Wie man die Zeit anhält

Wie man die Zeit anhaelt von Matt Haig/ Bild Der Hörverlag

Tom lebt in unserer heutigen Zeit in London, als Lehrer für Geschichte.

Dabei wurde Tom als Estienne Thomas Ambroise Christophe Hazard 1581 in Frankreich geboren.

Er hat eine seltene Krankheit, die ihn viel langsamer altern lässt als alle anderen Menschen dieser Erde. Aller sieben Jahre wechselt er seine Identität.

Dann hat er das Problem, dass er unter Erinnerungsschmerzen leidet, die ihn in sein altes Leben zurücksetzen.

Alle anderen würden ein Leben dafür geben, nicht so schnell zu alt zu werden und Tom, der nun schon mehr als 400 Jahre lebt, will nicht mehr leben, denn wie sein Leben jetzt läuft, ist dies ein Albtraum für ihn.

Den Menschen, mit denen er zusammenlebt, bringt seine Krankheit viel Ärger und Probleme.

So wurden seine Mutter und seine Ehefrau der Hexerei besichtigt. Deshalb wechselt er aller sieben Jahre seinen Namen, sein Aussehen und den Wohnort. Was ist das für ein Leben, wenn du die Menschen verlierst, die dir lieb und teuer sind. Sie werden alt und faltig und man selber ändert sein Aussehen nicht.

Die Geschichte ist spannend und sehr intelligent geschrieben. Es geht dabei um uns als Menschen, was wir sind, was wir können. Und wie wir auf dieser Welt einen Fußabdruck hinterlassen können, dass sich andere auch nach dem Tode an uns erinnern.

Es ist so gesehen eine Mischung aus historischem Roman und Science-Fiction. Auf der einen Seite trifft Tom auf viele interessante Persönlichkeiten der Geschichte, wie Shakespeare oder F. Scott.

Wie man die Zeit anhaelt von Matt Haig/ Bild Der Hörverlag

Aber es geht auch um Schwächen, Fehler, die wir machen, und es geht um die Suche nach uns selbst. Und das wurde noch mit dem allerwichtigsten der Menschheit gewürzt, dem Thema Liebe.

Man muss dabei keine Angst haben, dass irgendwo die Geschichte kitschig wirkt, nein Haig ist ein verdammt guter Erzähler, man hat dabei das Gefühl, er erzählt auch ein wenig von einem selber. Das ist sehr gekonnt und so was können nicht viele Autoren.

Fazit

Matt Haigs ist gelungen, es berührt und es ist witzig zugleich. Man denkt über sich nach und versucht dabei sich selber zu ordnen.

Das Buch wurde gekonnt geschrieben und in dem Fall hervorragend gelesen, durch eine wohl der besten deutschen Stimmen überhaupt, Christoph Maria Herbst.

Seine Stimme ist so wandlungsfähig wie kaum eine andere und dabei kann er diese feine Prise Humor transportieren, die diese Geschichte besitzt.

Ein Meisterwerk, was jeden von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. Und dann stellt sich die Frage, will man 400 Jahre alt werden?

  • Autor Matt Haig
  • Verlag Der Hörverlag
  • Gelesen von C. Maria Herbst

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Über Wilfried Just 8917 Artikel
Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.