilt als die Mutter oder auch Vater aller heutzutage bekannten Brettspiele und ist in Indien bereits seit dem 6. Jahrhundert bekannt. Spiele wie Mensch ärgere dich nicht stammen von diesem Spiel ab. Erst Anfang des 19. Jahrhundert kam das Spiel nach England.

Bevor es Pachisi gab, hatte dieses auch einen Vorgänger, das Spiel Chaupar, nur die Regeln sind etwas komplizierter gewesen.

Das Spiel besteht aus vier Armen und es wird jeweils mit vier Steinen gespielt, „die vom Zentrum (char koni) über die mittlere Bahn desjenigen Armes gezogen werden, welcher dem Spieler zugewandt ist. Die Spielsteine werden dann gegen den Uhrzeigersinn über die linken und rechten Bahnen der Arme gezogen und schlussendlich wieder über die mittlere Bahn ins Zentrum“ (wikipedia).

Das Spiel wird im Team gespielt, es spielen diejenigen zusammen, die sich gegenüber sitzen. Und diese Teams dürfen sich auch nicht rauswerfen.

Und wenn man seine Steine ans Ziel gebracht hat, würfelt der Spieler weiter, denn er kann jetzt die Spielsteine seines Teammitgliedes bewegen.

Afrika – MIT

Dieses Spiel, welchen dem uns bekannten Mühle Spiel ähnlich ist, lässt sich keinem direkten Land dieses Kontinents zuordnen. Jeder Spieler spielt dabei nur mit drei Steinen.

Die Steine werden nacheinander auf eine Schnittstelle des Spielfeldes gesetzt. Im Anschluss werden die Spielsteine entlang der Linie um eine Position verschoben, wobei man keinen Stein überspringen darf.

Dadurch versucht man, seine Spielsteine in eine Reihe zu bekommen.

Schottland – Rinkinkel

Das Ringwerfen ist in Schottland aber auch in England ein Spiel, welches man schon seit Jahrhunderten betreibt. Das Ziel besteht aus zwei Platten mit je neun bunten Holzpflöcken und steht in einem Abstand von 16 Metern zu den Spielern.

Anhand der Farben, die man trifft, erhält das Team unterschiedliche Punkte. Wer die meisten Punkte hat, hat das Spiel gewonnen. Früher hat man das Spiel mit Hufeisen gespielt.

Ruanda – Kuhstockspiel

Viele Kinder müssen immer noch auf die Rinder ihrer Familien aufpassen und so hat sich hier ein Stockspiel entwickelt.

Für jeden Spieler wird ein Stock in ca. 1 Meter Länge und 2 Zentimeter im Durchmesser benötigt. Zur Einstimmung muss man den Stock auf der flachen Hand balancieren und einmal im Kreis laufen. Beherrscht man dieses, kann es mit dem Spiel losgehen.

Der Stock wird nun auf die Spitze  des Zeigefingers gestellt und von hier aus, muss der Stock über die anderen Finger zum kleinen Finger gelangen und natürlich wieder zurück. Aber wehe, man nimmt die andere Hand zur Hilfe, denn dann scheidet man aus.

Tschechien – Haltet den Dieb

Bei diesem Spiel ist Konzentration gefragt. Für dieses Spiel werden eine 1 ½ Meter lange Schnur und ein Ball benötigt. In der Mitte des Seils wird mittels Knoten eine Schlinge gebildet, die man durch Zug zuziehen kann. Die ganze Konstruktion legt man dann über einen Eimer.

Derjenige, der den Dieb spielt, setzt sich genau vor den Eimer, um so den Ball im Blick zu haben. Auf Kommando versuchen die anderen, den Diebstahl des Balles zu verhindern, indem sie die Schlinge zuziehen, bevor der Dieb den Ball greifen konnte.

Klar, kann der Dieb die anderen ablenken, aber er kann und das ist das Ziel, in der Schlinge gefangen werden, wenn er gerade den Ball greifen will.

Peru – Ayudame

“Ayudame!”  bedeutet so viel wie „Hilf mir!“. Ein Spieler hält seine Hand offen hin und die anderen legen ihren Zeigefinger auf die Handfläche. Sobald diese drin liegen, kommt ein Kommando und bevor die Hand zuschnappt, muss man den Finger rausziehen.

Wenn nicht, ist man gefangen. Dies wird solange gespielt, bis nur noch einer übrig ist und dann beginnt das eigentliche Spiel. Denn derjenige, der übrig ist, ist nun der Fänger und versucht, die anderen mit der Hand zu erwischen. Man kann ihm aber helfen, indem ein anderer Mitspieler dessen Hand ergreift.

Die gefangenen Spieler sind dann ebenfalls Jäger. Und das Spiel geht solange, bis keiner mehr übrig ist.

Mongolei – Kameljagd

Für dieses Paarspiel benötigt man für jeden Spieler zwei Spielsteine. Und dann zeichnet man auf der Erde einen Kamelfußabdruck nach. In der Mitte befindet sich der sogenannte Brunnen.

Die Spielsteine werden zugweise gesetzt und anschließend werden die Steine geschoben. Immer auf der Geraden. Dabei darf man über das Kreuz oder den Rand entlang ziehen. Am Brunnen darf dabei nicht vorbei gezogen werden. Man spielt solange, bis man nicht mehr ziehen kann. Derjenige, der verloren hat, hat als Hirte verschlafen.

USA – Hacky Sack

Hacky Sack oder auch Footbag ist auch in Deutschland nicht unbekannt. Hierzu wird ein kleines Stoffsäckchen, welches mit Granulat gefüllt ist, so gespielt, dass dieses mit allen Körperteilen in Berührung kommt, außer den Händen.

