Angesagt – Tanya Neufeldt

Bildrechte Mujo Kazmi/ Tanya Neufeldt

Sehr geehrte Frau Neufeldt,
Sie sind Autorin, Schauspielerin und Geschäftsführerin der Social Moms GmbH. Vor kurzem haben Sie das Buch Mütter aus Deutschland veröffentlicht, in dem Sie 30 Mütter vorgestellt und porträtiert haben.

Es entstanden 30 authentische Einzelportraits, in denen die Frauen aus ihrem Leben sowie vom und über das Muttersein berichten.

LeserInnen begeben sich auf eine Reise durch Lebensgeschichten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Und dennoch lässt sich wohl überall auch ein Stück vom eigenen Leben entdecken. Denn, was sie alle eint, ist das Muttersein. Begleitet wurden Sie von Fotograf Mujo Kazmi.

Die Redaktion: Wie sind Sie auf diese Idee gekommen, Mütter in Deutschland zu porträtieren?

Tanya Neufeldt: Das Buch entstand quasi im Nebensatz in einem Gespräch mit Betreut.de. Ich saß damals mit Laura Esnaola zusammen und wir unterhielten uns darüber, wie sich eigentlich Mütter in Deutschland fühlen.

Es gibt natürlich Statistiken, aber wer hat schon mal die Mütter selbst gefragt? Ich wollte mit meinem Buch einerseits die Vielfalt des Mutterseins aufzeigen, andererseits daran erinnern, wie ähnlich wir uns doch trotz aller Unterschiede sind, und dass es gar nicht so leicht ist zu urteilen, wenn man sich die Mühe macht, genauer hinzuschauen.

Die Redaktion: Was bedeutet heutzutage „Mutter sein“ in Deutschland?

Tanya Neufeldt: Viel. Und das ist vielleicht genau das Problem. Die Erwartungen sind, dass wir Karriere machen, den Haushalt schmeißen und nebenbei noch Vorzeigemütter sein sollen – alles zur gleichen Zeit geht aber nicht. Und vor allem nicht ohne Unterstützung.

Wir hängen immer noch in alten Rollenbildern fest, und was Müttern durch die Bank weg fehlt, ist eine angemessene Wertschätzung.

Bild Kladdebuchverlag

Die Redaktion: Bekommen Mütter eigentlich die Unterstützung, die sie verdienen und benötigen?

Tanya Neufeldt: Mir fällt dabei spontan die unschöne Diskussion über ‚Stillen in der Öffentlichkeit‘ ein, was viele Mitmenschen ablehnen und eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Die Redaktion: Welches von den vielen Interviews hat Sie am meisten beeindruckt?

Tanya Neufeldt: Alle. Zutiefst. Jede für sich ist für mich eine große Inspiration gewesen. Ich habe ganz viel über mein Muttersein nachdenken dürfen, habe gemerkt, wie leicht man Urteile fällt und wie einem das erschwert wird, wenn man sich die Zeit nimmt und zuhört, hinsieht.

Dieses Buch ist für mich ein absolutes Geschenk gewesen.

Die Redaktion: Sie sind Geschäftsführerin der Social Moms GmbH. Was für Aufgaben hat Ihre Firma?

Tanya Neufeldt: Sehr gute Frage – und gar nicht so leicht zu beantworten. Ich teile mir den Posten als Geschäftsführerin im Jobsharing Tandem mit Camilla Rando.

Unsere Aufgaben sind vielfältig – das reicht von der Erstellung von Konzepten und Kundenakquise bis hin zu Teamleitung und Budgetverhandlungen, aber wir fühlen uns auch für die Organisation von Klopapiernachschub und für den Erhalt der guten Laune verantwortlich.

Die Redaktion: Spielen ist für die kindliche Entwicklung wichtig. Vor allem das gemeinsame Spielen in der Familie. Bei Brett- und Kartenspielen lernen Kinder Regeln kennen. Aber das viel Wichtigere dabei ist die gemeinsame Zeit, die man zusammen verbringt.

