Angesagt – Florian Odendahl

Florian Odendahl/ Bildrechte Bjoern Kommerell

Sehr geehrter Herr Florian Odendahl,
Sie sind auf der Bühne und im Film zu sehen. Viele kennen Sie aus der SOKO München als Rechtsmediziner Dr. Maximilian Weissenböck. Und nun gibt es im Januar eine Westernfolge (am 15.1.2018 im ZDF).

Wie kann man sich das vorstellen? Sind Sie da mit dem Pferd unterwegs und tragen Sie einen Colt?

Florian Odendahl: Was wäre ein echter Cowboy ohne Revolver und Pferd…? Ich möchte nicht zu viel verraten, aber die Folge beginnt tatsächlich wie ein Western, samt Saloon, Pferden und Schießerei. Es dauert ein paar Minuten, um zu merken, dass man eine SOKO München Folge schaut.

Und ja, ich bin nicht nur ein Pferd geritten, es hat mich auch abgeworfen. Die Sache ging glimpflich aus, nach der Mittagspause wurde weitergedreht, getreu dem Motto: Ein Indianer kennt keinen Schmerz (lacht).

Der Titel der Folge, „Himmel, Herrgott, Sacramento“, passt jedenfalls perfekt. Mit diesem Western wurde für mich ein Kindheitstraum wahr!

Die Redaktion: Wie bereiten Sie sich auf die Rolle als Rechtsmediziner vor? Steht Ihnen dabei ein Rechtsmediziner mit Rat und Tat zur Seite?

Florian Odendahl: Zu Beginn meiner „Medizinerlaufbahn“ habe ich mich mit einer Rechtsmedizinerin des Instituts für Rechtsmedizin in München getroffen. Das war sehr aufregend. Wir sind einige Drehbücher durchgegangen, interessanterweise hatte sie passende Fotos von echten Mordfällen parat.

Da braucht man starke Nerven. Bei SOKO München drehen wir allerdings keine Dokumentation. Priorität hat für meine Rolle das Zwischenmenschliche, die Beziehungen zu den Kommissaren, das Mit- und auch Gegeneinander. Vor allem in der Westernfolge wird die private Seite des Doc sichtbar.

Meine Figur gerät mächtig ins Straucheln.

Die Redaktion: Könnten Sie sich vorstellen, Rechtsmediziner als tatsächlichen Beruf auszuüben?

Florian Odendahl: Warum nicht? Ein wirklich spannender, verantwortungsvoller Beruf, der sehr viel Wissen, Leidenschaft und Engagement voraussetzt. Rechtsmediziner öffnen nicht nur die Körper, sondern vor allem die Leben der Toten.

Die Redaktion: Wie schafft man als Schauspieler die Genrewechsel, erst ein Kriminalfilm und dann seichte Unterhaltung bei dem Rosamunde Pilcher Film „Geerbtes Glück“ (am 7.1.2018 im ZDF)?

Florian Odendahl: Das Schöne am Schauspielberuf ist ja, in verschiedene Rollen schlüpfen zu dürfen und diese in den unterschiedlichen Genres zu spielen.

Unsere Folge „Geerbtes Glück“ ist eine Familientragödie, die Menschen auseinanderreißt und andere wiederum zusammenführt. Wenn ich mich als Schauspieler einer Geschichte und den Ereignissen zu 100 Prozent stelle, kann es gar nicht seicht werden.

Florian Odendahl / Bildrechte Stephan Pick

Die Redaktion: Neben Film, Bühne sind Sie auch noch als Frontman der Band IsarMafia unterwegs. Wie schafft man das, alles unter einen Hut zu bekommen?

Florian Odendahl: Das war in diesem Jahr in der Tat nicht sehr leicht. Wir alle in der Band haben unsere Berufe und jeder hatte dieses Jahr viel zu tun, was ja super ist.

