Interview mit herrH alias Simon Horn, zum neuen Album

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Sehr geehrter HerrH,

erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, um auf unsere Fragen einzugehen, obwohl sie zurzeit auf Tour sind.

Könnten Sie kurz skizzieren, wie zur Musik, vor allen zur Musik für Kinder gekommen sind?

HerrH: Das war ist und bleibt der schönste Zufall in meinem Leben. Ich komme aus einem ganz musikalischen Elternhaus und mein Papa Reinhard Horn macht ebenfalls Kindermusik.

Musik begleitet mich daher schon mein ganzes Leben lang, allerdings hatte ich die Kindermusik lange nicht auf meinem Radar. Nach ersten eigenen Gehversuchen mit Musik, studierte ich dann Musik auf Lehramt und kam dann nach ein paar Jahren Musik machen fürs Referendariat an eine Grundschule.

Da durfte ich jeden Tag mit 200 Kindern viel Zeit verbringen und hatte das Gefühl, dass viel von der Kindermusik, die mir dort begegnet ist, immer noch so klingt, wie die Kindermusik mit der ich groß geworden bin.

Und so dachte ich mir – das ist spannend, das würde ich gerne mal probieren anders zu machen! Das ist nun 10 Jahre, sieben Alben und einige Tour-Bullis her und ich hätte mir niemals träumen lassen, dass diese kleine Idee einmal so groß werden darf!

Die Redaktion: Musik für Kinder liegt voll im Trend. Wer war, wenn man so fragen darf, ihr musikalisches Vorbild?

HerrH: Ein wirkliches musikalisches Vorbild habe ich gar nicht bzw. kann ich so gar nicht benennen. Mein Papa hat mich sicherlich stark geprägt und als in den 90er Jahren die deutsche Sprache durch Rap und Hip-Hop zu „rollen“ begann, war es für mich definitiv ein ganz großes Aha-Erlebnis.

Von Musik war ich sowieso schon durch mein Zuhause fasziniert, jetzt entdeckte ich auch noch meine Muttersprache und wie unfassbar schön diese zusammen mit Musik sein kann. Ab dann wollte ich gerne meine Geschichten mit Worten und Tönen erzählen.

Die Redaktion: Man spürt, dass Sie ganz in die Perspektive der Kinder eintauchen. Wie finden Sie dazu den Zugang, um diese vielfältigen Themen zu präsentieren?

HerrH: Ich glaube irgendwie in mir drin gibt es immer noch einen großen Teil der noch gar nicht wirklich groß geworden ist und das auch gar nicht machen will. Zudem darf ich durch meine 200 Konzerte pro Jahr viel Zeit mit Kindern verbringen und das mache ich richtig gerne!

Ich bin ganz gut im Zuhören und bin super neugierig was sie umgibt, triggert und beschäftigt.

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Die Redaktion: Vor kurzen erschien ihr 7. Album, mit dem Titel „Meine Mütze und ich“ auf dem Markt. Und das in einen Zeitraum von 10 Jahren. Die Themen sind sehr vielfältig. Wie kommt man auf dieses Themen Spektrum?

HerrH: Das ist wirklich eine verrückte Reise und ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich seit zehn Jahren für und mit Kindern und Familien zusammen Musik machen darf und mittlerweile weit über 100 Songs auf sieben Alben geschrieben habe!

Seit dem ersten Moment schreibe ich die Songs mit einem guten Freund „herrW“ zusammen, der alle Songs produziert. „Ich bin ein Pinguin“ war unser erster Song, den wir zusammen geschrieben haben. Seitdem fühlt es sich so an, als wenn zwei kleine Jungs wie damals auf ihrem Autoteppich im Kinderzimmer alles um sich herum vergessen und einfach nur spielen!

Und genau so ist es jetzt immer noch, nur dass wir mittlerweile im Tonstudio sind und mit Worten, Tönen und Instrumenten spielen dürfen! Die Inhalte purzeln dann aus unseren Kinds- & Chaosköpfen raus!

Ein wirkliches Rezept oder eine Agenda gibt es da eigentlich nie, sondern irgendwie ist es jedes Mal ein wenig magisch und wir sind beide mehr als überrascht, was da so alles rauspurzelt!

Die Redaktion: Wie viel von Ihnen selbst steckt in der Geschichte?

HerrH: Tatsächlich steckt in jedem Song ganz viel Persönliches! Jeder meiner Songs ist irgendwie mein musikalisches Baby!

Die Redaktion: Wir sind ein Familienspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen, weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen zu Hause gespielt?

HerrH: Wir haben zuhause noch ganz viel zusammengespielt – sowohl draußen als auch drinnen. Häufig in Situationen, in denen jetzt schnell ein Handy oder Tablet genommen wird wie z.B. auf Autofahrten, beim Warten aufs Essen und vor allem an vielen dunklen Herbsttagen!

Ich kann mich noch super an unzählige Partien „UNO“ erinnern, an „Mensch ärger dich nicht“ Partien, bei dem das Hemd meines Opas gerissen ist (er wollte immer gewinnen 😉) oder auf später Brettspielesessions mit „Activity“ oder „Monopoly“. Bis heute habe ich übrigens zusammen mit meinen ganz alten Freunden eine Art „Würfelspielclub“ 😊!

Die Redaktion: Was war Ihnen dabei wichtig, wenn Sie mit Ihren Eltern oder Geschwistern gespielt haben?

HerrH: Mir waren der Spaß und die Freude am Spielen immer ganz wichtig. Als Kind ist es mir selbst eine Zeitlang nicht so ganz leicht gefallen mal nicht zu gewinnen, aber das wurde mit jedem zweiten Platz besser 😊!

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

HerrH: Ich glaube ich würde mir meine Oma und meinen Opa gerne nochmal einladen. Mit beiden habe ich früher auch viel gespielt und die haben mich immer abgezogen – also höchste Zeit für eine Revenge 😊

Die Redaktion: Was schätzen Sie am gemeinsamen Spiel?

HerrH: Ich glaube das sind zwei Dinge: Einerseits zusammen Zeit zu verbringen! Andererseits lernt man viele soziale Skills wie Rücksicht zu nehmen, Achtsamkeit oder Toleranz! Mit meinem eigenen Kind liebe ich es auch zu spielen und dabei zu beobachten wie wichtig Spielen für die kindliche Entwicklung ist.

Ich freu mich auf jeden Fall schon, wenn es bei mir in meiner Familie zum ersten „Uno“ Match kommt 😊!

Die Redaktion: Was würden Sie heute Ihrem jüngeren Selbst empfehlen?

HerrH: Hör niemals auf zu träumen und halte immer an ihnen fest. Lass sie dir nicht ausreden, sondern behalte sie immer ganz feste bei dir!

Die Redaktion: Wir möchten uns für das Gespräch recht herzlich bedanken und wir wünschen viel Erfolg mit Ihrem neuen Album.

HerrH: Vielen Dank – Euch auch!

Website des Künstlers: https://herrh.com/

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.