Nur noch wenig Zeit, um Regierungsprogramm in dieser Legislaturperiode umzusetzen

Bild: ESL | Kirill Bashkirov

game esports, die Vereinigung von game-Mitgliedern aus dem Esport-Ökosystem, zieht ein durchwachsenes Fazit zur bisherigen Esport-Politik in dieser Legislaturperiode.

Als positive Entwicklung werden dabei die Visa-Erleichterungen gewertet, die professionellen Esportlerinnen und Esportlern die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland deutlich erleichtern.

Gleichzeit kritisiert game esports die weiterhin fehlende Möglichkeit einer Gemeinnützigkeit im Esport, die insbesondere Vereine vor Ort vor große Herausforderungen stellt und die Entwicklung von Amateur-Esport in Deutschland stark ausbremst.

Dabei, so das neue Positionspapier von game esports, ließe sich die Gemeinnützigkeit rechtlich relativ schnell und unkompliziert über eine Änderung in der Abgabenordnung erreichen.

Aber auch auf Ebene der Länder und Kommunen fehlt es aktuell vielerorts noch an Unterstützung. So bemühen sich derzeit Kommunen noch zu selten um die Austragung internationaler Esport-Turniere, trotz der positiven Effekte für den Standort.

Diese reichen von Umsatzsteigerungen für die örtliche Hotellerie und Gastronomie bis hin zur erhöhten internationalen Bekanntheit der Stadt. Eine größere Offenheit gegenüber den besonders erfolgreichen Esport-Titeln wie „League of Legends“ oder „Counter-Strike“ sei hier ebenso wichtig, wie das Zurverfügungstellen von Event-Hallen und Stadien zur Ausrichtung.

Daneben sei die Förderung von Esport-Talenten in Deutschland bisher noch unterentwickelt, so game esports. Professionelle Esportlerinnen und Esportler seien weltweit Repräsentanten Deutschlands und würden insbesondere in Richtung junger Menschen eine wichtige Vorbildfunktion einnehmen, da sie Esport-Werte wie Fairplay, Teamgeist und Leistungsbereitschaft vorleben.

Um in die Spitze des Esports aufzusteigen und diese Vorbildfunktion einnehmen zu können, benötigt es jahrelanges, professionelles und ausgewogenes Training. Es sei daher wichtig, Initiativen wie die esports player foundation, die Esportlerinnen und Esportler in Deutschland fördert, zu unterstützen.

„Die in dieser Legislaturperiode erzielten Fortschritte für den Esport waren wichtige Schritte, allen voran die Visa-Erleichterungen. Trotzdem bleibt noch ein Weg zu gehen. Vor allem die fehlende Anerkennung der Gemeinnützigkeit stellt viele Vereine vor Probleme. In dieser Legislaturperiode bleibt nur noch wenig Zeit, wenn CDU, CSU und SPD ihre Versprechen aus dem Regierungsprogramm einhalten wollen“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche.

„Esport bietet ein unglaubliches Potenzial. Wenn Deutschland hiervon profitieren will, müssen die Rahmenbedingungen aber weiter verbessert werden, im Bund, den Ländern und auch in den Kommunen. Die entscheidende Voraussetzung hierfür ist allerdings Offenheit und Respekt für den Esport und seine Community:

Eine künstliche Teilung des Esports anhand von Genres führt an der weltweiten Realität der Esport-Kultur vorbei. Damit hilft man nicht den Vereinen, sondern schadet Deutschland als Esport-Standort.“

Das vollständige Positionspapier „Deutschland zum besten Esport-Standort machen“ gibt es unter www.game.de/positionen/deutschland-zum-besten-esport-standort-machen

Tipp

Über den Autor

Wilfried Just

Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.