Tanya Neufeldt: Ganz eindeutig: Spaß haben und das Spiel genießen und nicht alles zu ernst nehmen! Genau wie das Leben.

Die Redaktion: Wir sind ja ein Spielmagazin und da stellt sich die Frage, haben Ihre Eltern mit Ihnen gespielt?

Tanya Neufeldt: Ja, haben sie. Wobei meine Eltern, insbesondere mein Vater vor allem ein toller Geschichtenerzähler war, aber er hat mir auch Schach beigebracht. Mit meiner Mutter haben wir genäht und meine Großmutter hat uns Karten- und Brettspiele beigebracht.

Die Redaktion: Können Sie sich dabei an einen besonderen Moment erinnern?

Tanya Neufeldt: Die Winterabende zuhause bei meiner Großmutter, an denen sie mir das Legen von Patiencen beigebracht hat.

Die Redaktion: Spielen Sie eigentlich noch selbst? Was spielen Sie in Ihrer Familie?

Tanya Neufeldt: Ich mag Klassiker wie Mikado oder Mensch ärgere dich nicht, genauso wie Monopoly, das mein Sohn sehr mag. Wobei zurzeit steht „Das Spiel des Lebens“ hoch im Kurs. Wir waren gerade auf Sylt, und da musste ich schon vor dem Frühstück mindestens eine Runde spielen.

Bildrechte Mujo Kazmi/ Tanya Neufeldt

Die Redaktion: Schummeln Sie ab und zu im Spiel?

Tanya Neufeldt: Ich nicht, aber mein Sohn liebt es zu schummeln und freut sich dabei diebisch, und meine kleine Nichte schaut es ihm gerade ab.

Die Redaktion: Wenn Sie die Möglichkeit hätten, Persönlichkeiten aus der jetzigen Zeit oder aus der Geschichte zu einem Spiel einzuladen, wer dürfte an Ihrem Tisch Platz nehmen?

Tanya Neufeldt: Ich fände Marie Antoinette und Einstein sehr interessante Mitspieler.

Die Redaktion: Können Sie sich vorstellen, vielleicht auch einmal ein Brett- oder Kartenspiel zu entwickeln?

Tanya Neufeldt: Puhhh, da habe ich noch nie dran gedacht. Aber wenn mein Sohn mitmacht, dann gerne. Der hat die besseren Ideen.

Die Redaktion: Was planen Sie für die Zukunft?

Tanya Neufeldt: An Ideen mangelt es nicht: Ich möchte im nächsten Jahr mit meinem Sohn nach Ägypten zur Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums (Grand Egyptian Museum) direkt vor den Pyramiden in Gizeh, ich will einen Roman schreiben (das schaffe ich aber nicht im nächsten Jahr), viel Zeit mit der Familie verbringen und kurz zusammengefasst: Das Leben genießen.

Die Redaktion: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten.

Website zum Buch https://kladdebuchverlag.de/produkt/muetter/

Über die Autorin

Tanya Neufeldt ist Bloggerin, Buchautorin und Mutter. 2012 startete sie ihren Blog Lucie Marshall, der schon bald als ein „Sex and the City für Mütter“ galt. Unter dem Pseudonym Lucie Marshall veröffentlichte sie drei Bücher und war als Kolumnistin unter anderem für die taz. die tageszeitung und das Frauenmagazin FREUNDIN tätig.

Zudem produzierte sie die Webserie „Lucie“ und spielte darin die Hauptrolle. Seit April dieses Jahres ist Tanya Neufeldt Tandem-Geschäftsführerin der Social Moms GmbH, einem sozialen Netzwerk für Mütter.

Website zur Autorin: www.tanyaneufeldt.com

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Das Magazin wurde im Mai 2016 gestartet, trotzdem kann ich selber auf fast 15 Jahre Spielerfahrung zurückblicken. Das Bild wurde von Juli gezeichnet.