Dabei werden die Berührungen gezählt und wer die meisten hatte, hat das Spiel gewonnen. Es darf in dieser Zeit nicht mit der Erde in Berührung kommen. Dass dieses Spiel bereits vor 4000 Jahren in China gespielt wurde, wissen die wenigsten.

Hier war es aber ein Art Federball, mit dem man gespielt hatte.

Mongolei – Kameljagd

Für dieses Paarspiel benötigt man für jeden Spieler zwei Spielsteine. Und dann zeichnet man auf der Erde einen Kamelfußabdruck nach. In der Mitte befindet sich der sogenannte Brunnen.

Die Spielsteine werden zugweise gesetzt und anschließend werden die Steine geschoben. Immer auf der Geraden. Dabei darf man über das Kreuz oder den Rand entlang ziehen. Am Brunnen darf dabei nicht vorbei gezogen werden. Man spielt solange, bis man nicht mehr ziehen kann. Derjenige, der verloren hat, hat als Hirte verschlafen.

 

China – Schildkröte

Als erstes wird ein Kreis auf den Boden gezeichnet mit ca. 2 Meter Durchmesser. Für jeden Spieler werden zwei Bälle in den Kreis gelegt. Ein Spieler übernimmt die Rolle der Schildkröte und dieser muss auf die Eier aufpassen, welche die Bälle darstellen.

Dieser Spieler muss auch die ganze Zeit in diesem Kreis bleiben, um so die Eier vor Dieben zu schützen. Egal ob er sich drauf legt, setzt oder diese zwischen seine Füße nimmt. Die anderen Spieler schlüpfen in die Rolle von Möwen und versuchen die Bälle mit Händen oder Füße wieder zu bekommen.

Aber dabei darf die Schildkröte nicht berührt werden. Wer sie trotzdem berührt, muss den gewonnenen Ball zurückgeben. Gewonnen hat derjenige, der zwei Bälle von der Schildkröte entwendet hat.

Türkei – Der lange Esel

Dieses Spiel ist in Deutschland unter dem Begriff Bockspringen bekannt. In diesem Spiel schlüpfen zwei Kinder in die Rolle des Esels.

Zu diesem Zweck stellen sie sich mit dem Rücken aneinander, beugen sich vor, um sich mit den Händen auf ihre Knie zu stützen, wobei sie ihre Hinterteile aneinander lehnen. Nun stellen sich die Kinder in einer Reihe auf und versuchen über den Esel zu springen.

Schafft es ein Kind nicht, wird dieser zum Esel. Haben es aber alle geschafft, wird mit dem letzten Spieler in der Reihe der Esel verlängert.

Jordanien – Sieben Steine

Für dieses Spiel werden sieben flache Steine und ein Ball benötigt.

Die Kinder bilden einen Kreis, ein Kind steht in der Mitte und baut aus den Steinen einen Turm. Der Turmbauer versucht nun mittels Ball den Turm umzuschießen, dabei wird der Ball aber gerollt, wie beim Kegeln. Sind die Steine gefallen, beginnen die Kinder hintereinander im Kreis zu laufen und das Kind in der Mitte versucht jemanden abzuschießen.

Wer abgeschossen wurde, scheidet aus.

Tunesien – Schkoba

Dieses Spiel wird mit normalen Spielkarten (Skatkarten) gespielt, wobei jeder Spieler drei Karten bekommt. Auf dem Tisch werden vier Karten abgelegt. Man kann nur die Karten vom Tisch nehmen, die man punktemäßig auf der Hand hat.

Es werden immer wieder neue Karten auf den Tisch gelegt, bis alle Karten weg sind. Wer die meisten Karten hat, bekommt einen Punkt; wenn man 7 Karten mit Karo darauf hat, bekommt man auch einen Punkt; wenn man Karo 7 hat, bekommt man wiederum einen zusätzlichen Punkt; wenn man in einer Runde alle Karten vom Tisch abräumt, bekommt man einen Punkt dafür und muss als Zeichen für den Stich eine Karte verkehrt zu den anderen auf die Seite legen.

Falls zum Schluss noch Karten auf dem Tisch sind, bekommt sie der/diejenige, der/die zuletzt Karten vom Tisch genommen hat. Wer zum Schluss die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Philippinen – Der gordische Knoten

Ein ganz einfaches und hier bekanntes Spiel. Die Kinder stellen sich im Kreis auf und schließen die Augen.

Auf ein Kommando laufen alle Kinder aufeinander zu und fassen sich an die Hände. So entsteht der gordische Knoten.

Japan – Das Essen ist gar

Ein Kind sitzt in der Mitte, die anderen Kinder laufen im Kreis um das Kind herum. Dabei fassen sich die Kinder an den Händen. Dann fangen die Kinder an zu singen:
Das Essen ist gar. Der Kessel dampft. Muss es noch länger kochen? Wir wollen sehen!

Sie tun so, als ob sie die Haare des Kindes, welches immer noch in der Mitte ist, zu essen und rufen „Das ist noch nicht gar!”, und die Kinder gehen weiter im Kreis. Dann tun sie noch einmal so, als ob sie die Haare des Kindes essen, und sagen dann “Jetzt ist es gar!“ Das Kind wird nach dem “Mahl” ein Stück abseits der Gruppe hingesetzt, die verkündet: “Jetzt wollen wir schlafen!“

Dann ruft das Kind hier, dass es klopft und die Kinder fragen wer klopft und es sagt, der Baum, der Wind, bis schließlich das Wort „der Geist“ fällt. Jetzt laufen alle Kinder weg und wer dann als erstes gefangen wird, sitzt als nächstes im Kreis.

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