Aufregung zur Teezeit bei „Tea Time Crime“

Bild Piatnik

„Very british“ bitten Spieleautor Dirk Barsuhn und der österreichische Spieleverlag Piatnik zur Spiel in Essen zu einer traditionellen Teezeremonie.

Doch in dem alten Herrenhaus voller prominenter, reicher Gäste geht etwas nicht mit rechten Dingen zu. Listige Diebe mischen sich unter die Partygäste, auf der Suche nach wertvollen Schmuckstücken. Gut, dass Gastgeber Lord Waldemar in weiser Voraussicht bereits Detektive engagiert hat.

So wird aus der klassischen „Tea Time“ ruck zuck „Tea Time Crime“, ein ebenso lustiges wie anspruchsvolles Spiel für die ganze Familie. Eine gut ausgewogene Mischung aus Taktik- und Glückselementen sorgt für hohen Wiederspielreiz.

Bevor die amüsante Suche nach den Dieben startet, schnappen sich die zwei bis vier Personen ab 10 Jahren ihre Haustableaus samt farblich passenden Plättchen und Wertungssteinen und richten diese passend ein. Dabei werden zunächst die fünf Detektivplättchen herausgesucht und in einer diagonalen Linie im Haus platziert.

Die restlichen Plättchen, die verschiedene Würfelsymbole, Diebe und die Meisterdiebin zeigen, werden willkürlich am Tableau verteilt – alle unbesehen, mit der Fensterseite nach oben. Jedes Haus besteht aus 25 Zimmern und ist in Spalten und Reihen aufgeteilt. So lassen sich die einzelnen Felder bzw. Plättchen einfach zuordnen.

Wer beginnt, schnappt sich die fünf Würfel und los geht’s. Es darf bis zu drei Mal gewürfelt werden, danach heißt es, eine Entscheidung zu treffen: Würfel auswählen oder passen. Alle nicht ausgewählten Würfel verbleiben im sogenannten allgemeinen Würfelpool – sie dürfen von allen anderen Personen genutzt werden. Es tut sich also in jeder Runde etwas im eigenen Haus, nicht nur wenn man selbst an der Reihe ist.

Werden Würfel einer Augenzahl ausgewählt, beispielsweise drei Einser, darf das Haus erkundet werden. In diesem Fall wird das dritte Feld in der untersten Etage aktiviert, also das darauf liegende Plättchen umgedreht. Liegt es schon offen aus, darf es an eine beliebige andere freie Stelle im Haus gelegt werden.

Ziel ist es, durch geschickte Würfelwahl als Erstes die eigenen Detektive so im Haus zu platzieren, dass diese mit ihren Taschenlampen in die richtige Richtung leuchten. Denn nur, wenn alle Lichtkegeln der Detektive jene der umliegenden Räume oder Diebe treffen, werden diese am Ende auch gewertet. Leuchten sie ins Dunkle, bringen sie keine Punkte.

Klingt einfach, ist es im Grunde auch. Die vielen Handlungsmöglichkeiten bringen ordentlich Schwung in die Sache. So kann beispielsweise das eigene Würfelergebnis mit vorhandenen Lupen (Joker) oder Plättchen, die im Laufe des Spiels aufgedeckt werden, verändert werden. Wird ein Feld gewürfelt, auf dem ein Detektiv liegt, darf dieses Plättchen punktebringend auf ein anderes freies Feld versetzt werden.

Besonders Raffinierte wählen ihre Würfel so aus, dass der allgemeine Würfelpool eine möglichst schlechte Auswahl für die anderen bietet. Glückspilze schaffen es vielleicht, einen der beiden Sonderwürfe „Lupenreiner Jackpot“ (= fünf Lupen) oder „Lupenlose Straße“ (Werte von 1 bis 5) zu würfeln.

Damit haben sie in dieser Runde klar die Nase vorn. Wer zuerst seine fünf Wertungssteine, die übrigens aussehen wie kleine Taschenlampen, korrekt platzieren kann, beendet das Spiel. Es gewinnt, wer in Summe die meisten Punkte erzielen konnte. Das gehobene Familienspiel „Tea Time Crime“ dauert ca. 45 Minuten.

Der Autor Dirk Barsuhn lebt in Essen und hat Musikpädagogik und Betriebswirtschaftslehre studiert. Schon während der Studienzeit entstanden die ersten Prototypen und sein Abenteuerspiel „Hansegold“ wurde mit dem zweiten Platz beim „Hippodice Autorenwettbewerb“ prämiert.

Nach 20 Jahren Beratertätigkeit für verschiedene Banken tauschte er 2020 Anzug und Krawatte gegen Würfel und Karten und widmet sich seitdem der Spiele-Entwicklung. Im Herbst 2023 erscheint mit „Tea Time Crime“ sein erstes Spiel bei Piatnik.

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kommen wir selber auf fast 20 Jahre Spielerfahrungen zurückblicken.