Ich bin’s, Kitty. Aus dem Leben einer Katze

Bild DAV

Mirjam Pressler ist eine der wohl bekanntesten Autorinnen in unserem Land. Sie schrieb zahlreiche Kinder- und Jugendbücher sowie auch hier und da einmal einen Roman für Erwachsene.

Weiterhin hat sie auch zahlreiche Bücher übersetzt, unter anderem aus dem Hebräischen ins Deutsche.

So hat sie beispielsweise das Buch von Anne Frank übersetzt. In vielen ihrer Werke stand auch die Mahnung des Holocaust im Mittelpunkt.

Kitty ist eine junge Katze, vielleicht nur ein paar Wochen alt, als Emma, eine ältere Dame, die Katze bei sich aufnimmt. Emma ist eine pensionierte Lehrerin und doch schon sehr alt.

Aber beide verbringen zwei schöne Jahre miteinander in diesem Eckhaus.

Da Emma Lehrerin war, bringt sie Kitty das Lesen bei. Nur mit dem Rechnen will es so gar nicht funktionieren. Auch mit dem Schreiben geht es nicht so richtig, denn die Katzenpfoten sind dafür nicht gemacht.

Aber durch das Lesen lernt Kitty das Dichten. Und so kommt auch von ihr hin und wieder eine Lebensweisheit zum Tragen. Doch eines Tages passiert es, Emma geht es nicht gut und muss ins Krankenhaus.

Mit 80 eine Lungenentzündung zu bekommen, ist nicht einfach. Und so erholt sich Emma nicht mehr richtig und muss ins Pflegheim und Kitty ist auf sich allein gestellt.

Aber es gibt die beiden, Bruno den Kater und Flecki die schlaue Katze, die sich des Schicksals von Kitty annehmen, damit Kitty auf der Straße überleben kann.

Diese Geschichte berührt und sie besitzt sehr viel Tiefgang. Alles wird vor allem durch die Stimme und Erzählkunst von Andrea Sawatzki getragen.

Bild DAV

Es geht darum, wie man sein Schicksal in die Hand nimmt und nicht aufgibt, egal ob man auf der Straße lebt oder gut mit Katzenfutter und Streicheleinheiten versorgt war.

Kitty, die aus dieser Geborgenheit herausgerissen wird, zeigt, dass man es schaffen kann. Aber die Geschichte zeigt, wie ignorant Erwachsene sein können, denn als Emma ins Krankenhaus muss, hat keiner etwas für Kitty übrig.

„Glück ist – wenigstens für mich, und vielleicht überhaupt für alle Katzen – eine sehr sehr seltene Empfindung. Es fühlt sich an wie ein sanftes Summen.

Tief in meinem Inneren. Es ist ein warmes Gefühl, das sich vom Bauch aus ausbreitet und bis in die Pfoten fließt.“ Auszug aus dem Buch

Fazit

Herausgekommen ist eine traurige aber tröstliche Geschichte, die berührt. Dabei ist diese Erzählung nicht nur ein Muss für Katzenliebhaber, die dadurch die Gedankenwelt der Katzen kennenlernen, nein, es ist definitiv auch eine Geschichte für Kinder (ab 10 Jahren), die dadurch das Schicksal kennenlernen, was das heißt und wie man nie aufgibt.

Es sind die feinen Nuancen, die diese Geschichte auszeichnen und der Erzählkunst zum Tragen verhelfen. In der Hinsicht unbedingt einmal reinhören, man bekommt die Geschichte dabei nicht so schnell aus dem Kopf.

  • Autorin Mirjam Pressler
  • Gelesen von Andrea Sawatzki
  • Verlag DAV

Auch Interessant

Über Wilfried Just 8865 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.