Angesagt – Jörg Domberger

Bild Edith

Sehr geehrter Herr Jörg Domberger,
Sie sind ein erfolgreicher Spieleautor und jetzt erscheint Ihr zweites Krimispiel „Die Villa des Paten“ im Gmeiner Verlag, einem Verlag, der sich auf Kriminalgeschichten spezialisiert hat.

Die Redaktion: Worum geht es in diesem Spiel?

Jörg Domberger: In der Villa versteckt sich der Pate. Gut beschützt von vier Leibwächtern im Gebäude und von weiteren neun Leibwächtern im Park hofft er, von der (verspielten) Polizeieinsatztruppe nicht erwischt zu werden. Die Spieler versuchen, ihn mit den zur Verfügung stehenden Mitteln (=Karten) zu schnappen.

Manchmal klappt es, manchmal nicht. Der Schwierigkeitsgrad kann nahezu stufenlos verändert werden.

Die Redaktion: Wenn man ein Krimispiel schreibt, hat man dabei als Autor eine besondere Affinität zu Kriminalfällen? Macht man zuvor bei der Polizei ein Praktikum, so dass man auch die richtigen Begriffe verwendet?

Jörg Domberger: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Verlage oft die bestehenden Mechanismen eines Spiels in andere, aktuell passende Themenwelten verlagern. Ich habe bei den Spielen „Geheimsache“ und „Die Villa des Paten“ den Spieß umgedreht und sie thematisch an den Verlag angepasst.

„Geheimsache“ war ursprünglich „Blindflug“ (wie schaut der Wochenflugplan der Piloten aus), danach „Blind Date“ (wen treffen die Spieler im Lauf der Woche) und schließlich „Criminal Date“ (welche Informanten trifft der Agent an welchem Wochentag). „Die Villa des Paten“ durchlief weniger Schritte, die Anfangsidee entstand aber durch einen Werbe-Flyer der österreichischen Post. Seltsam, ich weiß.

Bild Gmeiner Verlag

Bild Gmeiner Verlag

Die Redaktion: Die Villa des Paten ist ein kooperatives Kartenspiel. Was ist hierbei das Besondere an diesem Spielprinzip?

Jörg Domberger: Das Besondere ist, dass die Rückseite der Leibwächterkarten Informationen über dessen Stärke trägt und einen Hinweis, welche Waffe man braucht oder nicht braucht. Die Spieler können sich absprechen und gezielt gegen die Leibwächter vorgehen.

Besonders sind auch die Namen der Leibwächter sowie der Paten. Meine geplagten Prototyp-Tester sind ebenso verewigt wie meine Eltern und Schwiegereltern, natürlich meine Frau Edith und auch unsere Katze Steely.

Die Redaktion: Wie sind Sie zum Spielen gekommen?

Jörg Domberger: Als Kinder spielten wir stundenlang mit diversen Autoquartetts. Schneller, mehr Hubraum, mehr PS und so weiter. Das prägt und bleibt.

Die Redaktion: Was fasziniert Sie beim Spielen?

Jörg Domberger: Ich finde es besonders spannend, wie aus mitunter ganz wenigen Zutaten eine spannende Herausforderung erzeugt wird. Im Prinzip faszinieren mich auf-den-Punkt-gebrachte Mechanismen am meisten. Einfach die kleinen, genialen Spiele eigentlich.

Die Redaktion: Was ist eigentlich Ihr Lieblingsspiel?

Jörg Domberger: Es gibt schon einige Spiele, die ich hier, abhängig von Wochentag, Wetterlage, Gemütszustand und ob ich hungrig bin oder nicht, nennen könnte. Kooperative Spiele sind bei Edith und mir besonders beliebt.Ganz vorne dabei sind jedenfalls HANABI und PANDEMIE.

Beide finde ich genial, das kleine HANABI vielleicht noch den Tick genialer. Schnell vor dem Schlafengehen noch ein Feuerwerk basteln – das geht eigentlich fast immer.

Die Redaktion: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem normalen Buchautor und einem Spieleautor?

Jörg Domberger: Ein Spiel kann in ein paar Minuten fertig sein, ein Buch dauert da schon wesentlich länger. Eine gute Idee kann für ein Spiel völlig ausreichend sein, ein Buch muss man erst schreiben.

Die Redaktion: Würde Sie es nicht mal reizen, selber ein Buch zu schreiben?

Jörg Domberger: Ja klar, ich hätte auch bereits viele witzige und satirische Stories zum Thema „SPIELEN“ parat. Der Verlag fehlt mir noch.

Die Redaktion: Wie lange haben Sie für die Entwicklung des Spiels „Die Villa des Paten“ benötigt, bevor es verlegt wurde?

Jörg Domberger: Es dauerte sicher 2 Jahre und machte in dieser Zeit einige Änderungen durch.

Die Redaktion: Welches Thema würde Sie mal reizen, es spielerisch umzusetzen?

Jörg Domberger: Es gibt viele Dinge die ich persönlich gerne mag. Tee und Pilze beispielsweise. Ein Tee-Spiel „Assami“ gibt es als Prototyp bereits, vielleicht klappt es auch mal mit den Pilzen. Oft ist es halt so, dass sich ein Thema aufdrängt, dann ein Gimmick als Aufhänger oder auch irgendwelche Gebrauchsgegenstände, die zweckentfremdet verspielt verwendet werden können.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Jörg Domberger: Planen ist schwierig, oft unmöglich und noch öfter einfach sinnlos.
Ich fände es schön, ein Spiel pro Jahr zu veröffentlichen. Das nächste ist bereits vertraglich fixiert und kommt noch 2016 oder nächstes Jahr heraus.

Und ich fände es besonders schön, bis ans Lebensende mit dem Spielen verbunden zu bleiben. Ich habe noch einige original verpackte Spiele zu Hause, die möchte ich gerne mit Edith ausprobieren. Auch geistige Fitness ist trainierbar. Und für Nachschub sorge ich auch selbst.

Wir bedanken uns recht herzlich, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

Informationen zum Spiel „Die Villa des Paten“

Nach monatelangen Ermittlungen gegen den berüchtigten »Paten« liegen nun endlich alle Beweise vor, um den gerissenen Verbrecher dauerhaft hinter Schloss und Riegel zu bringen. Fragt sich nur, wie dieser festgenommen werden kann? Seinen Aufenthaltsort – eine Villa inmitten eines großen Parks – kennen die Ermittler zwar längst, doch wird der Pate dort ständig von 13 Leibwächtern beschützt, die zu allem bereit sind.

Nur einem Team aus ebenso klugen wie entschlossenen Polizisten kann es gelingen, die skrupellosen Gangster auszuschalten und in die Höhle des Löwen vorzudringen. Beweisen Sie Mut und schnappen Sie gemeinsam den Paten!

Doch aufgepasst, dass Ihnen am Ende nicht die Luft ausgeht! (Gmeiner Verlag)

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Über den Autor

Wilfried Just

Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.