Für das gemeinsame Musizieren blieb daher leider zu wenig Zeit. Kommendes Jahr haben wir uns eine kleine Tournee durch Süddeutschland vorgenommen und ein paar neue Songs sind auch schon in der Pipeline, wenn auch um ein gutes Stück härter als auf unserer CD „Bavaricana“… – Rock n‘ Roll must go on!

Die Redaktion: Wir sind ein Kinderspielmagazin und versuchen Erwachsene dazu zu bewegen, mit ihren Kindern zu spielen, weil dies für die kindliche Entwicklung wichtig ist. Was wurde bei Ihnen als Kind zu Hause gespielt?

Florian Odendahl: Bei uns wurde sehr viel gespielt. Zum einen war ich sehr oft draußen unterwegs.

Fußball war ein großes Thema, im Hinterhof, im Pausenhof und im Verein. Außerdem war mein BMX-Rad mein ständiger Begleiter.

Zu Hause waren es Kartenspiele, aber auch die klassischen Brettspiele, von denen wir eine Menge zu Hause hatten. Ich kann Sie Ihnen alle aufzählen: Mensch ärgere Dich nicht, Mühle, Monopoly.

Dann hatte ich ein Spiel mit dem Namen Stratego, das man zu zweit gespielt hat. Wissenspektrum, Vier Gewinnt, Kniffel, Superhirn, außerdem das Brettspiel Winnetou und natürlich den Fußballklassiker Tipp-Kick. Ich habe sie alle noch in einer Kiste auf dem Dachboden…

Die Redaktion: Was ist Ihnen dabei besonderes im Gedächtnis geblieben?

Florian Odendahl: Das Kartenspiel Canasta. Da saß ich mit meinen Eltern und Großeltern am Tisch und es wurde gespielt… Das waren schöne Momente, in denen oftmals gar nicht gesprochen wurde…

Die Redaktion: Welches Spiel spielen Sie am liebsten? Und was spielen Sie heute mit Ihren Freunden?

Florian Odendahl: Mein Lieblingsspiel ist Schach. Mein Vater hat es mir beigebracht, als ich sechs Jahre alt war.

Gegen meinen Papa habe ich jahrelang verloren, aber meine Klassenkameraden bissen sich an mir die Zähne aus.

Mit meinen Freunden…? Zu wenig bis gar nicht, leider… Wird Zeit, die Kiste vom Dachboden zu holen, der Winter wird lang.

Die Redaktion: Was ist eigentlich Ihr Lieblingsspiel?

Florian Odendahl: Wie schon gesagt, Schach liegt bei mir ganz vorne. Es erfordert Voraussicht und Besonnenheit – für mich eine große Herausforderung (lacht.)

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Florian Odendahl: Arthur Schopenhauer, Jack Nicholson, Keith Richards, Angela Merkel.

Wir würden natürlich den Klassiker spielen: Mensch, ärgere Dich nicht. Dabei käme es selbstverständlich zu ausgelassenen Diskussionen…Der Spieleabend würde Tage dauern…

Die Redaktion: Gibt es eine Traumrolle, die Sie unbedingt übernehmen würden?

Florian Odendahl: Die Traumrolle ist ja meist die, die man als nächstes spielt… (lacht).

Ich bin ein großer Nostalgie-Fan bzw. liebe historische Stoffe. Vielleicht als Zeitreisender auf der Suche nach dem Schatz der Weisheit… – Ich wäre aber auch für James Bond zu haben…

Florian Odendahl/ Bildrechte Bjoern Kommerell

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft

Florian Odendahl: Als erstes hole ich die Spiele-Kiste vom Dachboden und im Anschluss bin ich für Alles offen… (lacht).

Infos

http://www.florian-odendahl.de/
https://www.facebook.com/Florian.Odendahl.Official/

Bild Bjoern Kommerell
Bild Stephan Pick

 

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Wilfried Just
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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken.

Das Bild wurde von Juli gezeichnet.

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